Überproduktion: Daimler mit Zwangsurlaub zu Weihnachten

Aufgrund der schwachen Absatzzahlen bei Daimler wird die Produktion über Weihnachten bis ins Jahr 2013 für zwei Wochen eingestellt. Dabei fällt der Urlaub der Beschäftigten noch länger aus als vergangenes Jahr. Damit soll eine Überproduktion verhindert werden. Die gesamte Autoindustrie hat mit Absatzeinbrüchen zu kämpfen.

Ab Weihnachten wird wegen einer drohenden Überproduktione für insgesamt zwei Wochen kein Fahrzeug mehr bei Daimler gebaut, berichtet Reuters. Damit ist der Zwangsurlaub doppelt so lang wie im Jahr zuvor. Die schwache Situation auf den Absatzmärkten Europas wird für die Sparmaßnahme verantwortlich gemacht.

Die Marke Mercedes-Benz wird trotz allem bis Jahresende Rekordverkaufszahlen verbuchen, teilte Daimler am Freitag in Stuttgart mit. Mit über einer Million verkaufter Fahrzeuge liegt der Absatz bereits jetzt 4,7 Prozent höher als letztes Jahr. Aber auch in Deutschland und Westeuropa, den wichtigsten Absatzzonen für Daimler, zeigt sich eine Sättigung des Automarktes ab.

Im Stammwerk in Stuttgart gibt es jedoch nur eine Woche Urlaub, da dort die Kleinwagen von Mercedes produziert werden, die nach wie vor gefragt sind. In China muss sogar über den Jahreswechsel durchgearbeitet werden. Dies sind jedoch die Ausnahmen. Daimler muss sich in Zukunft vor feindlichen Übernahmen vorsehen. Insgesamt ist der Ausblick für den europäischen Automarkt schlecht. Auch Volkswagen, Volvo, Fiat und Peugeot müssen Absatzeinbrüche hinnehmen.

Kommentare

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  1. Spatz sagt:

    Jeder Daimler ist ein Stück Überproduktion.
    Früher waren sie mal die Besten.
    Jetzt…. mieses, arrogantes und unfähiges Management.
    Mittelmässige überteurte Autos.
    BMW Audi und sogar VW haben bessere attraktivere Produkte
    zum günstigeren Kurs.
    Aus Asien gibt es schon viele sehr gute Modelle zu noch besseren Konditionen.
    Dort verdienen die Mitarbeiter zum Teil auch gut.
    Was ist los in Deutschland?

  2. hugin sagt:

    AUTOKRISE
    Die Zeiten, wo jeder nach Erscheinen das neue Modell gekauft hat sind längst vorbei !
    Auch die Behauptung, dass man nach einem Jahr beim Verkauf das Wenigste ablegt, glaubt niemand mehr. Ich fahre 250.000 bis 300.000 Km bevor ein Neuwagen gekauft wird, dass ist am günstigsten. Klima, Einparkhilfe und anderer Luxus müssen teuer bezahlt werden.

  3. General-Investigation sagt:

    Absatzeinbrüche haben verschiedenste Gründe; sicher ist einer davon die Krise.
    Andererseits sollen sich die Fahrzeughersteller doch einmal überlegen ob sie nicht am Kunden vorbei bauen, ihm unnötigen Schnickschnack ins Auto bauen, was so ein Fahrzeug sehr teuer machen kann. Warum also wundert man sich, das kaum jemand Interesse an einen Pkw hat, der in einer Ausstattungsvariante der einfacheren Kategorie 35.000 – 40.000 € kostet – dazu kommt die unbestreitbare Tatsache, das heutige Autos eine gerade mal noch 8 jährige Lebensdauer haben. Dazu die derzeit (und auch weiterhin) sehr hohen Unterhaltskosten, besonders Treibstoffe). Wer will denn schon den halben Monat nur für die Mobilität arbeiten müssen oder sich gewaltig verschulden?
    Wer mal realistisch ist und durchrechnet, was so ein Pkw pro Jahr tatsächlich kostet, kann bald besser Taxi fahren.

    Und wenn man bei Daimler Verkaufseinbußen hat, sollte man dort im Vorstand einfach mal überlegen, woran es liegen kann – mein Tipp: gehen sie mal Jahre zurück, als ein Mercedes tatsächlich noch für Qualität und Haltbarkeit stand (nach dem 124er Modell war das vorbei!), Rost war bei jungen Fahrzeugen normal, technische Ausfälle häuften sich, trotzdem wurden die Fahrzeuge immer teurer und teurer, nur die Qualität kam nicht hinterher.
    Andersherum zeigte BMW, das man sich nicht nur treu bleibt, sondern auch Fahrzeuge baut, die funktionieren – das es so ist, zeigen die Verkaufszahlen, die BMW mittlerweile zustande bringt.

    Somit sollte man noch einmal überdenken, ob denn tatsächlich nur die Krise Schuld ist oder ob nicht doch andere Faktoren eine größere Rolle spielen. Kunden von Daimler haben schon seit jeher ihr neues Modell bestellt, obwohl sie es nur auf Fotos gesehen haben, nie drin saßen oder es gefahren sind. Es war einfach ein Mercedes, der bestens war, doch genau das ist vorbei.

    • xr sagt:

      Daimler hat in den letzten Monaten sichtbar erfolgreicher gewirtschaftet als BMW oder Audi (höhere Gewinn, bessere Absatszahlen) und führt die Qualitätsrankings (siehe ADAC) an. Es ist also nicht das alleinige Problem von Daimler bzw. dessen Qualität, sondern vielmehr der Überproduktion und den schrumpfenden Absatzmarkt geschuldet.

    • Peter sagt:

      Da hast Du recht. Früher mußte man auf einen Mercedes noch 1Jahr warten.
      Heute muß man Ihn nach einem 1 Jahr wieder abgeben.