EU-Kommission gespalten: Frauenquote vor dem Aus

Eine EU-weite Frauenquote von 40 Prozent in Aufsichtsräten wird keine Mehrheit in der EU-Kommission erhalten. Mindestens elf der 27 EU-Kommissare werden bei der Abstimmung am Dienstag gegen eine Frauenquote stimmen. Lediglich sieben sind bislang dafür. Vor allem weibliche Kommissare haben Vorbehalte gegen die neue Regelung.

Der Vorschlag von EU-Justizkommissarin Viviane Reding für die Einführung einer Frauenquote in Aufsichtsräten wird bei der Abstimmung am Dienstag scheitern. Immer mehr Kommissare haben Bedenken geäußert, mindestens elf werden den Vorschlag ablehnen, sieben werden dafür stimmen, berichtetet die FT. Aufgrund der kontroversen Vorlage wird mit vielen Enthaltungen gerechnet.

„Die Kommission ist total gespalten“, sagte ein EU-Diplomat, „es gibt rechtliche Probleme und Meinungsverschiedenheiten bei der Auslegung des Gesetzesentwurfs“. Außerdem gäbe es „unterschiedliche, ideologische Standpunkte bei der Art der Bekämpfung eines Problems, bei dem sich eigentlich alle einig sind, dass es jetzt angegangen werden muss“.

Ironischer Weise sind es gerade die weiblichen Kommissare, die den Vorschlage kategorisch ablehnen: Catherine Ashton, Neelie Kroes, Connie Hedegaard, Máire Geoghegan-Quinn und Cecilia Malmström. Die Opposition ist der Meinung, die Mitgliedstaaten sollen ihre eigenen Lösungen für die Erhöhung einer Frauenquote vorantreiben. Brüssel solle sich nicht in die Angelegenheiten der Staaten einmischen, wenn es um Gleichstellung der Geschlechter geht. Umstritten ist auch die Absicht, Unternehmen mit massiven Sanktionen zu belasten, die ihre Frauenquote in Aufsichtsräten verfehlen.

Für die Annahme eines Gesetzesentwurfs wird eine einfache Mehrheit benötigt. Offizielle Befürworter des Entwurfs sind Olli Rehn, Michel Barnier, Antonio Tajani und László Andor. Im Moment stehen die Chancen aber schlecht, diese Mehrheit noch zu erreichen. Viele europäische Staaten, darunter Italien, Frankreich und die Niederlande, haben bereits landesweit Frauenquoten eingeführt. Daher wird eine zusätzliche EU-Regelung von diesen Staaten als überflüssig angesehen.

Die EU versucht seit mehr als zehn Jahren das Ungleichgewicht in Führungspositionen zu Gunsten von Frauen zu verbessern. In großen Unternehmen sind nur 13,7 Prozent der Aufsichtsratsstellen mit Frauen besetzt.

Kommentare

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  1. hugin sagt:

    EU – DIKTATUR = EINSCHRÄNKUNG DER FREIHEIT
    Mit unsinnigen Gesetzen und Verordnungen wird die Freiheit der Bürger immer weiter eingeschränkt ! „Frauenquote“, „Anonyme Bewerbung“, Verbot von Schwalbennestern in Kuhställen, Verbot von Glühbirnen, Genderwahn und Anderem. Wie lange lässt sich die Bevölkerung noch tyrannisieren und ausplündern ?

  2. Uta sagt:

    Warum werden Aufsichtsräte eigentlich von den Politikern als Führungskräfte tituliert? Worin liegt deren Führung??

  3. Dagmar sagt:

    „Brüssel solle sich nicht in die Angelegenheiten der Staaten einmischen, wenn es um Gleichstellung der Geschlechter geht. Umstritten ist auch die Absicht, Unternehmen mit massiven Sanktionen zu belasten, die ihre Frauenquote in Aufsichtsräten verfehlen.“

    Zunächst einmal sollte sich Brüssel grundsätzlich weniger in nationale Angelegenheiten einmischen.

