Griechenland: Immobilienmarkt vor dem Zusammenbruch

Eine steigende Zahl von Häusern in Griechenland steht leer. Viele Griechen ziehen in kleinere Wohnräume, weil sie sich größere Wohnungen nicht mehr leisten können. Daher sind viele Mieter auch mit ihren monatlichen Zahlungen im Verzug. Die Vermieter müssten trotzdem Steuern zahlen.

Die Situation des griechischen Immobilienmarktes spitzt sich immer weiter zu. Die Zahl der leer stehenden Häuser hat die 300.000er-Marke durchbrochen und steigt stetig weiter. Damit ist einem Bericht der Zeitung Kathimerini zufolge jede dritte Wohneinheit unbewohnt.

Selbst nach Mietkürzungen können die Vermieter die Objekte nicht an den Mann bringen, geschweige denn, die Häuser zu verkaufen. Die Nachfrage ist aufgrund der allgemein schlechten wirtschaftlichen Situation komplett weggebrochen. Gefragt sind momentan vor allem Einzimmer-Apartments und kleine Häuser bis 65 Quadratmeter.

Ein weiteres Problem sind die Mietrückstände. Nahezu die Hälfte der griechischen Mieter sind mit ihren Mieten zwischen zwei und sechs Monaten im Rückstand, in Einzelfällen sogar über ein Jahr, veröffentlichte der Panhellenische Verband der Immobilienbesitzer (POMIDA).

Arbeitslosigkeit und die wirtschaftliche Situation machen die Griechen zahlungsunfähig. In Athen liegen die meisten Mieter mit ihren Zahlungen zwei Monate im Rückstand, während in Thessaloniki vier von fünf mit der Miete über fünf Monate im Verzug sind. Vor der Krise lagen Mietrückstände lediglich bei 15 bis 20 Prozent der Mieteinkünfte vor. Die Zahl hat sich inzwischen verdreifacht.

Die Vermieter haben die Mieten inzwischen reduziert. Sie wollen die Mieter in der Krise halten. Nachmieter zu finden ist gegenwärtig ein schwieriges Unterfangen. Trotzdem müssen Vermieter Steuern auf die Mieteinkünfte zahlen, die sie gar nicht empfangen. Die Mietsteuern entsprechen inzwischen zwei bis drei Monatsmieten auf das Jahr gerechnet. Mietobjekte sind für die Besitzer inzwischen eher eine Steuerbelastung, anstelle einer zusätzlichen Einnahmequelle.

Kommentare

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  1. Machiavelli sagt:

    So wird eine Nation nach der anderen durch das Diktat der Banken und Zentralbanken in den Ruin geführt und die Menschen versklavt. Draghi bezeichnete diesen Vorgang kürzlich vor unseren Volksvertretern süffisant als ‚Souveränität abgeben, da man zuviele Schulden angehäuft hat‘.
    Die Rettung des Euro kostet die Europäer also die Souveränität, dann den Wohlstand, und zuletzt ?

  2. doci sagt:

    Das sind die Vorboten für eine Deflation.(auch bei uns)

    Lasst euch bloss nicht von dem Inflationsgewäsch täuschen.

    • A.B. sagt:

      Meiner Meinung nach wird es wahrscheinlicher eine Stagflation.
      Die Inflation treibt ihre Blüten, während die Industrieproduktion sinkt
      und die Arbeitslosigkeit steigt, die Menschen werden ärmer.
      Die schlimmste aller Wahrscheinlichkeiten!

  3. RicoCoracao sagt:

    „…Mietobjekte sind für die Besitzer inzwischen eher eine Steuerbelastung, anstelle einer zusätzlichen Einnahmequelle…“

    Viel Spass mit dem Betongold, auch hier… dazu kommt noch die Zwangshypothek

    http://www.youtube.com/watch?v=jeGnYEHj3Hw

  4. wei sagt:

    während die einen von den anderen geplündert werden,plündern die anderen die anderen
    Mit anderen Worten: wenn jeder jeden plündert ,fehlt niemand was

  5. hugin sagt:

    DER BEGINN DER iMMOBILIENKRISE IST BEREITS SICHRTBAR
    Auch in Deutschland und Österreich sieht man immer öfter Schilder „Wohnung, Lagerhalle, Geschäft oder Ordination zu vermieten“, oder zu verkaufen. Firmenfriedhöfe und Shopping-Ruinen werden immer mehr. Immobilien-Angebote ind den Printmedien waren füher ein paar Seiten, heute ganze Beilagen mit Großinseraten und Farbbildern. Das sind die Vorboten einer Wirtschafts-und Immobilienkrise. Die EU bringt ja Wohlstand- oder doch nicht?

    • Uta sagt:

      Also hier (Süddtl.) ist im Bereich Wohnimmobilien von Flaute noch nicht viel zu spüren:
      Die geforderten Mietpreise haben Höchststände und wer stadtnah eine Wohnung sucht, kann sich einem Duzent anderer Interessenten drum raufen bzw. zahlt Ablösebeträge oder eine Wucherprovision nur für einmal angucken.

      Bei Geschäftsimmos mit profesionellen, renditeorientierten Immoinvestoren mag das anders sein. Aber bei guter Lage und Ausstattung werden auch hier recht hohe Preise verlangt und wenn die keiner zahlen möchte, das Objekt lieber unvermietet gelassen.

      • FDominicus sagt:

        Es kommt halt darauf an wo es ist. Gehen Sie nach NRW und Sie werden sehen hugin trifft den Nagel auf den Kopf. Und wenn sich der Staat nicht immer und überall einmischen würde, gäbe es nicht so extreme Schwankungen. Der Staat ist mit preistreibend durch diverse Gesetze EEG soundosviel Prozent der Energie muß aus „erneuerbaren“ Energien kommen. Mietserhöhungen sind nur all 2 Jahre drin und nur um so und soviel Prozent. Bebauungspläne, Ausgleichsabgaben für was weiß ich, Müll und dessen Behandlung etc etc.

        Wenn man eben nicht den zu bebauenden Raum künstlich knapp hält müssen die Preise eben steigen. Aber derartige Banalitäten bekommen unsere „Politiker“ einfach nicht auf die Reihe.

        Sie beschließen schlechte Gesetze am Laufenden Bank, verletzen selber ohne Hemmung bestehende Gesetze, erzählen uns jeden Tag eine neue Lüge und keine 2 Monate später müssen Sie diese Lügen eingestehen und machen dann weiter mit anderen schlechten Gesetzen weiter.

        Darf man daran erinnern, daß uns doch „versichert“ wurde die Energiewende würde „kaum“ etwas kosten? Und heute? Es wird Ihnen klar wie teuer es wird und nun kommen bestimmt bald neue Gesetze oder Beihilfen für Einkommensschwache für Energie auf den Tisch, wegen „sozialer“ Gerechtigkeit oder so.

      • Bronki sagt:

        Liebe Uta ,ich selbst wohne in München und kenne die Zustände auf dem Immomarkt ,ist eine kommende Blase die mit einem mächtigen Knall enden wird wenn die Wirtschaft einbricht ,die Ersten Vorzeichen (MAN,Siemens,BMW ,Daimler ,u.s.w.) sind deutlich erkennbar !

  6. Syssifus sagt:

    „……Gefragt sind momentan vor allem Einzimmer-Apartments und kleine Häuser bis 65 Quadratmeter.“

    Meine 2 Zi.-Wohnung,hat auch nur 64 Quadratmeter und ist kein Eigentum.
    Gejammert,wird auch in Griechenland, auf hohem Niveau.