Hohe Preise, niedrige Mieten: Immobilienblase in Deutschland

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) befürchtet eine spekulative Blase am deutschen Immobilienmarkt. Die zunehmende Abkopplung von Miet- und Wohnungspreisen könnte die momentane Marktsituation weiter verschärfen.

Einer aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaft (DIW) zufolge bestehe derzeit in Deutschland die akute Gefahr einer Immobilienblase. Grundsätzlich entsteht eine spekulative Blase durch auseinanderklaffende Miet- und Immobilienpreise, denn der Kauf einer Immobilie muss durch Mietzahlungen finanziert werden können. Vor allem in Berlin, Hamburg, Dresden und München haben sich in den letzten drei Jahren die Preise von den Mieten abgekoppelt, teilt das DIW mit. Inzwischen dauert es dort rund 25 Jahre, bis ein Investor den Kaufpreis über die Mieten eingenommen hat.

Die Autoren der Studie sehen die expansive Geldpolitik der EZB als eine Ursache für den starken Anstieg der Immobilienpreise. Niedrige Zinsen und eine schlechte Konjunktur laden Investoren ein, in Sachwerte zu investieren. Darüber hinaus sei seit dem Jahr 2000 ein steigender Bevölkerungszuzug in Großstädte zu verzeichnen. Dies verknappe das Wohnungsangebot und führe so zu höheren Preisen.

Durchschnittlich seien die Wohnungspreise um 6,5 Prozent gestiegen, während sich die Mieten im Schnitt nur um 1,8 Prozent erhöht haben. In Berlin, Augsburg, Hamburg, München und Nürnberg zogen die Wohnungspreise sogar um zehn Prozent an. Im Ruhrgebiet blieben die Preise hingegen relativ konstant. Die DIW-Ökonomen haben für die Studie Immobilien in 25 deutschen Städten betrachtet und neun Millionen Anzeigen im Internet ausgewertet.

Kommentare

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  1. tomorrow sagt:

    Kürzlich durfte ich mir während eines Gesprächs mit meiner Hauswirtin versichern lassen, dass sie dazu berechtigt sei, auch deutlich über dem ortsüblichen Mietspiegel zu verlangen. Das ginge auch bei einem Gebäude von BJ ´55. Ab da trennten sich unsere Auffassungen aufgrund des Baustandards. Sollte die Basismiete erhöht werden, kann und werde ich jedoch nichts dagegen unternehmen, weil sie für die (innerstädtische) Wohnlage mit deutlich unter 8 €/m² relativ niedrig ist.

    Was allerdings die Nebenkostenexplosion anbelangt und die ständig steigenden Energiekosten, könnte man fast den Eindruck gewinnen, hier sei das Ende der Fahnenstange erreicht. Aber weit gefehlt: Der Umweltminister erhöht die EEG-Abgabe um satte 2,67 Cent/KW/h. Super Idee, für den sauberen Strom. Ich merke ab 1.1. 2013 bestimmt, dass ich viel freier atmen kann.
    Gleichzeitig philosophiert er darüber, wie man locker 30% Strom sparen kann. Ohne zu erklären wie man das bewerkstelligen soll, wenn man seinen Haushalt weitgehend Energieeffizient betreibt. Nach teuren Investitionen in neue Elektrogroßverbraucher der besten Energieklasse sind vielleicht max. 3-8% Ersparnis drin, wenn die Geräte 15 Jahre in Betrieb sind. Für Neukäufer lohnt sich das vielleicht, aber ich werde meine jungen Geräte deshalb sicher nicht verschrotten.

    Unter dem Strich ist das Altmaiersche Spar-Gesülze eine reine Schutzbehauptung, souffliert von der Atomlobby.

    Andere Abgaben wie der horrend gestiegene Grundsteuer-Satz, die Gebäudeversicherung, Wasserversorgung, die Abfallentsorgung, Straßenreinigung, die Schornsteinfeger und alle anderen Dienstleistungen werden gnadenlos immer teurer.

    Wenn man als Werktätiger alle paar Jahre (außertariflicher) Tätigkeit in Gehaltsverhandlungen tritt, muss man gute Argumente haben.
    Nicht so die Lobbygesteuerte Politik. die nimmt sich einfach mehr. Nicht schlecht, davon kann einem nur schlecht werden. Harhar.

