Verschwendung: EU fördert mit 250.000 Euro Spiele-Messe in Paris

Nach dem Scheitern der EU-Budgetverhandlungen fragt man sich, wofür all das Geld benötigt wird. Die Liste ist bemerkenswert: 360.000 Euro braucht man, um die "europäische Identität eines Parks" zu beschreiben; die Website einer Generaldirektion kostet 719.000 Euro.

Neben der schlechten Beziehungen zwischen Angela Merkel und Francois Hollande führten auch die angestrebten Kürzungen der umfangreichen Agrarsubventionen zu einem Scheitern der Verhandlungen über das neue EU-Budget (hier). In diesem Zusammenhang lohnt sich ein genauerer Blick auf das, wofür in der Vergangenheit die Steuergelder der EU-Bürger eigentlich noch so ausgegeben wurden.

Der Think Tank Open Europe Berlin hat ein paar sehr interessante Projekte aufgetan, die mit EU-Geldern unterstützt wurden. So förderte die EU beispielsweise zwischen 2008 und 2010 eine im Ethografischen Museum in Zagreb umgesetzte Ausstellung mit 150.000 Euro aus dem Europäischen Kulturfördertopf. Die Ausstellung zur „sozialen Relevanz von Kaffee“ war Teil des Projekts „Unternehmerische Kultur und europäische Städte“ und lief unter dem Motto „Lasst uns Kaffee trinken“.

Ein aktuelleres Beispiel ist die in der letzten Novemberwoche in Paris stattfindende Videospiel-Messe „Game Paris“. Hier werden neue Videospiele, die in Frankreich entwickelt wurden, vermarktet und die „Game Paris Awards“ verliehen. Open Europe Berlin zufolge wurde die Messe mit 250.000 Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung mitfinanziert. Ebenfalls eine äußerst interessante EU-Förderung betrifft den Drielandenpark an der deutsch-belgisch-niederländischen Grenze. Die dortigen Behörden haben sich im vergangenen Jahr bei dem Europäische Beobachtungsnetz für die territoriale Entwicklung und den territorialen Zusammenhalt (EPSON) mit einem Landschaftsprojekt um EU-Gelder beworben: Kostenpunkt 360.000 Euro. Das Projekt soll die „europäische Identität des Drielandenparks beschreiben, aus der eine grenzüberschreitende Landschaftsvision und Verbindungen zu europäischen Politiken entstehen“. Der Drielandenpark hat den Zuschlag bekommen – ob die Gelder bereits gezahlt wurden, ist nicht klar.

Aber natürlich hat die EU auch Gelder der Steuerzahler in eigener Sache eingesetzt. So hat die Generaldirektion Justiz der EU-Kommission 2010 für das Design ihres neuen Internetauftritts 718.620 Euro ausgegeben, wie das Finanztransparenzsystem der EU angibt. Etliche EU-Gelder werden auf diese Art und Weise in großem Umfang verschwendet. Erst kürzlich gerieten die Ausgaben des EU-Regionalfonds in die Kritik – allein ein effiktiverer Einsatz der EU-Mittel auf dieser Ebene könnte Deutschland bis 2020 30 Milliarden Euro sparen (mehr bei den DWN – hier). Ähnlich verhält es sich beim Europäischen Parlament: Die zwölf Transporte der Abgeordneten und ihrer Angestellten pro Jahr von einem Sitz des Europäischen Parlaments zum anderen kosten den Steuerzahler jährlich fast 200 Millionen Euro (hier).

Kommentare

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  1. Dankmar sagt:

    Die EU-Planwirtschaftbehörde konnten noch nie mit Geld der europäischen Steuerzahler sorgsam umgehen, nur die Mafia in Italien und anderswo haben von den EU-Dummköpfen prächtig „verdient“.

  2. Jochen sagt:

    Die Verschwendung der EU + Agrarsubventionen und die Griechenlandhilfe, sollten die Herrschaften der EU jeden einzelnen Europäer als Weihnachtsgeld zukommen lassen.
    Dann brummt die europäische Wirtschaft aber mal wieder richtig.
    Das nenne ich dann mal sinnvolles Geld verteilen !!!!!!!

    Die OECD malt auch schon wieder ein düsteres Bild:
    http://www.bwinvestment.de/wirtschaf1.html

  3. hugin sagt:

    BROT UND SPIELE
    Wenn das Brot weniger wird, dann müssen die Spiele mehr weren !
    Altes Rom und Heute:
    Gladiatoren – Boxen, Fussball, Skizirkus
    Wagenrennen – Grand-Prix, Motocross, Motocrash
    Völkerwanderung – Asylantenstrom
    Ende des Reiches – Ende der EU

    Das Alte Rom sind wir ! !

