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Spiel auf Zeit: Neuer Griechenland-Deal reicht nicht aus

Trotz der neuen Einigung über Griechenland ist der Schuldenabbau nicht nachhaltig: Bundeskanzlerin Merkel verschiebt die eigentliche Entscheidung über die Zukunft Griechenlands auf die Zeit nach der Bundestagswahl 2013.

Die beschlossenen Hilfeleistungen für Griechenland gehen nicht weit genug, obwohl viele Milliarden in das Land fließen. Gemessen an der griechischen Wirtschaftsleistung wird das Schuldenniveau nur auf 126,6 Prozent bis 2020 sinken. Die angepeilten 124 Prozent würden nicht erreicht, berichtet die FT. Die Entscheidung über die Finanzierung der Differenz wurde von den Finanzministern vertagt.

„Griechenlands Schuldenproblem wurde nicht gelöst, vielmehr wurde es auf einen Zeitpunkt nach den Bundestagswahlen hinausgezögert“, kritisiert Frank-Walter Steinmeier, Fraktionsvorsitzender der SPD in einem Fernsehinterview mit dem ZDF. Dann kann es zu einem weiteren Schuldenerlass für Griechenland kommen, den die Kanzlerin jetzt schon in Kauf nimmt.

Damit das nicht passiert, suchen EU-Beamte neue Wege, um die griechische Schuldenlast bis 2020 zu reduzieren. Ein Vorschlag sieht eine Senkung des Betrages vor, den Griechenland zahlen muss, um Zugang zum EU-Entwicklungsfonds zu erhalten. Dadurch könnte das Schuldenniveau des Landes um die geforderten 2,6 Prozent gesenkt werden. Jede weitere Schuldensenkung würde für die Gläubiger in der Eurozone Verluste bedeuten. EU-Beamte sind der Auffassung, dass Griechenland frühestens Ende 2014 ein Budget-Überschuss erreichen kann, um seine Schulden teilweise allein zu bezahlen.

Selbst wenn die Regierungen der Eurozone mit ihren Rettungsaktionen das Sparziel für Griechenland bis zum Jahr 2020 erreichen würden und keine Verluste hinnehmen müssten, wären weitere finanzielle Hilfen für Griechenland notwendig. Denn das Schuldenniveau des Landes soll bis 2022 deutlich unter 110 Prozent der Wirtschaftsleistung reduziert werden.

Nach dem Deal zur Griechenland-Rettung könnten also europäische Regierungen, allen voran die deutsche, noch höhere Verluste für ihre Rettungskredite in Kauf nehmen müssen. Dreimal haben sich die Finanzminister der Eurozone in den vergangenen zwei Wochen getroffen, um über die Auszahlung neuer Tranchen für Griechenland zu beraten. Schließlich haben sie sich auf eine erste Hilfeleistungen in Höhe von 34 Milliarden Euro geeinigt.

Kommentare

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  1. Jürgen Wehder sagt:

    Deutschlands Schuldenniveau ist kontiunierlich am steigen. Es ist nur eine Frage der Zeit bis die Ratingagenturen zuschlagen. Die absurden Hilfspakete helfen niemanden mehr in Europa ausser den angelsächsischen Finanzoligarchen. Sie werden die Gewinner sein und Deutschland nach dem Kollaps unterjochen. Deutschland hat wahrscheinlich global schon 3,5 bis 5 Billionen Schulden. Wenn jemand glaubt, dass der Euro noch gerettet werden kann, hat die Realität völlig verloren. Das ganze Eurodesaster ist gewollt von einer kleinen Oligarchengruppe, die den Euro eliminieren wollen. Denn der Dollar als Weltwährung ist im Begriff seine Existenz zu verlieren. Dem muss entgegengesetzt werden. Ich werde den Verdacht nicht los, dass nach dem Kollaps eine neue Währung kommt, die Dollar heissen wird. Byby altes Europa.

  2. Schleswig sagt:

    Verdammt noch mal wann nimmt Griechenland endlich seine Zukunft in die eigene Hände. Diese ewige Schnorrerei.

