Nach Coca Cola Abzug: Börse in Athen droht Dritte-Welt-Status

Nachdem die Coca-Cola Company den griechischen Markt verlassen hat, droht der Börse in Athen die Abwertung zum Entwicklungsmarkt, so der US-amerikanische Finanzdienstleister MSCI. Dies wäre ein Schlag für die Realwirtschaft, weil damit Investments aus dem Ausland gestoppt würden.

Schlechte Nachricht für Investoren: Die Entscheidung des Abfüllbetriebs Coca-Cola Hellenic Corporation, den griechischen Markt zu verlassen, setzt ein weiteres negatives Zeichen für Anleger und Investoren. Der weltweit zweitgrößte Abfüller für Coca-Cola hält 75 Prozent des gesamt griechischen Aktienmarktes. Die mögliche Abwertung des griechischen Finanzmarktes auf das Niveau einer Börse eines Entwicklungslands will MSCI erst nächstes Jahr vornehmen.

MSCI sagte, dass die Handelsbeschränkungen ein umfassendes Funktionieren des griechischen Anlagenmarktes verhindere, verglichen mit anderen voll ausgestatteten und uneingeschränkten Finanzmärkten. Die griechischen Entscheidungsträger hätten keine offenen Ohren für die Warnungen aus der internationalen Investorengemeinschaft, so Bloomberg.

„Wenn zu einem Zeitpunkt eine Börse nicht genügend Aktien bereitstellen kann, um das Investitionspotenzial abdecken zu können, dann sind wir dazu gezwungen eine Abwertung der Börse in Betracht zu ziehen“, sagte Sebastian Lieblich, Vorsitzender des MSCI Index Management. „Die derzeitigen Staatschulden, denen Griechenland ausgesetzt ist, sind überhaupt nicht der Auslöser für die drohende neue Einordnung Griechenlands.” Es seien vielmehr die schwindende Größe und funktionelle Hürden, die innerhalb der letzten zehn Jahre nicht gelöst werden konnten und die für eine positive Finanzmarktbewertung  das größte Hindernis darstellen.

Hellenic Coca-Cola BC nimmt über zwei Drittel des gesamten Wachstums aus Griechenland mit, berichtet Kathimerini. Auf der Suche nach einer stabileren Wirtschaft und einer regulierten Umgebung will der Abfüllbetrieb in der Schweiz neu ansässig werden und seine Wertpapiere an der Londoner Börse handeln. Die Entscheidung des MSCI ist jedoch auch abhängig von Gesprächen mit Investoren.

„Ausnahmsweise wird MSCI jederzeit zwei Bestandteile des Index fortführen bis auf Weiteres“, gab die Firma in einer Stellungnahme bekannt.  Obwohl die Hellenic Coca-Cola BC 75 Prozent des gesamten Aktienmarktes in Griechenland ausmacht, will MSCI den Investitionsindex nicht auflösen. Der Index wird einfach durch die nächstgrößeren Firmen aufgefüllt. Momentan sind 22 Unternehmen in dem Small-Cap-Index enthalten, angeführt von der Nationalbank Griechenlands.

Der griechische Aktienmarkt hat bis zu 85 Prozent an Wert verloren seit seinem Höchstwert von 273 Milliarden Dollar aus November 2007. In diesem Jahr jedoch stieg der gesamte Aktienmarkt von 23,5 Milliarden Euro im Juni auf aktuell 32,2 Milliarden Euro wegen der Annahme, das Land werde mit dem IWF und den europäischen Partnern weitere finanzielle Hilfsprogramme vereinbaren können.

via: Coca-Cola Hellenic

Die Hellenic Coca-Cola Bottling Company hat im ersten Halbjahr bereits weniger Profit eingefahren als 2012 (Graphik: Hellenic Coca-Cola BC, Homepage).

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Kommentare

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  1. Sozialkritiker sagt:

    Wer braucht eigentlich noch die Realwirtschaft, wenn die EU Griechenland fortlaufend Milliarden ueberweist? Das ist die eigentliche Frage.

  2. Karunga sagt:

    Zum Thema der griechischen Ölreserven:
    Da wolln wir als EU mal fein die Finger davon lassen und der USA das Öl überlassen.
    Sonst sehe ich in Näherer zukunft, dass der britische Geheimdienst wieder Atomwaffen und Taliban-Ausbildungslager in Griechenland findet.

    Wir Österreicher müssen uns ebenfalls hüten, mit geringsten Mengen von Erdöl im Marchfeld sind war fast auch schon ein Terroristenland…

  3. Sorbas sagt:

    Falsch geschaetzt. GR ist das reichste rohstoffland der EU, deswegen hat der volksverraeter papandreou auch kuenstlich das bail out eingeleitet. Damit seine good old US bodies einen free lunch erhalten….

