Elektro-Auto bezieht Strom aus den Reifen

Die Antriebsenergie für Elektor-Autos könnte in Zukunft auch aus den Reifen kommen. Während der Fahrt wird ein Stahlmantel im Inneren des Reifen elektrisch aufgeladen und der Strom anschließend an den Motor weitergeleitet.

Ingenieure der Toyohashi University of Technology (Japan) haben erstmals ein Elektro-Auto durch in den Reifen gespeicherte Energie angetrieben. In einem ausgeklügelten System leiteten die Forscher elektrischen Strom von unterhalb der Fahrbahn über die Reifen an den Motor weiter. An einem Modell im Maßstab 1:32 erreichten sie einen Wirkungsgrad von 75 Prozent.

Die Wissenschaftler machten sich dabei die normalerweise in Autoreifen vorhandenen Stahlgürtel zu nutze. Diese tragen dort wesentlich zur Stabilität des Reifens bei. Die metallischen Gürtel lassen sich jedoch auch elektrisch aufladen und als Energiespeicher verwenden. Die dort gelagerte Energie kann wiederum an den Motor abgeführt und zur Fortbewegung des Autos genutzt werden. Doch benötigt man zunächst eine Energiequelle, von der die Reifen ihre Aufladung beziehen können.

Zu diesem Zweck installierten die Forscher um Takashi Ohira mehrere Elektroden dicht unter einer Testfahrbahn. Durch einen Gummimantel ist das Reifeninnere gut gegen normalen Strom isoliert. Die Japaner mussten sich deshalb einer alternativen Stromquelle bedienen, um die Ladungen durch den Gummie bis zum Stahlgürtel zu bringen. Mit einem hochfrequenten Signal von 52 Mhz regten die Wissenschaftler das Reifeninnere an, so dass es zu einer elektrischen Aufladung der Konstruktion kam. Über das unter der Straße ausgestrahlte Signal konnte so der Motor des Miniaturmodels angetrieben werden.

„Falls unser Ansatz in die Praxis übertragen wird, glauben wir, dass die Fahrreichweite von Elektroautos enorm vergrößert werden könnte”, sagt Ohira über die Vorteile der Technik. Heutige Elektroautos leiden immer noch unter Nachteilen gegenüber benzingetriebenen Fahrzeugen. Beispielsweise ist ihre Reichweite stark limitiert und die Wiederaufladung der Akkus erfordert einen hohen Zeitaufwand. Die großen Akkusysteme machen E-Autos zudem verhältnismäßig teuer. Ohiras Technik bietet damit einen Ansatz, um die akkubedingten Beschränkungen von Elektrofahrzeugen weiter zu reduzieren. Die Reichweite wäre dann nicht primär von der Batterie, sondern von der unterirdischen Versorgung mit hochfrequentem Strom abhängig.

Doch hat die Vision der Japaner einen großen Nachteil. Das komplette Straßennetz müsste erneuert und mit unterirdischer Technik ausgestattet werden, um die kabellose Übertragung von Energie an die Autoreifen zu ermöglichen. Die Kosten hierfür wären immens. Es gibt aber andere Alternativen, um die Attraktivität von E-Mobilen zu steigern. Beispielsweise arbeiten viele Hersteller daran, den Bewegungsradius ihrer Fahrzeuge durch neue, effizientere und vor allem günstigere Batterien zu erhöhen.

Kommentare

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  1. Thomas Lutz sagt:

    Und mit wieviel Volt wurde das gemacht ?
    wieviele Tote wohl zu erwarten wären wenn man so etwas Großtechnisch anwendet ?!

    Unglaublich an was für einem unsinn geforscht wird !
    Schöne neue grüne irrsinns Welt.