Aufträge im Bauhauptgewerbe sinken um 3,8 Prozent

Das Wirtschaftswachstum in Deutschland hat sich im dritten Quartal weiter abgeschwächt. Aufgrund mangelnder Nachfrage drosselten die deutschen Unternehmen ihre Investitionen. Das Bauhauptgewerbe leidet unter einem Einbruch bei den Aufträgen, Stellenabbau ist die Folge.

Im September dieses Jahres sind die Auftragseingänge im deutschen Bauhauptgewerbe gegenüber dem Vorjahresmonat preisbereinigt um 3,8 Prozent gesunken, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. Während die Nachfrage im Hochbau noch leicht um 2,0 Prozent wuchs, ging sie im Tiefbau hingegen um 10 Prozent zurück. Damit sank der Gesamtumsatz gegenüber September 2011 um 2,7 Prozent auf 8,8 Milliarden Euro. Auch ein Stellenabbau ist verzeichnet worden. 18.000 Menschen weniger als noch im Vorjahresmonat arbeiteten im Bauhauptgewerbe.

Die Entwicklung in der Bauindustrie ist jedoch auch im Zusammenhang mit dem deutschen Wirtschaftswachstum zu sehen. Im dritten Quartal nahm das BIP nurmehr um 0,2 Prozent zu. Im ersten Quartal verzeichnete es noch ein Wachstum von 0,5 Prozent. Die Ergebnisse im vierten Quartal dürften nicht wesentlich besser ausfallen. Es wird damit gerechnet, „dass die deutsche Wirtschaft das Jahr wohl in kläglichem Zustand beenden dürfte“, sagte Markit-Ökonom Tim Moore bereits am Donnerstag (hier).

Sowohl auf Seiten der Unternehmen selbst, als auch bei den Verbrauchern herrscht große Unsicherheit. Aufgrund der schlechten Auftragslage drosseln die Unternehmen derzeit ihre Produktion, senken ihre Investitionen und die private Konsum nimmt ab. Entsprechend verlangsamte sich auch der Anstieg der Steuereinnahmen im Oktober.

Kommentare

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  1. Jürgen Kunz sagt:

    Das scheint mir bereits ein schwacher Schein des Platzens der „Immobilienblase“ zu sein. Die Gänsefüsschen setze ich deshalb, weil die Preisentwicklung noch überschaubar ist. Und doch müssen bei fallenden industriellen Erzeugerpreisen Löhne und Gehälter in ähnlicher Richtung gehen. Dazu kommt: Wer jetzt wegen extrem niedriger Bauzinsen baut, macht oft eine bisherige Mitwohnung frei.
    Wer soll da als Mieter hineinziehen und Miete zahlen? Die Bevölkerung sinkt und die Immigranten suchen bestenfalls Billigwohnraum.
    Alles das wirkt alles andere als Preistreibend.

    • DK_Jule sagt:

      Meines Wissens nach war in DE seit über 10 Jahren (seit dem Nachwendeboom, den es kurz mal gab) die Bauquote die niedrigste der gesamten EU, wenn nicht sogar der gesamten OECD. Hier war eher Unterinvestition und Unterauslastung. Wenn jetzt also momentan ein wenig die Bautätigkeit anziehen würde, wär das eher ein Nachholeffekt nach einer langen Schwächephase. Die Geschichte vom „Immobilienboom“ wg. niedriger Zinsen erscheint mir aber auch weit hergeholt.

      wenn man dann noch bedenkt, dass DE generell die niedrigste Eigenheimquote in der EU hat. Selbst dicht besiedelte Länder wie GB haben höhere Eigenheimquoten.

    • DK_Jule sagt:

      Des weiteren seh ich noch eine weitere Schwachstelle: zumindest in meiner Region hier wird teilweise am Markt vorbei gebaut. Luxuswohneinheiten obwohl die Nachfrage günstiges Wohnen sucht.

  2. Black Hole sagt:

    Was soll das?

    http://boerse.ard.de/boerse-im-ersten/index.html

    Licht am Ende des Tunnels.
    Ich verstehe da nur:
    Leute ihr koennt unbedenklich fuer Weihnachten einkaufen. Alles ist gut keine Sorge
    Oder was soll das?