    Zur Frauenquote: Das ist und bleibt Unsinn. Der Einsatz würde gleiche Bezahlung wäre notwendig. Und wenn man die Besten will, sollte man auf anonyme Bewerbungen setzen. Problem gelöst!

  4. Elisabeth Wehmeier-Püthe sagt:

    Muss mich berichtigen was das Thermalbad-Beuren betrifft:

    Der neue, schicke Bereich ist von Montag bis Mittwoch „Frauensauna“. Männer dürfen also an immerhin vier Tagen der Woche rein. Hab grad nochmal nachgeschaut.

    Umgekehrt ist es aber undenkbar, dass nur Männer dieses Privileg hätten unter sich zu bleiben. Gleichberechtigung geht in Deutschland eben immer nur in eine Richtung.

  5. Elisabeth Wehmeier-Püthe sagt:

    Quoten befördern u.U. die schlechteren auf einen Posten, den ein anderere besser bewältigt hätte. So kann man der Wirtschaft und Gesellschaft auch schaden. Es ist auch frustrierend für den Mitbewerber, der eine Stelle trotz besserer Qualifikation nicht bekommt, weil er das falsche Geschlecht hat.

    Auffällig bei diesem Affenzirkus ist aber, dass es sich immer nur um Quoten für Stellen dreht, die oben in der Gesellschaft angesiedelt sind. Wie wäre es mal mit Frauenquoten bei der Müllabfuhr oder Kanalarbeiten, in Kohlegruben oder bei Auslandseinsätzen der Bundeswehr in Krisengebieten usw. Davon will Frau nichts wissen. Dort wo es gefährlich ist, wo es stinkt, schmutzig und stickig ist, da sind Männer wieder recht und können gerne unter sich bleiben, bis auf die 1-2 Prozent weiblichen Personals vielleicht, die das aushalten wollen.

    In Stuttgart gibt es ein Mineralbad mit 2 Frauentagen bei der Sauna. Der Rest der Woche ist gemischt. Einen Männertag gibt es nicht. Frauen können also an sieben Tagen in der Woche dort die Sauna genießen, Männer nur an fünf Tagen. Wehe das wäre umgekehrt – die Bildzeitung hätte berichtet und man hätte Gleichberechtigung eingefordert.

    Im Thermalbad in Beuren gibt es jetzt mitten im gemischten Saunabereich ein separates Gebäude – die Frauensauna. Es beeinhaltet nicht nur eine große Sauna, sondern verfügt auch über Duschen, Ruhezonen, Freibereich, Kaminzimmer mit einer gehobenen Ausstattung und einem Ambiente, was das restliche Bad nicht zu bieten hat. Ausgewählte Materialien und stimmungsvolle Musikuntermalung runden das Angebot ab. Gnädigerweise dürfen Männer sonntags – zumindest bis jetzt noch – auch hinein um zu staunen welchen Luxus man für das andere Geschlecht exklusiv bereithält.

    Wohlgemerkt, Frauen dürfen weiterhin jederzeit überall hin – nur für Männer gelten Beschränkungen. Der krasse Unterschied zwischen der Frauensauna und dem „gemischten Rest“ des Saunabereichs könnte die Vermutung aufkommen lassen, dass man Frauen für die besseren Menschen hält.

  6. Peter Sander sagt:

    Lieber Mod, den ersten beitrag bitte löschen, er enthält Rechtschreibfehler! Danke

    Frauenquote: Totaler Irrsinn!

    Falls sich jemand noch an die Zeiten vor ´68 erinnert:
    Die Männer verdienten soviel das sie ihre Familien ernähren konnten. Die Kinder kamen von der Schule nach Hause und es stand ein warmes Essen auf dem Tisch. Es war jemand da, der sich um sie kümmerte. Ich jedenfalls habe die Zeiten als gut in Erinnerung. Meine Mutter hat da jedenfalls nicht gelitten.