  2. hugin sagt:

    ZU HOHE MIETEN?
    Die Wohnungskosten bestehen aus Miete, Betriebskosten und Steuern.
    Im Testfall betragen von den gesamten BK, inklusive Heizung NUR Grundsteuer, Müllabfuh und Kanalgebühr 25%! dazu die teuren Heizkosten. Die Mieten sind nicht zu teuer, es sind die Betriebskosten und Steuern welche oft die Hälfte der Gesamtkosten betragen.

  3. Ullrich Strakow sagt:

    Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis.Dagegen wäre nichts einzuwenden.Wenn ich allerdings in Dresden den mit Steuermitteln subventionierten Abbruch größerer Wohnviertel mit grundsolider Bausubstanz zum Beispiel Dresden -Leuben registriere,dann ist offensichtlich eine künstliche Verknappung von Wohnraum beabsichtigt mit dem Ziel höherer Miteinnahmen.Wenn in Görlitz mit Steuermitteln Sicherungsarbeiten an heruntergekommenen Immobilien erfolgen , dann sollte in angemessenen Fristen über eine Zwangsenteignung nachgedacht werden.Schließlich darf ich mit Recht mein unversichertes Fahrzeug Wrack auch nicht im öffentlichen Raum stehen lassen.

  4. Saila sagt:

    Ist ja schön und gut, wenn man solche Nachrichten veröffentlicht. Dazu muss allerdings weiter ausgeholt oder in die Tiefe gegangen werden, um überhaupt auch nur einen Ansatz für steigende Immobilienpreise korrekt zu verstehen.

    In Zeiten, in welchen das Papiergeld keinen Wert darstellt, ausgenommen das von arbeitenden Menschen produzierte, muss man sich fragen, in was man überhaupt investieren kann. Insbesondere dann, wenn es auch um Rediteerzielung geht. Da ist Gold oder Silber oder sonstige Edelmetalle wohl nicht in dem Anlegerhorizont. Den es gibt keine Rendite bis auf die pure Spekulation einer Steigerung der genannten Metalle.

    Das die Mieten sich von den Immobilienpreisen abkoppeln ist somit schon einmal geklärt. Insofern hat dies kaum mit einer Blase zu tun. Es ist eine völlig normale Spekulation, welche für Anleger derzeit keine Alternative zeigt. Darüber hinaus ist der Sachwert der Gegenwert des Geldes, welches man für die Immobilie bezahlt. Blickt man etwas in die Zukunft, wird man feststellen, dass wir sich die schleichende Inflation (derzeit noch gehalten von der EZB) voraussichtlich auf mind. 5% steigen wird. In Verbindung mit einer finanzierten Immobilie ist das geradezu ein Schnäppchen bei heutigen Preisen.

    Was die Wohnungspreise betrifft – solange man in Ballungsgebieten leben möchte, muss man sich auf höhere Preise für eine Wohnung einstellen. Das war früher so und ist heute nicht anderst. Gerade dann, wenn wirtschaftliche Kraft im Spiel ist und dazu noch die Nachfrage (derzeit noch sehr stabil) ist, bedingt dies den Zuzug in Ballungsgebiete. Alleine auf Grund der Jobangebote! Das dies zu steigenden Mietpreisen führt ist eine Selbstverständlichkeit.

    Noch einmal zurück zur Immobilienblase, welche es in Deutschland so gar nicht geben kann. Den – die deutschen Banken sorgen auf Grund ihrer Ristriktionen für Wohnungsbaufinanzierungen dafür, dass
    a) nicht jeder sich eine Immobilie sich leisten kann
    b) es keine Niedrigzinsen
    c) feste Laufzeiten für die Finanzierung (also genau das Gegenteil von USA und Japan)
    und
    d) Ein Mindestkapital existieren muss.

    Wer hier also von einer Immobliienblase spricht (zumal der Häuserbau in einem ganz normalen Rahmen statt findet, wenn die wirtschaftlichen Rhamenbedingungen stimmen – wie derzeit), muss schon mit anderen Fakten in Form einer Nachricht auftreten, als dieser Inhalt der Nachricht es wiederspiegelt.

