Streit geschlichtet: EU zahlt für Rettung des französischen Stahlwerks

Der Streit zwischen der französischen Regierung und dem indischen Stahlkonzern ArcelorMittal über das Werk in Florange ist beigelegt. Die Lösung liegt auf der Hand: Die EU wird eingreifen.

Der erbittert geführte Kampf von Francois Hollande gegen den indischen Stahlkonzern ArcelorMittal ist beigelegt. Ministerpräsident Jean-Marc Ayrault teilte mit, dass die Regierung die von ihr angedrohte Verstaatlichung nicht durchführen wird. Statt dessen habe sich der Konzern entschieden, in das Werk zu investieren. Eigene Mittel wird ArcelorMittal jedoch, wenn überhaupt, nur in geringem Ausmaß in die Hand nehmen. Statt dessen werde der französische Staat bis zu 150 Millionen Euro in das umstrittene Werk Florange investieren.

Doch das Geld wird auch nicht aus Paris kommen – sondern von Brüssel: Ayrault sagte, man werde das EU-Förderprogramm Ulcos in Anspruch nehmen, welches eine umweltfreundliche Stahlproduktion fördere. Mittal hatte bisher die Inanspruchnahme von Ulcos-Geldern abgelehnt – wohl aus gutem Grund: Das Problem von Florange ist nicht der mangelnde Umweltschutz, sondern die schlechte Auftragslage. Daher wird das Werk auch auf absehbare Zeit nicht in Betrieb gehen.

Die Gewerkschaften zeigten sich enttäuscht, dass Hollande seine harte Linie (Drohungen – hier) nicht durchhalten habe können und auf eine Verstaatlichung verzichte. Man fühle sich betrogen, ließ die Gewerkschaft CFDT verlauten.

Betrogen sollten sich auch die europäischen Steuerzahler fühlen: 150 Millionen Euro für den Erhalt von 600 Arbeitsplätzen sind eine stolze Summe. Es wäre billiger, den Arbeitern das Geld bar bis ans Lebensende auszuzahlen und sich einzugestehen, dass hier eine Überkapazität vorliegt, die auch durch staatliche Intervention nicht dauerhaft auszugleichen ist.

Kommentare

Dieser Artikel hat 10 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. franz68 sagt:

    Lakshmi Mittal ist der fünft-reichste Mensch auf dieser Welt mit einem Vermögen von USD 28 Milliarden.

  2. Nebenerwerbskanzler sagt:

    Es ist ja eigentlich schon alles zu dieser frechen Plünderungsrunde in den Kommentaren gesagt.
    Das Förderprogramm Ulcos (besser Ulcus) soll doch aber etwas ganz anderes fördern!
    Ist das etwa schon wieder ein alternativloser Rechtsbruch?
    Und was wird dann gebaut, wenn die Auftragslage nichts hergibt?
    Etwa ein Staasschiff ? Dazu würde passen, daß man das im Trockendock macht!
    Man kann nur hoffen, daß dieser €U-Irrsinn ganz schnell absäuft.

  3. hagen von biesenthal sagt:

    ist doch wunderbar, was da gelaufen ist. nun kann unsere Merkel auch flagge
    zeigen und die werft an der peene (immerhin 2000 qualifizierte facharbeiter!) mit der gleichen forderung retten.
    es zeigt sich, dass die werftarbeiter ihre interessen selber in die hand nehmen müssen, sonst wird ihnen nur die ar….karte gezeigt. vielleicht druckt mal eine spd eigene zeitung
    -und davon gibt es eine menge- einen aufruf ab, mit dem hinweis: gleiches recht für alle!
    oder wo bleibt die l i n k e , die doch für das proletariat zuständig ist?? in mekpom doch eine starke stimme!

  4. Ernst Otto Carstens sagt:

    Diese Nachricht erzeugt bei mir Übelkeit.
    Angeblich sind Deutschland und Frankreich die Grundpfeiler der EU und nun gelingt es Frankreich mit Hilfe der südlichen Helferübermacht einen nicht überlebensfähigen Betrieb auf Kosten anderer zu sozialisieren!

  5. Schmidt sagt:

    Ich habe irgendwie immer noch im Hinterkopf, daß in der EU Privatbetrieben keine
    direkte staatliche Unterstützung gewährt werden darf.
    Aber das hat es wohl nie gegeben und wenn, gilt es nicht mehr oder für die EU-Stümper gilt es nicht.

  6. Inbrevi sagt:

    Nochmal zur Klärung: wer profitiert übermäßig von EU und EURO ?
    Für wen wurde EU und EURO geschaffen?

    Nur Narren können oder wollen noch immer nicht die Lügen der BRD-Pseudo- Politiker und der Internationalen Konzernherren als verbrecherische Lügen erkennen!

  7. Martin Fohler sagt:

    Was eine zum Himmel stinkende sozialistische Vorgehensweise! Das sind mal locker 250.000 € für jeden Arbeitnehmer. Und wenn diese „Hilfe“ verjubelt ist, kommt die nächste Subvention.
    Wenn aber ein kleiner Krauter, der jeden Tag ums Überleben kämpfen muss und auch regelmäßig Steuern zahlt kaputt geht, kräht kein Hahn danach und es gibt Hartz IV!

  8. ledavi sagt:

    Totale Planwirtschaft zum Schaden Deutschlands und letztendlich aller Normalbürger der EU. Multimilliardär Mittal reibt sich die Hände ob solchem unglaublichen Schwachsinn. Europa weiter im Sturzflug in eine sozialistische Diktatur.

  9. Alfons sagt:

    Nicht die „EU“ zahlt, denn die hat kein Geld.
    Es zahlt der deutsche Bürger für bankrotte Staatsbetriebe in bankrotten Ländern.

  10. Andy sagt:

    Willkommen in der EUdSSR! Planwirtschaft par excellence, am Markt vorbei. Die sozialistischen Staaten sind allesamt daran verreckt, aber Frankreichs Sozis müssen es nun wiederholen.
    Ist aber kein Problem: die blöden Deutschen zahlen ohnedies mit Freude!