Pharmaindustrie will auf Einnahmen verzichten

Griechenlands Fast-Pleite bereitet der Pharmaindustrie zunehmend finanzielle Sorgen. Aus diesem Grund wollen die europäischen Pharmakonzerne Griechenland mit einer Deckelung der Medikamentenkosten entgegenkommen. Allerdings nur, wenn das Land im Gegenzug zusagt, seine Schulden vollständig zu begleichen.

Das griechische Gesundheitssystem steht angesichts maroder Haushaltskassen immer mehr unter Druck. Die Pharmaindustrie bangt deshalb um ihre Gewinne. Deshalb schlägt der europäische Pharmaverband Efpia nun vor, auf erhöhte Medikamenteneinnahmen aus dem Land zu verzichten.

In einem Schreiben an die griechischen Ministerien für Gesundheit und Finanzen bekundet die Industrie, die Rechnung auf 2,88 Milliarden Euro in diesem Jahr zu beschränken. Dafür fordert der Verband von der Regierung in Athen, dass keine weiteren Rückstände gemacht werden und die Schulden vollständig zurückgezahlt werden. Der Vorschlag ist dabei nicht ganz uneigennützig: Neben der Sicherstellung der Versorgung mit Medikamenten für Griechenland, will die Branche ihre Gewinne sichern. Bereits im Mai hatte die Pharmaindustrie eine Notversorgung mit Medikamenten geplant.

Das Gesundheitssystem in Griechenland steht vor dem Kollaps. Im Oktober verfügte die Regierung über eine Aussetzung der Medikamentenexporte, um Engpässen vorzubeugen. Zuvor hatten griechische Ärzte angekündigt, Patienten nur noch gegen Barzahlung zu behandeln. Im Juni fürchtetn tausende Apotheken im ihre Existenz (hier). Unterdessen liefern einige Pharmaunternehmen keine Produkte mehr nach Griechenland. So stoppte der Darmstädter Pharmakonzern Merck seine Lieferungen des Krebsmedikaments Erbitux an griechische Krankenhäuser. Auch der Konzern Biotest verweigerte weitere Ausfuhren von Medikamenten in das Land, wegen ausstehender Rechnungen in Millionenhöhe.

Für Efpia-Generaldirektor Richard Bergstrom wäre eine Deckelung der Medikamentenkosten nichts Neues: So sei ein entsprechendes Modell ist bereits in Portugal, Irland und Belgien zum Tragen gekommen.

Kommentare

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  1. neuer sagt:

    Die böse, böse Pharmaindustrie… unverschämt, Geld will sie haben für ihre Lieferungen. Also sowas! Da steckt natürlich wieder mal die Hochfinanz und GoldmanSucks dahinter. Klar. Die Schuldigen sind schell gefunden, denn es sind lt. Lieschen Müller immer die Gleichen.

  2. 99% sagt:

    Die Schulden abbauen geht mit diesem Schuldgeldsystem nicht!!!!!Geld wird in diesem System durch Schuld kreiert,und das weiß mann in der Hochfinanz eigentlich!!!!!Wenn die Menschen das weltweit mal verstehen würden!!!!Die Menschen werden so nur geknechtet.Bei uns auch ,es ist nur ne Frage der Zeit bis es hierangekommen ist.Deutscher Michel aufwachen noch schwimmt das Schiff etwas und mann kann das Ruder rumreissen!!!Schaut im Internet nach Plan B der Wissensmanufaktur,hört mal Herrn Dr.Franz Hörrmann zu.Das sind helle Köpfe die gegen die Verblödung der Ja-Sager kämpfen!!!

  3. consuela rodrigez sagt:

    Es ist unglaublich wie heuchlerisch diese Verbrecher sind. Sie zeigen ihre Fratze, denn Menschenleben sind diesen Kreaturen egal, nur der Profit stimmt. Aber es wäre soundso besser versuchen von den Medikamten los zu kommen, denn gesund machen sie nie, sie lindern nur. Die Ursache wird nie erruiert. Besser auf natürliche Mittel zugreifen. Die Natur hat alles für ein gesundes Leben. Doch da verdienen die Pharmafirmen nichts und das lassen sie nie zu.
    Die Welt steht auf dem Kopf. Da zocken Bänkster wie im Casino mit dem Unterschied, dass im Casino mit Verlust gerechnet wird, aber durch die gewählten Volksverräter haben sie mit keinen Konsequenzen zu rechnen. Nein, dafür beutet man das gemeine Volk aus und nimmt ihnen alles weg. Einfach nur mehr pfui die Volksverräter werden auch noch vor ihrem Richter stehen.

  4. nicht von Bedeutung sagt:

    Will auf Einnahmen verzichten – echt?
    Die haben wohl eher verstanden, dass da erstens nichts mehr zu holen ist und zweitens die Geduld der Leute auch ausgereizt ist. Nicht, dass am Schluss tatsächlich ein Volksaufstand gegen GoldmanSachs, äh das griechische Parlament passiert…

  5. Eiertütenbär sagt:

    Was ist denn eine Fast-Pleite? Guter Schachzug von der Pharma-Mafia. Krank wird man in Europa jetzt vermehrt, nur wird es bald keiner mehr bezahlen können!