    Das nennt man auch Menschen verdummen, da die Nachricht auf Halbwahrheiten basiert.

    • D. Goldbaum sagt:

      Sehr geehrte Autorin,

      ich empfehle Ihnen sehr, sich zunächst mit der deutschen Sprache und deren Regeln sowie Gesetzmäßigkeiten zu beschäftigen, bevor Sie einen weiteren Versuch starten, sich als Autorin in Foren zu betätigen.

      Inhaltlich erlaube ich mir lediglich anzumerken, daß Sie die Realität verkennen, vermutlich deshalb, weil Sie selbst Besitzerin (evtl. auch Eigentümerin?) einer IMMOBILIE sind und sich Mut zusprechen müssen. Auch diesbezüglich rate ich zum Studium von diversen produktiven Quellen, Literatur etc. .

      Mit freundlichen Grüßen,
      D. Goldbaum.

  5. RicoCoracao sagt:

    heute beim staatsfunk tagesschau: proteste gegen hohe mieten in ballungsgebiete, die „demonstranten“ (oder darsteller?) fordern -mietobergrenzen- .. das sollte hauseigentümer aufhorchen lassen.. was da geplant wird.

    „Mietenwahnsinn stoppen“ – „gesetzlich festgelegte Mietobergrenze“
    http://tagesschau.de/inland/wohnungsnot102.html

  6. Albert Albern sagt:

    „Niedrige“ Mieten – das ist natürlich rein subjektiv betrachtet, selbst im Zusammenhang mit „hohen“ Preisen am Immobilienmarkt. Die „Preise“ haben nur eine kleine reale Grundlage, sonst unterliegen sie dem WUNSCHDENKEN!

    Dass dies dem Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung immer noch nicht ersichtlich ist, lässt sich nur mit dem Märchen-Sagen-Phänomen erklären, das in der Wirtschaftsforschung immer noch vorherrscht.

    Andere subjektive Betrachtung der Mietpreise, ganz aktuell:
    „ARD – Demonstrationen gegen hohe Mieten“
    http://www.tagesschau.de/inland/wohnungsnot102.html

    Wer hat nun Recht – die Demonstrierenden oder die Wirtschaftsforscher???
    Oder die Hohepriester der hohen Preise?

    • Tommy Rasmussen sagt:

      „Wer hat nun Recht – die Demonstrierenden oder die Wirtschaftsforscher???
      Oder die Hohepriester der hohen Preise?“

      Natürlich wie immer „die (auserwählten) Hohepriester der hohen Preise“, sonst würden die Menschen ja nicht revoltieren :

      Die EU Elitisten gehen mit ihrem NWO Projekt weiter, bis die Bürger so hungrig werden, dass sie revoltieren. Denn die Eurokraten haben nur EINEN regulativen Mechanismus, was den Euro anbelangt: strenge Sparmassnahmen und Armut. Die natürlichen Mechanismen der Nationen: Anheben der Zinssätze und Abwertung, wenn nötig, wurden abgeschafft.
      http://euro-med.dk/?p=28600#respond

      „Die Anerkennung unserer Herrschaft kann schon vor der Beseitigung der Verfassungen (ESM ???) erfolgen, wenn die Völker, ermüdet durch Unruhen und das gänzliche Versagen der Staatsleiter – welches Versagen durch uns herbeigeführt wurde -ausrufen werden: „Setzt sie ab, gebet uns einen Weltherrscher, der imstande ist, uns alle zu vereinigen und die Ursache unserer Feindschaft, d.i. Staatsgrenzen, Religion, Staatsschulden zu beseitigen, einen König, der uns Frieden und Ruhe schenkt, die wir unter unseren bisherigen Herrschern und Regierungen nicht finden können.“ Sie wissen es selbst sehr gut, daß man, um die Massen zu solchen Forderungen zu bringen, ununterbrochen in allen Ländern die Beziehungen zwischen Volk und Regierung verwirren muß, um die ganze Welt durch Uneinigkeit, Feindschaft, Haß, ja sogar durch qualvolle Entbehrungen, durch Hunger und durch Krankheiten, die wir ihnen durch Impfung verursachen, derart zu ermatten, daß sie keinen anderen Ausweg aus ihrem Elend sehen, als sich unserem Geld und unserer Herrschaft vollständig zu unterwerfen. Wenn wir den Völkern eine Atempause geben, dann kommt der günstige Augenblick vielleicht nie wieder.“
      http://euro-med.dk/?p=28242#comments

