Brüssel streicht Fördermittel für österreichische Bauern

Wegen zahlreicher Betrugsfälle hat die EU den österreichischen Bauern die Fördermittel gestrichen. Zahlreiche bewirtschaftete Felder wurden subventioniert, die eigentlich brachliegen müssten.

Die Landwirte in Österreich bekommen vorübergehend kein Geld mehr aus EU-Fördermitteln. Erst nach einer Prüfung durch die Gesellschaft Agrarmarkt Austria Marketing (AMA) kann die Zahlung, auf die viele der Bauern angewiesen sind, fortgeführt werden. Wie Stichproben der europäischen Behörden ergaben, wurden EU-Subventionen für bewirtschaftete Felder ausgegeben, die eigentlich hätten brachliegen müssen. Einige Bauern hatten sich dazu verpflichtet, auf die Bestellung von Flächen an Bergrandgebieten zu verzichten. Aus Gründen der biologischen Vielfalt müssen bestimmte Flächen naturbelassen bleiben.

Bislang konnten die österreichischen Behörden auf Nachdruck von der EU nur etwa 30 Prozent der Anbauflächen kontrollieren. Die Vermutung liegt daher nahe, dass noch weitaus mehr Betrugsfälle ans Licht kommen werden, je weiter die Untersuchungen voranschreiten. Der finanzielle Schaden für die EU ist bislang noch nicht abschätzbar. Daher hat die EU nun alle Agrarsubvention für österreichische Bauern eingefroren.

Bis zu einer Klärung des Sachverhaltes erhält kein Landwirt mehr Leistungen von der EU. Der Abgeordnete Anton Steixner von der ÖVP sagte, es sei zu Unstimmigkeiten gekommen, da viele Landwirte scheinbar zu Unrecht unter dem Entzug der EU-Gelder leiden würden. Darauf nimmt die keine Rücksicht. Einem Bericht des Austrian Independent zufolge fordere Steixner die Freigabe der Gelder durch die EU.

Die große Mehrheit der Bauern muss zunächst allerdings mit Zahlungsausfällen leben, unabhängig davon, ob im Einzelfall betrogen wurde oder nicht. Als Bedingung für die Fortzahlung der Agrar-Unterstützung müssen sich die Landwirte bei der AMA melden und ihren Anspruch geltend machen. Die Wirksamkeit der Agrarsubvention steht schon lange zur Diskussion. Gegen eine Förderung der EU sprechen beispielsweise die Verzerrung des Wettbewerbs in der Landwirtschaft und der vermeintlich sinnvollere Einsatz der Finanzmittel im Bereich der Arbeitsmarktpolitik.

Kommentare

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  1. meresi sagt:

    diese anschuldigungen sind völlig aus der luft gegriffen. in österreich existiert keine korruption u. wird es auch nie geben. in diesem land das von anständigen u. ehrlichen politikern regiert wird u. wo leistung sich noch lohnt u. TRANSPARENZ unser zweiter name ist können solche malverationen gar nicht existieren

  2. H. L. sagt:

    Der Artikel ist unseriös.
    Von einem Online-Artikel wäre ja wohl zu erwarten, dass er auch Links zu Quellen angibt. Gibt er aber nicht. Im Artikel erwähnt ist ein „Austrian Independent“. Wenn man sich die Mühe macht und diesem Hinweis nachgeht, findet man eine englische Internet-Seite, wo ungefähr das gleiche steht wie hier. Allerdings ist die englische Seite auch nicht seriöser und gibt auch keine Quellen an.

  3. hugin sagt:

    ÖSTERREICH KANN SICH DERZEIT NICHT SELBST ERNÄHREN
    Die Lebensmittel kommen aus allen Kontinenten, anstatt dass die Grundnahrungsmittel nach Möglichkeit im Bezirk erzeugt werden. Wenn die Lieferungen aus dem Ausland fehlen, hat Österreich große Probleme und eine Lebensmittelknappheit! Die Lebensmittel und Energieversorgung ist leicht verwundbar. Aber die Politiker machen sich keine Sorgen. Wichtig sind Exportförderungen und dank EU 300 Käsesorten.
    Wichtig ist auch das Katzenfutter, mit zahlreichen Variationen, wobei das teuerste „Wiskas gesundes Fell pro Kg € 33,80 (!) kostet.