  4. Agincourt sagt:

    Erstaunlich, daß es nicht 250 Millionen Euro sind…

    Werden auf der Pariser Spielemesse doch jene Baller- und Killerspiele vorgstellt, mit denen das neue Sub-Prekariat EUropas zu gehorsamen und effektiven Kanonenfutter in den kommenden Weltordnungskriegen – gerne auch gegen das Volk selbst – konditioniert wird.

    Das sollte doch der „EU“ ein paar Euro mehr wert sein als die paar Scheinchen, die sie da spendiert hat.

  5. Franke sagt:

    Wenn Geld da ist wird es ausgegeben. Und die EU lebt schon immer aus dem Vollen. Mit Abschaffung Brüssels wäre vielen Staaten geholfen und viele der heutigen Probleme wären nicht vorhanden. Und man könnte mit dem Geld, das Brüssel kostet, immer noch Rettungspakete schnüren!

    • Unrechts-Populist Nr.1 sagt:

      Man darf ja noch träumen und kann sich verzückt vorstellen, daß Flandern bald sowohl Belgien auch gleich die EU-Plünderungsunion verläßt. Dann wird die parasitäre Brüssler Enklave schon mal geographisch ausgetrocknet.
      Und der absolute Traumjob für etliche bislang €U-Gepeinigte wäre:
      Transitstrecken-Gebührenkassierer.
      Was für ein köstlicher Gedanke, wenn die EU-Nomenklatura beim Transit kontrolliert, gefilzt und abkassiert wird. Vor laufender Kamera selbstverständlich.
      Dann hätten diese Schranzen endlich ihre €UdSSR.

  6. Tom sagt:

    „Verschwendung: EU fördert mit 250.000 Euro Spiele-Messe in Paris“ – passt doch, – panem et circenses, oder Brot und Spiele für das Volk …

    … der Mob muss „eingelullt“ werden … 😉

  7. Hanson sagt:

    Na wunderbar – so ungeheuerlich wie erwartbar.
    Das passiert eben, wenn man Regierungen und nichtmal mittemäßig intelligenten Politikern die Verfügung über Geld überläßt, das ihnen nicht gehört und die Entscheider sich keinerlich Sorgen über jedwede Haftung machen müssen.
    Das weiß eigentlich jeder.
    Aber hingewiesen sei auf den heutigen Artikel mit den Aussagen des Vollidioten Krugman, dem mehr als Enteignung nicht einfällt und der sicher davon ausgeht, daß der Staat Geld besser einsetzen kann als der Bürger.
    Warum Krugman noch nicht nach Nordkorea umgesiedelt ist, kann man sich fragen.

    • Steuern sind ein Mittel der Unterdrückung sagt:

      Richtig, möchte Ihnen aus vollstem Herzen zustimmen – sowohl was die Politiker im Allgemeinen angeht, als auch was Krugmans Aussage anbelangt. Viele werden seine Aussage abfeiern und sich dabei nicht im Klaren darüber sein, dass sie am meisten zur Kasse gebeten werden.

  8. J.J.Rousseau sagt:

    Wer regt sich darüber auf? Der hat die EU nicht verstanden! Also nochmals ganz kurz: Die EU ist ein Konstrukt der Bankster, Konzerne und gekauften Politikern (gekauft durch die Bankster und Konzerne). Es geht nur um Wirtschaft und Profit. Das Falschgeld Euro ist dazu da, die Menschen global in die Schuldenfalle zu ziehen und sie als Schuldsklaven in Angst und Schrecken zu halten. Profitieren von der EU tun nur wenige reiche, die immer reicher werden. Die Sklaven verarmen. Das Ganze ist eine Neuauflage untergegangener Reiche – daher hat auch die EU keinen Bestand. Denn auf Gier und Profit baut sich keine Welt.

    • Steuern sind ein Mittel der Unterdrückung sagt:

      Genau, und es gibt genug Funktionäre, die dies auch offen zugeben. Das Problem, vor allem hierzulande ist, dass die Menschen den Politikern und dem Geldadel nicht zuhören. Die EU-Technokraten wünschen sich das Mittelalter zurück. Es gibt ein paar Lehnsherren, der Rest sind Vasallen, die im Hamsterrad treten müssen bis zum Umfallen. Der Lohn dafür sind dann immer weitere Steuern. Auch was den sog. Klimaschutz und Emissionsrechte anbelangt, soll die Industrie und letzten Endes der Bürger, einen Ablass an das Hause Rothschild zahlen. Die Politiker-Garde wähnt sich offenbar geschlossen auf der Lehnsherren-Seite, auf dieser Seite stehen jedoch nur ein paar wenige Superreiche.

  9. biene sagt:

    Zur Verschwendung, oder sollte man schreiben, zur Verwendung für ?????????
    Die haben sie doch nicht mehr alle, diese Herrschaften sollte man auf jeden Falle finanziell zur Verantwortung ziehen. Am besten Enteignen, Einsperren und Steine für den Strassenbau klopfen lassen und zwar die nächsten 40 Jahre.