  4. hugin sagt:

    ERST WIRTSCHAFT RUINIEREN – DANN LAND AUSPLÜNDERN
    Erst wird das Land verschuldet, dann muss alles Verkauft (Privatisiert) werden. Die ausländischen „Investoren“ sichern sich die lukerativsten Unternehmen und Resurcen, der Rest wird zugesperrt und die Leute entlassen. Wenn unsere Politamateure so weiterwirtschaften wird es uns nicht anders ergehen !

  5. APO-Warner sagt:

    es ist wie bei der Abwanderung von Nokia aus Bochum in´s neue €U-Land Rumänien:
    ca. 2000 ! griechische Firmen sind in den letzten Jahren von Gr nach Bulgarien abgewandert. (was dafür aus Bulgarien nach D abwandert kann man sich in Berlin anschauen). Das ist €U-Standard und €U-Sozial- und Friedenspolitik.
    Gefördert durch die EU und durch Dumping-Stueren in Bulgarien, das von Verheugen &CO in die €U geschummelt wurde.
    Es sind die Lenker der €U-Bonzen, die Griechenland bzw. eigentlich seine Bevölkerung fertig machen: es geht um dauerhafte Einnahmen von Schuldzinsen und und Ausbeutung von Rohstoffen in der Ägäis. Dieses zahlt der hiesige Steurzahler und sonst nichts !

    • U.I. sagt:

      Das passt in diesem Zusammenhang jedoch nicht. Die Produktion soll ja wie im Artikel beschrieben in die Schweiz verlegt werden, wo sehr hohe Löhne üblich sind…

      • APO-Warner sagt:

        ich denke mal es läuft anders:
        Was hier verlegt wird ist der Firmensitz an dem die Gewinne versteuert werden und das wäre nicht der einzige in die „teure“ Schweiz verlegte Firmensitz.
        Gas-Gerd und sein Genosse, der immer vom Rad fällt, hängen ja nicht „umsonst“ für ihre Arbeitgeber in CH-Thun rum.
        Ob der Abfüllbetrieb mit vielleicht einigen Hundert Mitarbeitern in Gr bleibt hängt von den Lohnkosten und nicht von der Firmenbesteuerung ab.
        Entweder bleibt es so wie´s ist , oder es wird bei niedrigeren Löhnen in eine Tochterfirma ausgegliedert oder man geht wie genannt nach Bulgarien, weil dort der Lohn auch deutlich niedriger und der griechische Markt doch nah genug ist.
        Keine Sorge, Coca Cola zahlt dabei nicht drauf!

  6. Autofokus sagt:

    Die Eurokraten dieser EUdSSR haben es bald geschafft, eines ihrer Mitgliedsländer wirtschaftlich, sozial und human vollständig niedergerungen zu haben. Das Testgelände hat sich also bewährt, nun sind andere Länder an der Reihe.
    Dafür hat man ja diese „Volldemokraten“ auch mit dem Nobelpreis geehrt.

    Selbst diejenigen, die nur halbwegs aufgewacht sind, wissen inzwischen, dass das Ziel der Reise in die schlimmste denkbare Diktatur führt, deren Dimension noch nicht abschätzbar sind.
    In kurzer Zeit ist ganz Europa ein Griechenland !

  7. Peter G. sagt:

    Coca Cola als größtes Börsenunternehmen Griechenlands! Das sollte man all denen in die Köpfe hämmern, die ständig von „Wieder“-herstellung der Wettbewerbsfähigkeit des Landes schwafeln. GR ist, was seine internationale Konkurrenzfähigkeit betrifft, auf dem Status eines Dritte-Welt-Landes. Da es nicht aus dem Euro entlassen werden darf, muss es zwangsläufig dauerhaft alimentiert werden.
    .
    Wie der Teufel das Weihwasser scheuen die Medien eine Beschäftigung mit dem Thema der Rohstoffreserven des Landes. In einem Blog war zu lesen, dass die griechische Regierung bereits einen Vertrag mit einem norwegischen Explorationsunternehmen abgeschlossen hatte, diesen aber kurzfristig wieder kündigte, da offensichtlich die USA die Alleinverwertung übernehmen wollen. Dieses Thema muss auf den Tisch. Es kann nicht angehen, dass europäische Steuerzahler Milliarden für den Unterhalt des Landes ausgeben, wenn dieses auf ungeahnten Reichtümern sitzt.

    • Elisabeth Wehmeier-Püthe sagt:

      Ich schätze mal einfach so in’s Blaue, dass diese ungeahnten Reichtümer nur einen Bruchteil der Schulden abdecken können.