  4. Österreichischer Kämmerer sagt:

    Werte Redaktion,

    in der Aussendung der Landwirtschaftskammer, zu finden unter
    http://www.agrarnet.info/?+AMA++Landwirte+erhalten+Herbstauszahlung+ab+15.+November+&id=2500%2C1750951%2C%2C
    wird darauf verwiesen, dass diese Auszahlungssperre nur Betriebe im Bereich „Prämien für Almfutterflächen 2012“ betrifft, bei denen bezüglich der Almflächen 2011 oder 2012 KEINE AMA-Vor-Ort-Kontrolle durchgeführt, abgeschlossen und eingearbeitet wurde.
    Eine Verallgemeinerung auf auf alle österreichischen Bauern ist daher laut dieser Information unzulässig!

  5. Zraxl sagt:

    Das wäre doch eine gute Gelegenheit, die Agrarförderung in der gesamten EU endlich abzuschaffen. Ersatzlos!

  6. Heidewitzka sagt:

    600 Millionen Euro an Subventionen für den Stierkampf in Spanien.
    Die spanischen Toreros , Stierkampfschulen, Stierzuechter , Arenenverleiher und alle, die sich diese Gelder abgreifen koennen, bekommen das ohne Gegenleistung.

    Nur „boese“ Sachen werden belohnt. So ein einfaches, sich in der Sonne wiegendes Kornfeld in Austria ist nicht „boese “ genug.
    Gelder einfrieren, aber zack zack, schnell schnell

    Siehe auch : http://www.andaluz.tv/nachrichten_costa_del_sol/det_nachrichten_costa_del_sol.php?idNot=3853

  7. Heinzelmann sagt:

    In Griechenland ,Italien und anderen PIGS Ländern wird seit jeher im großen Stil ganz offen betrogen.
    Warum wurden hier die Subventionen nicht abgeschafft?
    Offensichtlich will man sich das Wohlverhalten Österreichs bei Abstimmungen erpressen,wie schon einmal geschehen.
    Diese kriminelle Vereinigung EU muß dringend aufgelöst werden und die bisher Verantwortlichen müssen ,alleine schon wegen der Nichteinhaltung von bindenden Verträgen abgeurteilt werden.

  8. jay twelve sagt:

    Der Sinn und Zweck der EU-Kommission war von Anfang an der Missbrauch der Subvention, die Lenkung & Schenkung, damit die Großbauer & Großhändler ein Liter Milch oder Kilo Fleisch so lange über die zahlreichen Grenzen der EU schleusen und die Subventionen kassieren, damit es dann im Supermarkt übersalzen teuer wird.

    Wer erinnert sich nicht an die Tomatenberge in Italien, die auf Müllhalden verrotteten, Butterberge, die in die damalige UdSSR zum Spottpreis verhökert wurden, damit perverse Weise der EU Bürger 5 x so viel bezahlen muss als zuvor.

    Die EU-Kommission hat die Jahrtausend alte lokale Versorgung der Lebensmittel gründlich eliminiert, alles das, was sinnvollerweise direkt vom Bauer und vor Ort hätte konsumiert werden sollen, auf sehr lange und teure Reisen durch die ganze EU geschickt, damit die gierigsten unter den Bauern und Händler reichlich bedienen werden können.

    Ganze Herren von EU-Beamten wurden angeheuert, damit das schwachsinnigste System, das man jemals in der Welt kannte, zwecks scheinbaren Wachstumsraten aufrecht erhalten konnte.

    Die deutsche Autobahnen können ein Lied über die LKW Schlangen singen, die quer durch ganze EU Landwirtschaftliche Erzeugnissen kostspielig und mühsam transportiert, die man auch unvergleichbar günstiger vor Ort hätte beschaffen können.

    Für mich ist Türkei genau das Gegenteil von dem, was in der EU getrieben wird.
    Die Versorgung mit Landwirtschaftlichen Erzeugnissen wird weitesgehend lokal organisiert. Daher sind die Landstraßen (Autobahnen gibt es nur in Ballungsgebieten) weitgehend von LKW-s leer.

  9. Karunga sagt:

    Eine Subvention gehört nur ausbezahlt, wenn die Bauern auf Pestizide verzichten und wieder sinnvollen biologischen Anbau betreiben.

    Für denn Fall, dass es mal wieder mehr regnet und deshalb die österreichischen Bauern „zuviel“ Milch produzieren und Strafe zahlen müssten … Jagt wem immer sowas einfällt mit nassen Handtüchern in den nächsten Wald!