Jaguar baut erstes Automobilwerk in China

Während der Absatz von Jaguar Land Rover in Europa lahmt, sind die Verkaufszahlen in China im letzten Jahr stark angestiegen. Nun wird der englische Luxuswagen-Hersteller in Zusammenarbeit mit dem chinesischen Unternehmen Chery Automobile in der Nähe von Shanghai ein neues Werk errichten.

Der englische Luxuswagen-Hersteller Jaguar Land Rover (JLR) wird in Zusammenarbeit mit dem chinesischen Unternehmen Chery Automobile in der Nähe von Shanghai ein neues Werk bauen. Es wird das erste vollständige Automobilwerk der Engländer außerhalb des Vereinigten Königreichs sein. Die Produktion soll 2015 aufgenommen werden, berichtet die BBC. In einer gemeinsamen Erklärung sagten die beiden Unternehmen, sie wollten „hoch entwickelte Modelle für chinesische Konsumenten“ produzieren.

Die Verkäufe von JLR in China sind dieses Jahr bisher um 80 Prozent gestiegen. Von solchen Wachstumszahlen kann Europa, wo JLR 40 Prozent seiner Produkte verkauft, nur träumen. Durch die Produktion vor Ort können auch die chinesischen Einfuhrzölle eingespart werden. Welche Modelle in China gebaut würden, gab JLR noch nicht bekannt. Firmenchef Ralf Speth sagte aber, „um komplexere Produkte zu bauen, werden wir immer im Vereinigten Königreich bleiben“. Einige Modelle werden schon jetzt in Indien und Kenia montiert. Aber in Shanghai entsteht das erste vollständige Automobilwerk.

An dem neuen Standort baut JLR außer der Fertigungsstätte auch einen Forschungs- und Entwicklungsbereich. Eigentümer von JLR ist das indische Tata Motors. Gespräche mit dem chinesischen Chery Automobile hätten schon vor Monaten begonnen, so BBC. Man musste jedoch noch die Genehmigung durch die chinesischen Behörden abwarten. Bei JLR wird betont, die in China gebauten Autos würden zur existierenden Produktion hinzukommen. JLR habe nicht die Absicht, den Hauptfertigungsstandort Großbritannien zu verlassen. Die Expansion sei keine Gefahr für einheimische Jobs, sagte Ralf Speth. Einschließlich Zulieferer hängen 190.000 britische Jobs an JLR.

Kommentare

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  1. Hugo sagt:

    Ich arbeite bei einem in der deutschen autoindustrie und kann aber die negative erwas naiv geschriebene meinung dieses herren nicht teilen. Grosser respekt nach grossbritannien. Besonders auch unter dem hinblick wo jaguar vor wenigen jahren stand. Der kommentar dieses herren ist sehr arrogant und zeigt nur deutlich warum wir deutschen im ausland oft als überheblich und arrogant gelten!

  2. Branchenkenner sagt:

    Diesem Artikel fehlt die allerwichtigste Information überhaupt. Es gibt keine englischen Firmen Jaguar und Land Rover. Tatsächlich ist der Alleineigner dieser Fabriken die sich in England befinden, die indische TATA-Gruppe. Diese wiederum hat die Werke von Ford gekauft. – TATA selbst baut Primitiv-Automobile in Indien.

    Während der Eigentümerschaft von Ford waren die Marken Jaguar und Land Rover auch schon technologisch ziemlich mieserabel gewesen. Kein Wunder bei dem Eigner. Bestimmte Jaguar-Modelle basierten auf der Plattform des Ford Mondeo. Das sagt schon alles. Die indische TATA hat selbst nicht die geringste technologische Basis, sodass man gezwungen ist sämtliche wesentliche Bauteile für Jaguar und Land Rover zuzukaufen. Es gibt keine nennenswerte eigene Entwicklung. Die Autos haben sogzusagen zunehmend einen „Schrottcharakter“ auch wenn sie noch so glänzen und die Marken eine sagenhafte Vergangenheit haben. Ich kann jedem nur abraten sich ein derartiges Fabrikat anzuschaffen, falls er das Geld dazu hat. Er bekäme einen Inder geliefert, nicht im geringsten vergleichbar mit deutschen Topmodellen. Als Insider in der hiesigen Automobilproduktion kann ich das beurteilen. Viele Leute kennen aber nicht die wahren Verhältnisse hinter dem Markennamen. – Gleiches gilt analog für die Marken, Volvo, Aston Martin und Saab sowieso.

    • mercurius sagt:

      @branchenkenner: Nomen non semper est omen…
      Wer JaguarLandRover kauft, kauft britische Automobile. Die Werke stehen in Birmingham, Liverpool und Solihull.

      JaguarLandRover gehört dem indischen Mischkonzern Tata. Dieser hat JLR in der Tat von der Ford Motor Company im Jahr 2008 für umgerechnet ca. 1,5 Mrd. Euro gekauft. Tata ist eine Firmengruppe mit mehr als 100 Unternehmen verschiedenster Branchen mit weltweit über 300.000 Mitarbeitern. JLR passte ins Portfolio der Inder, die im hochleveligen Technologiebereich noch Aufholbedarf hatten. Insofern kaufst Du mehr Jaguar, wenn Du einen Tata kaufst als umgekehrt.

      JLR arbeitet seit der Übernahme durch Tata absolut selbstständig, was Entwicklung, Design und Technologie angeht. Lediglich neue Vertriebswege, wie z.B. in China werden durch Tata geebnet.

      Als „Insider“ der hiesigen Automobilproduktion muss man solche Details natürlich nicht wissen. Mit der „deutschen-Topmodelle-Brille“ auf der Nase fällt die Sicht auf globale Märkte vielleicht etwas schwer…