      JEDER MUSS DAS AUSFÜHREN WAS IHM EINIGE GRÖSSENWAHNSINNIGE BEFEHLEN :
      http://ebookbrowse.com/german-eggert-israels-geheimvatikan-bd-1-2001-pdf-d312647640
      http://www.vho.org/aaargh/fran/livres11/Eggert.pdf
      http://lupocattivoblog.wordpress.com/2010/03/25/die-privatisierung-des-weltgeldsystems/
      http://moltaweto.files.wordpress.com/2011/05/eggert-wolfgang-manhatten-berlin.pdf

  7. Leser sagt:

    Den Mietpreis in Deutschland als Indikator für eine vermeintliche Blasenbildung am Immobilienmarkt heranzuziehen ist schwachsinnig. Warum? Schlicht und einfach, weil in Deutschland der Mietpreis kein Marktindikator ist, sondern streng staatlich reglementiert ist. Über die Folgen solch hirnrissiger Politik will ich an dieser Stelle gar nicht sprechen. Fest steht jedoch, daß die Mieten in Deutschland kein zutreffender Indikator sind .

  8. ubjay sagt:

    Könnten Sie noch bitte mitteilen, wo die Mieten billig sein sollen.
    Ich sehe nur eine Verdopplung des Mietzinses seit Einführung des Euro.

  9. naja sagt:

    „Darüber hinaus sei seit dem Jahr 2000 ein steigender Bevölkerungszuzug in Großstädte zu verzeichnen. Dies verknappe das Wohnungsangebot und führe so zu höheren Preisen.“

    Wäre dies signifikant würden die Mieten auch steigen. Das Angebot würde sich verknappen. Da die Immobilienpreise stärker steigen deutet es auf spekulation hin oder einige „Parken“ ihr Geld. Zumindest ist eine Immobilie langfristig ein Verlustgeschäft. Interessant wäre es zu wissen WER kauft? Dies wird offenbar gerne verschwiegen. Ich vermute mal institutionelle Käufer. Sie bekommen billig Geld den sie irgendwo möglichst sicher anlegen sollen. Dadurch sparen sie Steuer.
    Für private Hauskäfer ist der Markt nicht attraktiv. Es wäre interessant wenn die zahlen aufgeschlüsset wären.

  10. www.makrointelligenz.blogspot.de sagt:

    Also ich muss die Kompetenz der DIW-Wissenschaftler in diesem Zusammenhang anzweifeln. Wenn es eine Blase gibt, dann bei den Finanzierungsbedingungen und nicht bei den Immobilienpreisen. Natürlich muss die Miete nicht in gleichem Maße wie der Immobilienpreis steigen, wenn die Zinsen für die Kredite starkt fallen, das ist auch nicht wirklich so komplex, dass es sich dem DIW nicht erschließen müsste:
    http://makrointelligenz.blogspot.de/2012/10/warum-fallende-realzinsen-zu-steigenden.html

    • Tommy Rasmussen sagt:

      Anwalt:

      09.10.2012 – Zwangsversteigerungen: Grundstückswerte halbiert – Der Wert der Grundstücke geht rapide nach unten, weil immer weniger Käufer vorhanden sind. Sollten Sie ein Wertgutachten in die Hände bekommen, dann sehen Sie nach der Marktanpassung, die einen Wert bei 0,5 ausweisen wird. Wir brauchen uns daher auch nicht zu wundern, wenn die Banken eines Tages Nachbesserung der Sicherheiten fordern, weil das Grundstück selbst als Wertträger inzwischen nicht mehr hinreicht. Der ’normale‘ Grundstücksbesitzer, der sich noch nicht in der Versteigerung befindet, merkt davon nichts, aber ein böses Erwachen könnte bevorstehen.
      http://www.lutzschaefer.com/index.php?id_kategorie=8&id_thema=258