Griechen-Chaos: Deutschland muss sich auf Milliarden-Verluste einstellen

Die griechische Rettung wird Deutschland teuer zu stehen kommen. 93 Milliarden Euro stehen auf dem Spiel. Aktuell versuchen Angela Merkel und Wolfgang Schäuble das wahre Ausmaß der Verluste bis nach der Bundestagswahl zu verschleiern.

Griechenland droht immer mehr auch für den deutschen Steuerzahler zu einem Fass ohne Boden zu werden. Nur wenige Tage nach dem neuen Griechenland-Deal hat sich der Bundestag zu einer Direktzahlung an Griechenland durchgerungen – hier geht es tatsächlich nicht allein um Garantien, sondern um Geld. Dieses Geld kommt nun zuallererst den Spekulanten zugute.

Nachdem das Geld bewilligt war, hat Angela Merkel erstmals angedeutet, dass es nach der Bundestagswahl zwangsläufig zu dem von der Bundesregierung und der Bundesbank immer wieder abgelehnten Schuldenschnitt kommen werde. Diese Aussage in der Bild am Sonntag hat ein Regierungssprecher am Montag relativiert.

Im Detail nachgerechnet kann sich der deutsche Steuerzahler auf eine saftige Rechnung aus dem Griechen-Chaos einstellen. Der finale Schuldenschnitt wird nämlich auf die öffentlichen Gläubiger abzielen, da diese nach dem ersten Schuldenschnitt für Griechenland die höchsten Forderungen haben. Schätzungen zufolge besitzt die EZB griechische Anleihen im Wert von etwa 50 Milliarden Euro. Das bestätigte Klaus-Peter Willsch (CDU) den Deutschen Wirtschafts Nachrichten.

Falls es zu solch einem Schuldenschnitt kommen sollte, hängt die Belastung für den deutschen Steuerzahler entsprechend von der Quote des Schuldenschnitts ab. Würde die EZB dementsprechend an einer solchen Schuldenentlastung für Griechenland teilnehmen, so wie der IWF es schon lange fordert, träfe das auch die Bundesbank. Ein hundertprozentiger Schuldenschnitt von Seiten der EZB würde Deutschland anteilig 13,5 Milliarden Euro kosten.

Nimmt man nun das Worst-Case-Szenario an, nämlich eine völlige Zahlungsunfähigkeit  Griechenlands, bei der Griechenland auch die gewährten Kredite der internationalen Gläubiger nicht mehr zurückzahlen könnte, wären die Verluste noch höher. Am ersten Rettungspaket war Deutschland einerseits über den EFSF zu 15, 2 Milliarden Euro beteiligt und hat über den IWF noch weitere 1,25 Milliarden Euro für Griechenland zur Verfügung gestellt. Noch mehr wurde es beim zweiten Rettungspaket, das nach der derzeitigen Situation in Griechenland auch nicht das letzte sein wird. Hier entfallen von den bisher an Griechenland ausgezahlten 73,9 Milliarden Euro 34,5 Milliarden an Deutschland und über den IWF, Klaus-Peter Willsch zufolge, noch einmal 0,1 Milliarden Euro.

Hinzu kommen auch die vom Ifo-Präsidenten Hans-Werner Sinn kritisierten hohen Target-2-Salden Deutschlands. Die Forderungen Deutschlands gegenüber den Peripherieländern liegen bei über 759 Milliarden Euro (Stand 3/2011). Die Target-Verbindlichkeiten beispielsweise, die Griechenland allein gegenüber dem Eurosystem hat, belaufen sich auf etwa 107,840 Milliarden Euro. Im Worst-Case-Szenario würde Griechenland auch die nicht mehr begleichen können. Der deutsche Anteil an diesem 107,840 Milliarden Euro schweren Verbindlichkeiten Griechenlands gegenüber dem Eurosystem entspricht gemäß dem EZB-Schlüssel von 27 Prozent in etwa 29,12 Milliarden Euro.

