Euro-Austritt Griechenlands könnte weltweite Wirtschaftskrise auslösen

Sollte Griechenland gezwungen sein, den Euro zu verlassen, könnte dies einen internationalen Flächenbrand auslösen, so die Bertelsmann-Stiftung. Die angestellten Berechnungen für diesen Fall seien „besorgniserregend", warnt die Stiftung. Nur der isolierte Austritt Griechenlands würde für „Deutschland zunächst Einbußen in der Wirtschaftsleistung von insgesamt 73 Milliarden Euro bis zum Jahre 2020 bedeuten".

Nach Informationen der Bertelsmann-Stiftung hätte ein Austritt Griechenlands aus der europäischen Währungsunion verheerende Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Bislang galt die unmittelbare Gefahr nur den Südeuropäischen Staaten und der gemeinsamen Währung. Ein Zusammenbruch des Euro könne jedoch gravierende wirtschaftliche Krisen in den USA und in China auslösen. Allein der isolierte Austritt Griechenlands aus dem Euro würde für Deutschland „Einbußen in der Wirtschaftsleistung von insgesamt 73 Milliarden Euro bis zum Jahre 2020 bedeuten”, warnt die Bertelsmann-Stiftung.

Ein Austritt Griechenlands aus der gemeinsamen Währung wurde bislang nur hinter vorgehaltener Hand diskutiert. Als Grund dafür gilt der Domino-Effekt: Wenn ein Land sich aus dem Euroraum verabschiedet, legt es den Grundstein für ein zweites oder gar drittes Land. Spanien und Portugal könnten dem Beispiel Griechenlands in diesem hypothetischen Szenario folgen. Damit würden die Schulden der verbleibenden Euro-Staaten extrem ansteigen und somit die gesamte Währung in Gefahr bringen.

Für Griechenland bedeutet ein Austritt den Staatsbankrott und eine Abwertung der neu eingeführten, griechischen Währung.  Neben der Tilgung der bisherigen Schuldenlast ist mit einem  Anstieg der Arbeitslosigkeit und einem Einbruch der Wirtschaftsleistung zu rechnen, die sich im Jahr 2020 auf schätzungsweise 164 Milliarden Euro beziffern würde, so die Bertelsmann-Stiftung. Für die 42 wichtigsten Volkswirtschaften entstünden parallel Einbußen in Höhe von bis zu 674 Milliarden Euro. Die negativen Auswirkungen überwiegen also deutlich die positiven in diesem Szenario.

Noch viel schlimmer sieht es aus, wenn ein zweites Land, Portugal etwa, die Eurozone verließe: Die weltweiten Wachstumsverluste bezifferten sich in diesem Szenario bereits auf 2,4 Billionen Euro, folgert die Studie. „Wir müssen jetzt in der aktuellen Situation unbedingt den Ausbruch eines Flächenbrandes verhindern”, sagte Aart De Geus, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann-Stiftung. Die Kosten würden sich exponentiell erhöhen, wenn noch ein weiteres Land den Euro verließe. Verabschiedete sich zusätzlich noch Spanien aus dem Euro-Raum, würden Deutschland bis 2020 Wachstumsimpulse in Höhe von  850 Milliarden Euro entgehen und Schulden in Höhe von 226 Milliarden Euro müssten abgeschrieben werden.

Weltweit würden sich die Wachstumseinbußen der 42 großen Volkswirtschaften auf beängstigende 7,9 Billionen Euro belaufen. Doch es fallen noch mehr Domino-Steine in dem Szenario der Bertelsmann Stiftung: Italien ist als nächstes an der Reihe, sich von dem Euro zu verabschieden. Die unmittelbaren Auswirkungen auf Deutschland entsprächen mehr als 21.000 Euro pro Kopf, 455 Milliarden Euro Schuldenschwund und 1,7 Billionen Euro Wachstumseinbußen. Eine weltweite Rezession wäre die Folge mit über 17,2 Billionen Euro an Wachstumsverlusten.

