Moody’s: Irland braucht neue Finanzhilfen

Trotz der Einsparungen gehen von den Banken des Landes und der andauernden Schuldenkrise noch immer Gefahren für Irland aus, warnt die Ratingagentur Moody’s. Das abgeschwächte Wirtschaftswachstum zeigt ebenfalls, dass das Land weitere Hilfe benötigt.

Im nächsten Jahr soll das Hilfsprogramm für Irland auslaufen und der Zugang zum Anleihenmarkt wieder erreicht werden. Doch die Ratingagentur Moody’s geht davon aus, dass Irland auch vorbeugend noch Hilfe von den internationalen Gläubigern benötigt. Zwar sei der Sparkurs der Regierung beeindruckend, aber von den Banken und der anhaltenden Schuldenkrise gingen noch immer Gefahren aus, so Moody’s am Dienstag.

Erst kürzlich senkte die irische Regierung die Wachstumsprognose für 2013 von 2,2 auf 1,5 Prozent und für 2014 von 3,0 auf 2,5 Prozent. Die irische Zentralbank kam in ihrer jüngsten Studie sogar zu dem Schluss, dass das Land noch mindestens 22 Jahre zur Erholung brauchen werde.

Irland gilt noch immer in der EU als Erfolgsgeschichte in Sachen Bailout. Tatsächlich war das Bailout jedoch lediglich eine Erfolgsgeschichte für die Banken. Als das irische Bankensystem 2010 kurz vor dem Kollaps stand, beantragte Irland ein Rettungspaket im Umfang von 85 Milliarden Euro. Der Großteil davon, fast 65 Milliarden Euro, wurde in die Banken gepumpt (hier), während die irische Bevölkerung den Sparkurs der Regierung mittragen musste und noch immer muss.

Aus diesem Grund drängt die irische Regierung auch weiterhin darauf, den ESM zur direkten Rekapitalisiserung der Banken zu nutzen und dies auch rückwirkend machen zu können. Damit könnte Irland seinen Schuldenberg sehr schnell verringern und den Sparkurs lockern. Voraussetzung ist jedoch das Einverständnis der europäischen Partner, allen voran Deutschlands (hier). Auf der anderen Seite versucht aber gerade ein irischer Abgeordneter, den ESM mit einer Klage vor dem Europäischen Gerichtshof zu verhindern.

Kommentare

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  1. flonic sagt:

    Moody’s ruft: „Mehr Geld“. Und schon laufen alle und besorgen es. Es wird nicht gefragt warum, weshalb, wieso – es wird einfach gezahlt. Einfacher kann die Geldmaschine nicht funktionieren.

    Sollte da nicht mal was geändert werden mit den Ratingagenturen. Achja ich vergaß, sind ja allesamt arrogante und überbezahlte Banker die die Taschen nicht voll genug bekommen. Lieber streicht der Lobbypolitiker die Sozialausgaben als das die Banker sparen oder pleite gehen müssten.

    Es ist ein sehr schlechter Witz.

  2. Carmen Fischer sagt:

    Irland braucht Hilfe, Griechenland, Portugal, Spanien, Zypern und demnächst dann Italien und Frankreich……..fragt sich nun wer diese ganze Hilfe finanzieren soll 🙁
    Raus aus dem Euro!

  3. reiner tiroch sagt:

    obwohl auch die angeblich auf einem guten Weg sind, gell?

    • Vera Augustin sagt:

      So ist es, Herr Tiroch.

      Irland, Spanien, Portugal und UK – alles hochgelobte Musterschüler in Sachen Austerity.

      Doch wohin man auch sieht, nirgends stellt sich der prognostizierte Erfolg ein. Ja, dummerweise verschärft diese Politik beständig Lage der Musterschüler. Da aber für unsere betonköpfigen neoliberalen Ideologen nicht sein kann was nicht sein darf, müssen umso „härtere Reformen“ her. Wenn die Rosskur den Patienten kränker macht, muss eben die Dosis der falschen Medizin erhöht werden.

      Erinnert mich fatal an die Argumentationsweise muslimischer Fanatiker. Die sehen in der angeblichen Abwendung der Gläubigen von einer unbarmherzigen und möglichst strenggläubigen Auffassung des Islams, die Ursache für die Rückständigkeit ihrer Länder.