Somit belaufen sich die bisher geleisteten mittel- und unmittelbaren deutschen Kredite Deutschlands an Griechenland auf mittlerweile 93,67 Milliarden Euro. Je nachdem, inwiefern und wann die europäische Politik das Fiasko beim Namen nennt, stehen für den deutschen Steuerzahler fast 100 Milliarden Euro auf dem Spiel.

 

Kommentare

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  1. Armes Deutschland sagt:

    Nach Eurostat beträgt das Durchschnittvermögen eines “ Deutschen “ 80.000 Euro
    das Durchschnittvermögen eines Franzosen jedoch 250.000 Euro !! Noch irgendwelche Fragen zu Deutschland ist sehr reich ??

  2. Nebenerwerbskanzler sagt:

    wie definiert man eigentlich Inländerfeindlichkeit
    und warum gibt es keine Irrlichterkette?
    Pardon:
    es sind ja nur Bürgschaften !

  3. Selbstdenker sagt:

    UMDENKEN 2012 – hier gibt`s die Wahrheit!

    http://www.umdenken2012.de/v3/

  4. wei sagt:

    das interessiert doch eigentlich niemanden mehr

    wer Geld drucken darf muss zur Sicherheit jammern wer das bezahlen soll.
    Im Grunde sind diese Dinge der organisierten Kriminalität zuzuordenen

  5. akü sagt:

    Deutsche Bank:
    Griechen sitzen auf gigantischen Gasvorräten

    Wir haben uns seit 15 Monaten über den griechischen Öl- und Gasskadal die Finger wundgeschrieben. Nun bringt ausgerechnet die Deutsche Bank das Thema auf den Tisch, allerdings in stark weichgespülter Form. Ria Nowosti schreibt:

    Griechenland verfügt über Erdgasvorkommen, die nicht nur alle Energie-, sondern auch Finanzprobleme des Landes lösen können und internationale Investoren anlocken werden, heißt es in einem Bericht der Deutschen Bank.
    Ihren Angaben zufolge beweist eine geologische Erkundung, dass der Abbau der Gasvorkommen südlich von Kreta der griechischen Wirtschaft Einnahmen in Höhe von 427 Milliarden Euro bzw. etwa 214 Milliarden Euro Reingewinn bringen würde, was 107 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) ausmacht.

    http://www.politaia.org/wirtschaft/banken/deutsche-bank-griechen-sitzen-auf-gigantischen-gasvorraten/

  6. Umlandt Gerhard sagt:


    Die Bundesregierung hat eine hohe Verantwortung wegen
    „unserer“ „historischen“ „Vergangenheit“ und muss natürlich
    weiter in die Zukunft denken.

    Dieses wurde als Aufgabe für Think Tanks an verschiedene
    Unternehmen outgesourced.

    – Auto verkaufen für Griechenland
    – Lebensversicherung verkaufen für Griechenland
    – Garten verkaufen für Griechenland
    – Haus verkaufen für Griechenland

    sind erste Konzepte, die durchgesickert sind.

    Und wie wär´s mit
    – sich selber verkaufen für Griechenland und in die
    freiwillige Sklavenschaft gehen?

  7. Burckhard sagt:

    Merkel möchte den GR-Deal bis nach der BTW geheimhalten. Das wird sie aber nicht schaffen, denn die Bombe platzt mit 100%iger Sicherheit vorher.

  8. DCWorld sagt:

    Es kann nur immer wieder wiederholt werden, es handelt sich hier um eine Systemkrise. Dabei verlieren alle, auch Deutschland. Dabei ist es unabhängig davon, was dem Bürger gesagt wird.

    Die Schuldenkrise und damit auch die Finanzkrise, die Eurokrise, die Krise des Papiergeldsystems, dass sind alles Dinge die von Merkel, Juncker und Co nicht gelöst werden können.

    Ein Neustart wird nötig sein. Davor kommen jedoch schmerzhafte Zeiten.
    http://www.start-trading.de/blog/2012/12/04/systemcrash-wie-lange-haelt-die-geduld/