Kalkstein reduziert Schadstoffe in Kraftwerken um bis zu 90 Prozent

Ein neues Filterverfahren ist dazu geeignet, die Schadstoffemissionen von Kraftwerken und Müllverbrennungsanlagen zu reduzieren. Die Technik lässt sich in alten Anlagen nachrüsten und senkt die Kosten der Schadstofffilterung.

Das Verfahren, das die Schadstoffemissionen von Kraftwerken und anderen großen Industrieanlagen um bis zu 90 Prozent reduzieren könnte, nennt sich Carbonat-Looping. Entwickelt wurde die Filtertechnik vom Institut für Energiesysteme und Energietechnik der TU Darmstadt. Für die Erprobung nutzten die Darmstädter in den letzten vier Jahren eine der weltgrößten Versuchsanlagen zur Erzeugung von Kohlendioxid. In insgesamt 1.000 Betriebsstunden konnte das Verfahren dort perfektioniert werden.

Inzwischen ist das Carbonat-Looping so weit ausgereift, dass es auch außerhalb der Testumgebung zum Einsatz kommen kann. Das Verfahren nutzt dabei natürlichen Kalkstein für die Filterung der Schadstoffe. Im ersten Schritt durchqueren die Abgase eine Schicht aus Kalkstein. Dort bleibt ein Großteil des Kohlendioxids im Gestein hängen. Im zweiten Schritt wird das eingefangene CO2 mittels Erhitzen wieder aus den Poren des Kalksteins entfernt. Das dadurch gewonnene, reine Kohlendioxid kann entweder gespeichert, entsorgt oder weiterverarbeitet werden.

Carbonat-Looping ist also sehr wirksam. Im Vergleich zu anderen Methoden der Schadstofffilterung ist es zudem besonders energiesparend und kostengünstig. So könnten mit Carbonat-Looping mehr als 50 Prozent der Energie- und Geldkosten umgangen werden. Heutige Kohlekraftwerke wenden beispielsweise 10 Prozent ihrer Leistung für die Reinigung ihrer Abgase auf. Das senkt den Wirkungsgrad der Energieerzeugung. Carbonat-Looping stellt deshalb „einen Meilenstein auf dem Weg zum CO2-freien Kraftwerk dar”, sagt Bernd Epple, der das Verfahren zusammen mit 30 Mitarbeitern der TU Darmstadt entwickelt hat.

Derzeit arbeiten die Wissenschaftler um Bernd Epple daran, das Verfahren in einem deutschen Großkraftwerk zum Einsatz zu bringen. Zu diesem Zweck muss die Versuchsanlage vergrößert und die in den Tests gewonnenen Erkenntnisse an den Kraftwerksbetrieb angepasst werden. Epple ist indes zuversichtlich, dass die Filtertechnik weite Verbreitung finden wird. So sei es leicht machbar, bestehende Kraftwerke mit der neuen Technik nachzurüsten. „Dadurch könnten Kohle-, Erdgas-, Biomasse- und Müllverbrennungskraftwerke zuverlässig und kostengünstig Strom und Wärme erzeugen, ohne die Umwelt zu belasten”, so Epple. Bis es aber so weit ist, arbeiten die Forscher weiter an der Verbesserung des Carbonat-Loopings. Das Potenzial dieser Innovation sei noch nicht ausgeschöpft.

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  1. Reiner Vogels sagt:

    CO2 ist kein Schadstoff. Es ist überflüssig und letztlich Geldverschwendung, CO2 aus den Abgasen herauszufiltern. Ohne CO2 in der Atmosphäre könnten keine Pflanzen wachsen und weder Mensch noch Tier leben.

    Der Kampf der Klimaalarmisten gegen CO2 ist ideologiegetrieben. Man will die moderne Industriegesellschaft zerstören. Alle von Dummköpfen regierten Länder wie z.B. Deutschland, die den Kampf gegen CO2 mitmachen, werden im internationalen Wettbewerb zurückfallen. Die besser regierten Staaten jedoch werden die Gewinner sein.