Weltweit größte Strom-zu-Gas-Anlage geht in Betrieb

Die Strom-zu-Gas-Technologie steht kurz vor der Marktreife. Jetzt wurde die weltweit größte Strom-zu-Gas-Anlage am Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg in Betrieb genommen.

Das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) weihte am Dienstag eine Forschungsanlage zur Ökostromspeicherung ein. In dieser Anlage wird Ökostrom in Methan und Wasserstoff umgewandelt. Die Kapazität dieser Anlage umfasst 300 Kubikmeter Methan am Tag. Damit ist die industrielle Nutzung dieser Technologie zum Greifen nahe.

Diese Form der Stromspeichertechnologie wird entscheidenden Einfluss in der Energiewende haben. Der Zugriff auf diese konvertierbaren Energieträger garantiert eine gesicherte Stromversorgung. Strom aus fluktuierenden Energiequellen wie Solar- oder Windkraft können so in Phasen von Überkapazitäten gespeichert werden und in Phasen der Unterversorgung kann so direkt Energie erzeugt werden.

Die ZSW-Forscher werden zusammen mit dem Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik und der Firma SolarFuel die Technologie an der Anlage weiterhin optimieren. Ziel ist die Expansion der Kapazitäten, um den energiewirtschaftlich relevanten Bereich von 1 bis 20 Megawatt derartiger Anlagen in Zukunft zu erreichen.

Kommentare

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  1. Skeptiker sagt:

    Strom zu Gas kann man machen. Die Grundreaktionen habe ich bereits in den 70ern beim Studium Chemieingenieurwesen durchgekaut. Insofern nichts Neues. Die Speicherung der elektrischen Energie als Methan mit Einspeisung in das Erdgasnetz erscheint mir nicht besonders sinnvoll, da der weitaus überwiegende Teil des Erdgases zur Wärmeerzeugung (Verbrennung) genutzt wird. Der Gesamtwirkungsgrad der Umwandlungsprozesse wird irgendwo zwischen 30% und 40% liegen. (Den Wirkungsgrad will man offensichtlich nicht gerne nennen, da dann das Interesse an diesem Verfahren sehr schnell schwinden würde). Warum also den Umweg über das Gas? Der überschüssige Strom z. B. aus Windkraftanlagen kann doch mit ungleich höherem Wirkungsgrad (vermutlich zwischen 80% bis 90%) direkt zur Wärmeerzeugung (u.a. Speicherheizung) verwendet werden- jedenfalls besser als bestehende Anlagen abzuschalten weil gerade zuviel Strom am Markt ist. Durch Verbesserung der Mess- Steuer und Regeltechnik lässt sich da eine optimale Ausnutzung der Kapazitäten realisieren. Power to Gas ist nur akzeptabel, wenn des Endprodukt einer Wärme – Kraft – Maschine zugeführt wird. Das Verfahren Power to Gas ist für bestimmte Anwendungen sicher eine sinnvolle Methode, aber keineswegs die Lösung, überschüssigen Strom wirtschaftlich zu speichern. Die Tatsache, dass elektrische betriebene Heizungen heute politisch verpönt sind, sollte die Techniker nicht davon abhalten, diese als Teil einer Gesamtlösung der Energieversorgung in Deutschland zu sehen.

  2. Tacheles sagt:

    Das ist eine tolle Sache!
    Dann können wir uns die Diskussion über die Stromautobahnen und Pumpspeicherkraftwerke bald sparen, wenn ich das richtig verstehe.
    Nur ein paar Gaskavernen müssten wo möglich noch gebaut werden.
    Allerdings geht das auch größtenteils nur in Norddeutschland.

  3. Thomas Schöller sagt:

    Was der Spass kostet, erfährt man natürlich nicht.

    • Hermann Beck sagt:

      Das ist kein Spaß, sondern eine absolute Notwendigkeit. Methangas ist ein universeller Energieträger der sowohl für Heizung, Verkehr und Stromerzeugung verwendet werden kann. Die Infrastruktur steht anhand des Erdgasnetzes zur Verfügung. Der Transport ist auch über große Entfernungen fast verlustfrei (gegenüber Stromleitungen). Die Technologie, auch für Fahrzeugmotoren ist vorhanden und ausgereift (ich fahre selbst ein Erdgasauto VW Passat und habe meine Verbrauchskosten halbiert). Der CO² Ausstoß kann bis auf 30 mg reduziert werden. Tanklastzüge brauchen nicht zu fahren. Gas kann jederzeit in Strom zurück verwandelt werden und zwar in dezentralen, kleineren und sehr flexiblen Kraftwerken. Und da fragen Sie nach den Kosten? Wenn der politische Willen vorhanden ist, werden unsere Ingenieure einen Weg finden um diese Technologie in kurzer Zeit wirtschaftlich zu machen. Man muss allerdings bereit sein, den Gesamtzusammenhang zu sehen. Nachdem die Politik aber versprochen hat, bis 2020 etwa 20 Mrd. in den Netzausbau (Stromautobahnen) zu investieren, werden sich die Großunternehmer diesen „Fisch“ nicht mehr aus dem Netz nehmen lassen.

      • Mozart sagt:

        Ihr Wort , Herr Beck, in „Gottes Gehörgang“ !!
        ,Es ist i m m e r eine Frage der Kosten für den Endverbraucher!!!! . Gutes Beispiel für „absolute Notwendigkeiten“ ist die Autoindustrie – Hybrid,Elektro, Gas-Auto etc,etc, !!!!!!!

        Mozart