  3. hagen von biesenthal sagt:

    die redaktion könnte ja mal auch auf das target 2 problem hinweisen. da stand vor kurzem
    im handelsbaltt in interessanter artikel; „euro-rettung bindet deutschland an einen leichnam“.
    mittlerweile ist bei der ezb ein schuldenberg der euro zone von über 800 hundert milliarden!! vorhanden(die billion wird ende 2012 erreicht sein).
    zitat: „ezb-präsident draghi-avelli hat deutschland fest im würgegriff. durch das target2-system zwingt die ezb die bundesbank, den gegenwert von fast zwei dritteln aller deutschen ausfuhren in die euro zone mit öffentlichen geldern auf unabsehbare zeit zwischen zu finanzieren.“
    genau hinhören, der schuftende michel läßt anschreiben zu 66 prozent und wird obendrein verhöhnt, nicht genug in die euro zone einzuzahlen. unser höchstes gericht und deren präsident hat bereits durchblicken lassen, „er wolle die gerichtliche entscheidung über die anleihekäufe so lange verschleppen oder weiterreichen, bis die ezb fakten geschaffen hat“ – da reibt sich goldmann sachs schon seine klebrigen hände….
    und nun wählt mal schön…. wir gönnen uns lieber einen saunagang in omis garten, selbst gebrautem bier und spielen auf der harve und lassen die ddr aufleben, das tut der seele gut…

  4. Moon sagt:

    Wo sind jetzt eigentlich die „Experten“, die uns vor einigen Monaten noch weis machen wollten, dass Deutschland nicht nur KEIN tatsächliches Geld überweist, nein, sondern auch noch daran verdient, dass wir Bürgschaften für Griechenland ausreichen? Summa summarum 600 Mio.€ Zinseinnahmen stehen heute 715 Mio.€ abgeschriebene Zinseinnahmen des nächsten Haushaltsjahres gegenüber.

    Und wo hört man diese „Experten“ dazu mal irgendwie Stellung beziehen? Nirgends!

    Mir bleibt wirklich nur noch entsetztes Kopfschütteln und vorsorgen für die ganz große Krise :-(.

  5. Werner sagt:

    „…Spiel auf Zeit: Neuer Griechenland-Deal reicht nicht aus …“

    Natürlich weiss jeder Depp dass die „Rettungsprogramme“ nicht ausreichen weil ja auch garnichts gerettet wird sondern lediglich der Bankrott Griechenlands verschleppt wird . Da aber unere Politiker ihre Nichrettung , ihren Rettungs-Fehler , nicht eingestehen wollen gehen halt die Zahlungs-Programme so lange weiter bis entweder auch wir nicht mehr Zahlen können oder das Volk im nächsten Herbst unsere „Rettungs-Parlamentarier“ vor sich selbst und einer neuen Lrgislatur-Periode rettet .

    Liebe Mitbürger , helft unsere Parlamentrier vor einer weiteren Legislatur-Periode zu retten !

    mfg. Werner

  6. Protestant sagt:

    Während alte Menschen nach 44 Arbeitsjahren 600 € Rente erhalten und sogar nach einem Schlaganfall und teilweise gelähmt ,noch bei Wachdienste arbeiten müssen , da verschenken diese Parteibonzen des Parteienkartells unser Geld an andere Staaten , in die EU – Hochburg und zocken mit dem Geld der Rentner (HRE) in Irland . Wie blöd muss ein Volk sein ,dass das nicht nur zuläßt , sondern immer wieder diese Verarmungsakrobaten für ein Hirngespinst wählen . Ich schäme mich , für solch einen Staat..Dieser ganze Mist wird auch noch von der SPD , den LINKEN und Grüne forciert und Sie glauben auch noch fortschrittlich zu sein , dabei etablieren eine reaktionäre Verarmungsorgie , mit der ich als ehemaliger“SPD´ler “ und danach „LINKE “ nichts mehr zu tun haben will. Dieses linke reaktionäre Establishment läuft seit Jahren Amok gegen die eigene Klientel . Das ist der eigentliche Skandal und ein Verbrechen ,weil Gewerkschafter und die Medien dazu schweigen. Für mich gilt : NIE WIEDER LINKS oder eine andere Einheitspartei.

    • Steuern sind ein Mittel der Unterdrückung sagt:

      Richtig, das sehe ich genau so. Dies gilt selbstverständlich für jede einzelne Partei, welche im Bundestag sitzt. Diese Leute können nicht von ihren Ideologien abrücken. Alles was auch nur annähernd nach national klingt, wird in die rechte Ecke gedrückt oder als Kleinstaaterei abgetan. Ihre globale und zentralisierte Welt ist alles andere als fortschrittlich – es ist ein Schritt zurück in den mittelalterlichen Feudalstaat. Wir müssen dieses Land davor bewahren, dass es noch weiterhin von dieser Parteiendiktatur, in der sich fünf Block-Parteien einig sind, vernichtet wird. Deutschland ist ein Land von vielen in Europa. Die Menschen wollen hier einfach nur in Frieden leben dürfen ohne sich den ständig Gedanken darüber machen zu müssen, wie man den nächsten Tag überlebt. Wir sind ein ganz normales und friedliches Volk, dass ein Recht auf eine Existenz hat. Großmacht-Fantasien, hat hier nur eine kleine, korrupte und kriminelle Clique.