„Leuchtturmprojekt“: Deutschland sucht Möglichkeiten zur Energiespeicherung

Ein sogenanntes Leuchtturmprojekt der Bundesregierung hat es sich zum Ziel gesetzt, die kurzfristige Markteinführung neuer Energiespeicher zu unterstützen. Aussichtsreiche Projekte sollen endlich den Durchbruch bringen. Vor dem Jahr 2020 wird jedoch nicht damit gerechnet.

Bis zum Jahr 2050 sollen 80 Prozent des Strombedarfs durch Erneuerbaren Energien gedeckt werden, so der ambitionierte Plan der Bundesregierung. Allerdings bedarf es dafür noch dringender Weiterentwicklungen auf dem Gebiet der Technik. In die Lösung des Problems der Energiespeicherung werden von der Bundesregierung insgesamt 200 Millionen Euro investiert.

Das „Leuchtturmprojekt Energiespeicher“, welches im Juli dieses Jahres an den Start ging, ist ein gemeinsames Projekt der Bundesministerien für Wirtschaft und Technologie (BMWi), für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) sowie für Bildung und Forschung (BMBF). Dabei werden 60 innovative Forschungsprojekte auf diesem Gebiet gefördert.

Wie das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie auf Anfrage der Deutschen Mittelstands Nachrichten mitteilt, wird dem Thema eine hohe Bedeutung beigemessen. Leistungsfähige Energiespeicher seien „der Schlüssel für eine erfolgreiche Energiewende. Sie können dazu beitragen, Erneuerbare Energien besser in das Energieversorgungssystem zu integrieren. So gewährleisten sie langfristig die Versorgungssicherheit Deutschlands mit Energie.“

Zwar gebe es bereits heute viele Speichertechnologien (z. B. Batterien), „die grundsätzlich die technologische Funktion der Energiespeicherung erfüllen können“. Diese seien „aber in der Regel nicht in der Lage, die Erwartungen der Wirtschaftlichkeit zu erfüllen“. An bereits heute im Einsatz befindliche Pumpspeicherkraftwerke, die bislang die einzige effiziente Form der Energiespeicherung darstellen, würden sie nicht heranreichen.

Aus diesem Grund sei das „Leuchtturmprojekt Energiespeicher“ ins Leben gerufen worden. Ein Ansatz ist die „Wind-Wasserstoff-Kopplung“. Dabei wird versucht, mit „der Zerlegung von Wasser zu speicherbarem Wasserstoff und Sauerstoff durch Elektrolyse einen möglichst hohen Wirkungsgrad zu erzielen“. Bei einem weiteren Bereich, den „Batterien in Verteilnetzen“ hingegen geht es darum, „Strom – insbesondere aus Solaranlagen – gezielt vor Ort zu nutzen, zu speichern oder bedarfsgerecht einzuspeisen, um das Stromnetz zu entlasten“.

Allerdings dämpft das Bundesministerium die Erwartungen, die eine schnelle Anwendbarkeit der Technologien in der Praxis erhoffen: „Die Entwicklungen dieser Technologieansätze sind oft mit erheblichen Risiken behaftet. Es ist daher heute noch nicht abschätzbar, welche der in der Speicherinitiative entwickelten Technologien sich am ehesten sowohl technologisch als auch wirtschaftlich durchsetzen wird. Hierzu ist frühestens in 2 bis 3 Jahren eine belastbare Antwort möglich. Erfahrungsgemäß wird aber mit Durchbrüchen nicht vor dem Jahr 2020 zu rechnen sein.“

Kommentare

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  1. Clemens Martin-Martini sagt:

    Es gibt bereits eine neue und kurzfristig umsetzbare Alternative zu den Pumpspeicherkraftwerken: Das US Unternehmen Gravity Power hat seit 2008 die Technologie “Gravity Power Module” (GPM) entwickelt und inzwischen patentiert. Siehe Website http://www.gravitypower.net.
    GPMs kombinieren seit Jahrzehnten bewährte Technologien aus dem Bergbau, dem Tunnelbau und der Pumpspeicherindustrie zu einem neuen, in sich geschlossenen, unterirdischen Speichersystem.

    Die Funktion: Das System hebt hydraulisch einen massiven Kolben in einem tiefen vertikalen Schacht, um Energie zu speichern, senkt diesen bei Bedarf durch sein Eigengewicht und drückt das Wasser in eine Turbine zur Stromproduktion. Diese wasserdicht versiegelten Anlagen haben keinerlei Beeinträchtigung der Umwelt zur Folge. Weder oberirdisch noch unterirdisch.

    Im Vergleich zu konventionellen Pumpspeicherkraftwerken liefern GPMs dieselbe Speicherkapazität, benötigen jedoch viel weniger Fläche (ca. 10.000qm für 500MW) und nur einen Bruchteil des Wasservolumens. Sie können dort gebaut werden, wo sie benötigt werden, z.B. in der Nähe von Windparks. Diese Speicher können kostengünstiger und in wesentlich kürzerer Bauzeit (ca. 24 Monate) erstellt werden.

    Eine vor kurzem gegründete deutsche Tochtergesellschaft, plant den Bau einer ersten Testanlage in den nächsten Monaten mit Kooperation mit führenden deutschen Industriepartnern aus den Bereichen Tiefbau und Hydrotechnologie. Eine umfassende Machbarkeitsstudie wurde im April abgeschlossen.

  2. otto f. krammer sagt:

    Das Potential für Pumpspeicher nördl. der Donau um den Weinsberger Wald auf SH900 mit etwa 4,7TWh ist in Mitteleuropa wohl einzigartig und dennoch interessiert sich dafür keine Sau.
    Die Donau bietet als Untersee ein natürliches Wasserreservoir, welches dazu dienen kann mehrere Oberseen auf etwa SH900 zu füllen. An die 64km² Oberseen sind da anzulegen, welche mit Druckleitungen zu Kraftkavernen am nördl. Donauufer verbunden sind. Ebenfalls sind mehrere kleiner solche Anlagen, zB vor dem Ostrong., als Kurzzeitspeicher mit etwa 500MW , möglich.
    Der Weg dazu wäre eine Errichter und Planungsgesellschaft, meine Kenntnisse stelle ich gerne bei.