Spanien: Kurzarbeit verschärfte Problem der Abeitslosigkeit

2007 zur Zeit der platzenden Immobilienblase in Spanien hatte jeder Dritte der spanischen Bevölkerung einen Zeitarbeitsvertrag. Jeder zehnte Spanier war im Bausektor tätig. Eine verheerende Kombination, wie die US-Zentralbank Fed nun aufzeigt.

In der Öffentlichkeit wird ein besonderes Augenmerk auf die hohe Arbeitslosenquote in Spanien gelegt. Dabei lag die Quote im Jahr 2008 noch bei acht Prozent. Momentan steht sie bei 25 Prozent. Die Frage ist, wie sie innerhalb so weniger Jahre derart in die Höhe schnellen konnte. Eine neue Studie der US-Notenbank Fed sieht zwei wesentliche Gründe dafür.

Spanien hatte im Jahr 2007 einen besonders großen Zeitarbeitssektor. 32 Prozent der Bevölkerung hatte zu diesem Zeitpunkt nur einen Zeitarbeitsvertrag. Im EU-Durchschnitt war der Prozentsatz gerade einmal halb so hoch. Dadurch konnten die spanischen Firmen in Zeiten der Finanzkrise ihre Belegschaft schnell entlassen. Die Entlassungen sorgten für eine gewisse Flexibilität der spanischen Firmen, aber trugen auch dazu bei, dass sich die arbeitende Bevölkerung in dem Land deutlich reduzierte.

Ein zweiter Grund liegt in der hohen Beschäftigung im Bausektor vor der Finanzkrise. So waren 13 Prozent der spanischen Arbeitskräfte im Baugewerbe gebündelt. Zum Vergleich: In der Eurozone waren es im Durchschnitt acht Prozent und in den USA gerade einmal sechs Prozent. Die Immobilienblase und schuldenfinanzierte Projekte haben in Spanien den Arbeitsmarkt gestützt. Als die Blase platzte, hatte das verheerende Folgen für den spanischen Arbeitsmarkt.

Dennoch könnte genau diese frühere Zeitarbeitsstruktur in Zukunft wieder zu einer Erholung der Wirtschaft beitragen, so die Fed. Spanische Firmen könnten im Fall eines konjunkturellen Aufschwungs auf flexible Arbeitskräfte zurückgreifen. Trotzdem werde es noch eine Weile dauern, bis sich das Land wieder erholt, vor allem im Hinblick auf die miserable Situation spanischer Banken, heißt es in der Studie.

Kommentare

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  1. Michael H sagt:

    Gründe für die hohe Arbeitslosigkeit in Spanien : Der Beitritt in die EU, der Rückschritt in die Planwirtschaft.

  2. 2 . Hand sagt:

    Von 8 auf 25% ist ein guter schnitt . So sieht es EU gern

  3. Raus aus Deutschland sagt:

    Wir haben eine verhängnisvolle Spirale was jeder Volkswirt sehen kann.
    Die Unternehmer und vermögenden Menschen haben bereits zum Grossteil ihr gesamtes Kapital aus der Euro-Zone heraus in Sicherheit gebracht.

    Dieses Kapital ist notwendig für Investitionen damit wieder Arbeitsplätze geschaffen werden.
    Allerdings gehen dieses Personen von einem Zusammenbruch der Euro-Zone aus.
    „Greife niemals in ein fallendes Messer“

    Es macht keinen Sinn in einem solchen volkswirtschaftlichen Zustand zu investieren.
    Niemand mit Verstand würde dies machen.

    Folge ist also erhöhte Arbeitslosigkeit, Depression und am Schluss ein Zusammenbruch des gesamten Wirtschaft- und Finanz-Systems.

    DANACH, und erst danach wird es wieder Investitionen geben.

    Wir haben den Zustand das die Menschen der Mitelklasse welche tatsächlich schon zur Unterklasse gehören weiter verarmen.

    Reformen wird es sehr spät geben weil die Regierungen massiv den Zusammenbruch heraus zögern was aber auch verständlich ist denn KEINER will für den Crash verantwortlich sein.

    Ergbnis sind aber SIEBEN sehr magere Jahre die bevorstehen für welche, die nicht vorgesorgt haben.

    Sehr mächtige Personen erkennen aber das es durchaus Sinn macht und von eigenem Vorteil ist Deutschland in Europa regieren zu lassen weil gerade jetzt überdeutlich wird das die meisten anderen Länder nichts von alleine organisieren können. Der Staatsapparat ist unfähig zu Reformen in diesen Ländern.

    Ein enges Bündnis mit den USA und Israel verspricht sehr hohe strategische Vorteile für Deutschland.

    Erst wenn Vertrauen wieder im Markt ist wird es Investitionen geben!
    Dazu muss es eine Neue Weltordnung geben. WIE diese nun aus sieht und WER dann das sagen hat wird sich heraus stellen.
    Die Asiaten und zwar ganz vorne China, Japan und Korea werden da aber mitspielen.

    Volatile Zeiten sind sehr gute Zeiten an der Börse und im Wirtschaftleben.

    Ich wünsche jedem das er/sie diese Zeichen erkennt und entsprechend handelt.