Das Fazit, was die Bertelsmann-Stiftung aus diesen unvorstellbar hohen Summen zieht, legt einen Verbleib Griechenlands in der Währungsunion nahe, da die Folgen eines Austritts einen Domino-Effekt auslösen würde, der nicht nur Auswirkungen auf die Weltwirtschaft hätte. Es sei auch mit erheblichen sozialen Spannungen zu rechnen und ein Zerfall von Regierungen und Staaten kann nicht ausgeschlossen werden. Die Bundesregierung hatte erst Anfang der Woche  unkontrollierbare Entwicklungen in Bezug auf die Schuldenkrise in Griechenland ausgeschlossen.

Kommentare

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  1. Motzer sagt:

    Wirtschaftskrise?
    Ein Eintritt eines Staates in die EU löst doch auch keine Wirtschaftskrise aus. Das ist die Angst der EU selbst vor dem eigenen Tun. Denn Wenn Griechenland austritt, weil kein Geld mehr fließt, werden auch evtl. andere EU-Länder austreten, die nur wegen des billigen Geldes derzeit in der EU sind! Und Brüssel würde Macht und Renommee verlieren!

  2. Na sowas sagt:

    Wooow …da haben die Bertelsmänner aber eine „wissenschaftliche “ Glanzleistung vollbracht , wobei jeder Hilfsschüler weiß ,dass 9 Millarden Euro niemand vermissen dürfte…es wären nicht einmal 20 % von den 47 Millarden die allein jährlich in Deutschland verschwendet werden !! Einfach eine lächerliche Studie und das noch hochzurechnen auf Weltweite !! Entschuldigung …aber das ist ja schon ziemlich daneben . Solche Hirnis sind in der Bertelsmann Stiftung tätig ?Frau Mohn sollte diese geballte Dummheit besser entlassen um einen Imageschaden zu verhindern ?

  3. Rudi K. sagt:

    Hier geht es einfach nur noch um das verzocken von öffentlichen Geldern. Die EU ist ein Spielautomat für Banken und „Investoren“ geworden.

  4. Rudi K. sagt:

    Wie haben wir da bloß damals alles ohne EU geschafft…?

  5. Ariovist sagt:

    Wenn man begreifen möchte, warum sich alle Politiker wie besessen und ohne Rücksicht auf die Interessen ihres jeweiligen Volkes und ihrer abgegeben Wahlversprechen an der Idee des „vereinten Europas“ mit der gemeinsamen Währung EURO festkrallen, muss man die Entstehungsgeschichte der BILDERBERGER und die dahinter stehenden Absichten verstehen. Der Journalist Thierry Meyssan hat dies in einem hervorragenden Artikel zusammengetragen: Es ist die NATO mit deren Geheimdienst GLADIO, welche zur Vorbereitung einer Weltregierung den Einfluss der USA in Europa auf Dauer manifestieren und gleichzeitig den Einfluss Russlands auf die EU zurückdrängen will. Obwohl jetzt bald überall das Chaos ausbrechen wird, so wird das offenbar allseits in Kauf genommen und der vorgezeichnete Weg auf Biegen und Brechen fortgesetzt. http://www.voltairenet.org/article171339.html

    • Ariovist sagt:

      Ergänzung:

      Die Sicherung der amerikanischen Vorherrschaft in der EU durch NATO und Gladio hat natürlich nicht nur geostrategische sondern auch ökonomische Gründe. Amerikanische Großkonzerne wie Monsanto wollen sich die Absatzmärkte sichern; vor allem die Herrschaft über alle Bodenschätze, insbesondere das Quellwasser. Alle jetzt in wirtschaftliche Not gedrängten Staaten der EU müssen jetzt zur Finanzierung ihrer Schulden samt Zinsen und Zinseszinsen ihr „Tafelsilber“ abliefern. Wer das Nahrungsmittel- und Saatgutmonopol (Hybridsaatgut) beherrscht, benötigt keine Soldaten mehr! Dazu noch GENDER und die „mission is completed“.