    Heute geht die Frau für einen Hungerlohn „jobben“ weil die Frauen durch Emanzenschlampen wie Alice Schwarzer und ähnliche Flintenweiber wahnsinnig gemacht wurden. Sie müßten sich „selbst verwirklichen“. Die heutigen Patchwork-Familien werden es nicht bringen. Das Löhne sind jetzt derart nach unten gedrückt worden das selbst 2 Verdiener es kaum schaffen ihre Familien durchzubringen. Kleinkinder werden am besten schon im Wickelalter in fremde Hände gegeben…… DDR läßt grüßen!
    Aber so kann man am Besten willige Zins-Sklaven für die Finanzwelt formen.
    Die ganze Emanzenkacke hat nur Unfrieden geschaffen. Heute geht es der Masse schlechter als früher, die Jugend ist zum Großteil nicht mehr zu gebrauchen; wenn mal das Internet nicht funktioniert geht für sie die Welt unter. Fast alles Weicheier, die eine Krise, wie sie uns bevorsteht, kaum überleben wird.
    Weil die paar Frauen, die sich für Kinder entschieden haben lieber berufstätig sind, als sich darum zu kümmern, wozu die Natur sie geschaffen hat!

    • bate sagt:

      Tja, in der Zerstörung der Familien sind wir weit fortgeschritten.
      Sieht man an den psychischen Störungen, den Scheidungen und den Singlehaushalten.

      Frauenquote ist automatische Diskriminierung des männlichen Geschlechts.
      Und das fängt schon in Kitas an, wenn man Jungen in Mädchenkleider nötigt (Stichwort: gender mainstreaming).
      Oder Grundschullehrerinnen, Jungs, die nun mal hormonell anders als Mädchen gepolt sind, mit Heiditei-Erdbeerteee-Problemkerzen-Kuschelpädogogik kommt, anstatt Jungens ihre Kräfte messen zu lassen.
      Aber ich habe ja keine Ahnung, ich bin ja nur ein „Elter“ (was für ein Sprachholocaust!).

      > http://de.wikipedia.org/wiki/Elter

      > http://www.blick.ch/news/schweiz/weder-vater-noch-mutter-beamte-sollen-kuenftig-das-elter-sagen-id51357.html

      > http://www.blick.ch/news/schweiz/weder-vater-noch-mutter-beamte-sollen-kuenftig-das-elter-sagen-id51357.html

    • Uta sagt:

      Sie verklären ein wenig die gute alte Zeit, ich kenne da leider auch ganz andere Beispiele.
      ————————————

      „Frauen…sich darum zu kümmern, wozu die Natur sie geschaffen hat!“

      Ja wozu hat denn die Natur den Menschen mit seinem Verstand – egal ob Männlein oder Weiblein – geschaffen??? Etwa, um sklavengleich einen Großteil des Lebens zu arbeiten, zu konsumieren und das Kapital anderer zu mehren?

      Es gibt sonst kein Lebewesen auf der Welt, das 50 Stunden in der Woche fremdbestimmt einer Arbeit nachgeht und etwas anderes macht, als seinen Bedürfnissen und dem Wohlbefinden direkt nachzugehen.

  7. c-nes sagt:

    Mit Gleichstellung hat eine Quote garnichts zu tun. Damit wird man aufgrund seines Geschlechts bevorteiligt oder benachteiligt wird!

  8. yog sagt:

    Also, das Foto ist einsame Spitze 🙂

  9. Wolfberg sagt:

    Quoten sind immer Schwachfug! Am Ende wäre es notwendig ein total gerechtes Abbild der Gesellschaft zu bilden, und alle Führungspositionen müßten auch mit Migranten, Behinderten, Schwulen usw. besetzt werden. Das wäre das Ende der unternehmerischen Freiheit. Nicht immer ist gut Gemeint auch gut. Quote ist einfach der Unsinn.

  10. Swen sagt:

    Man kann nur hoffen, dass der ganze EU-Wahnsinn bald ein Ende findet.

    Die Bevormundung und Gängelung der Bürger durch abgehobene Eurokraten hat mittlerweile ein unerträgliches Maß erreicht.

    • FDominicus sagt:

      „Die Bevormundung und Gängelung der Bürger durch abgehobene Eurokraten hat mittlerweile ein unerträgliches Maß erreicht.“

      Sie schreiben es, unerträglich ist das einzige passende Wort.