Algen-Enzym produziert Wasserstoff

Max Planck-Forscher entdecken Wasserstoff-produzierendes Algen-Enzym. Möglicherweise hat es Potenzial zur marktwirtschaftlichen Nutzung.

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Chemische Energiekonversion (MPI CEC) und der Ruhr-Universität Bochum (RUB) sind bei der Untersuchung  eines Enzyms unter dem Spektroskop darauf gestoßen, dass dieses Enzym in der Lage ist, im umfangreichen Maße Wasserstoff zu produzieren. Es handelt sich dabei um [FeFe]-Hydrogenasen, die die Forscher aus einer Grünalgenart, der Chlamydomonas reinhardtii, gewinnen.

Das neue Algen-Enzym ist äußerst ergiebig, ein einzelnes [FeFe]-Zentrum kann pro Sekunde bis zu 10.000 Moleküle Wasserstoff generieren. Dies macht das Enzym auch unter marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten interessant. Die Forscher wollen auf Basis der stattfindenden enzymatischen Prozesse eigenständige Katalysatoren zur Wasserstoffproduktion entwickeln.

Kommentare

Dieser Artikel hat 7 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. Werner Winkler sagt:

    fantastisch! wie könnte man sich hier beteiligen?

  2. Nebenerwerbskanzler sagt:

    Wasserstoff-produzierende Enzyme funktionieren in der ihr eigenen Umgebung, sonst würde es sie nicht geben. Dazu gehört auch eine gute Kompartimentierung, d.h. eine Abschottung von einzelnen Zellbestandteilen gegeneinander, eine effiziente Prozessführung durch Kontrolmechanismen und Entgiftungsreaktionen, also etwas was man im normalen (Zusammen-) Leben auch braucht und was in sich logisch ist (d.h. bei den Grünpflanzen ist es etwas anders wie in der Denke der Grünen , um im Bilde zu bleiben).
    Das Problem bei den Wasserstoff-produzierenden Enzymen ist nun gerade, daß sie extrem empfindlich gegen Sauerstoff sind und das kommt vermutlich massiv zum Tragen, wenn sie aus ihrer angestammten Umgebung für andere (hier technische) Zwecke entnommen wurden. Diese Empfindlichkeit und deren Beherrschung dürfte die größte Herausforderung für die Forscher auf diesem Gebiet werden.

  3. Lilly sagt:

    Dank für den Bericht aus Forschung und Entwicklung.

  4. Slavo, Prodanovic sagt:

    es ist wirklich an der zeit das andere, globale umweltfreundliche, verbrennungsarten für motoren kommen.

  5. Korrektor sagt:

    Die Überschrift ist falsch, weil Algen keine Bakterien sind!
    Cyanobakterien werden zwar auch als Blaualgen bezeichnet, was aber historisch bedingt ist, weil man sie früher den Algen zugerechnet hat.

    • kreator sagt:

      Im Artikel ist weder die Rede von Blaualgen, noch von Bakterien. Chlamydomonas reinhardtii gehört zu den Volvocales und ist eine Grünalge. Interessant wäre im Übrigen, ob der Wasserstoff aus Wasser gewonnen wird und wenn ja, woher die dafür benötigte Energie stammt. Aus Licht? Aber dafür benötigt die Photosynthese einen hochkomplizierten Apparat mit 2 Lichtreaktionen.

      • soltberg sagt:

        Soweit mein Schulwissen ausreicht, sind Enzyme spzielle Eiweiße, welche spezielle Reaktion katalysieren. Was nichts anderes heißt, als dass lokal, im Aktivenzentrum des Enzyms, Bedingungen geschaffen werden, welche die Reaktion bei Zimmertemperaur ablaufen lassen. Dies geschied mit einer exakten Positionierung von Funktionalen Gruppen (molekularen Bausteinen wie NH3). Verläuft die Reaktion endotherm, benötigt also Energie, so benötigt das Enzym Energie. In der regel ist der zeluläre Energieträger ATP. Und bräuchte dieses Enzym ATP zum aufspalten des Wassers, dann wäre ie Information kaum etwas Wert.