US-Wirtschaft verprellt Junge und setzt auf erfahrene Arbeitnehmer

Die bizarre Entwicklung auf dem US-amerikanischen Arbeitsmarkt zeigt, dass im November die größte Anzahl an Jobzuwächsen bei der Altersgruppe der 55- bis 69-Jährigen zu verzeichnen ist. Die Jungen dagegen finden immer schwerer einen passenden Arbeitsplatz.

Die Arbeitsmarktstatistik in den USA war schon im Umfeld der US-Präsidentschaftswahl heiß umstritten. Jüngste Ergebnisse zeigen jedoch eine kuriose Entwicklung, mit der wohl weder Republikaner, noch Demokraten gerechnet hätten: Die meisten Jobzuwächse, insgesamt 177.000, konnten die 55-59-Jährigen verzeichnen.

Die zahlenmäßig stärkste Bevölkerungsschicht, die 25-54-Jährigen hingegen, mussten für November 2012 einen Verlust von 359.000 Arbeitsplätzen hinnehmen. Das ist der niedrigste Stand seit 16 Jahren, wie Zerohedge berichtet. Die Anzahl der Jobs bei der Altersgruppe von 16-19 Jahren blieb unverändert, US-Amerikaner von 20 bis 24 Jahren konnten immerhin 62.000 Arbeitsplätze hinzugewinnen.

Normalerweise gilt die Bevölkerungsschicht ab 55 als schwerer vermittelbar auf dem Arbeitsmarkt, obwohl sie die meiste Erfahrung aufweist. Es gibt auch keinen demografischen Grund, warum die größte Bevölkerungsgruppe nicht auch zahlenmäßig stärker auf dem Arbeitsmarkt vertreten sein sollte.

Kommentare

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  1. ios sagt:

    deutschlands wirtschaft sollte intensiv in den usa um junge it-spezialisten ,ingenieure oder sonst wem werben wenn diese angeblich im land fehlen.

  2. Zeitzeuge sagt:

    In den USA ist geradezu eine „Industrie“ für die Altersgruppe entstanden: Zahlreiche Pensionsfonds sind geplatzt, so daß diese Gruppe gezwungen ist, zu nahezu allen Bedingungen jede Arbeit anzunehmen. Außerdem kann sich diese Altergruppe auch nicht mehr auf Eltern und Verwandte stützen oder einfach noch ein paar Jahre studieren gehen. Außerdem neigen ältere, erfahren Mitarbeiter nicht dazu, das „elektrisch Licht“ neu zu erfinden – eine wohltuende Sicherheit für Arbeitgeber, die im harten Branchenwettbewerb stehen.

  3. Uwe Borchert sagt:

    Bei den Jungen von 20 bis 24 kommen etwa 12,4 Arbeitsplätzchen pro Jahrgang hinzu, bei den Alten von 55 bis 69 sind es etwa 11,8 Arbeitsplätzchen pro Jahrgang. Da ist nix mit Wegschnappen zu sehen. In den Altersstufen von 25 bis 54 sind auch die über 40Jährigen drinnen die nun aus den halbwegs gut bezahlten Jobs fliegen. Das war mal zu weiten Teilen die sogenannte Einkommensmittelschicht und damit auch die solventen Kunden auf den Märkten. Den Effekt haben wir auch in Deutschland und seine Folge ist die einbrechende Binnennachfrage. Das war es dann vermutlich mit dem Konsum als Stütze für die US-amerikanische Konjunktur. Wenn dieser Effekt, so wie hier in D, noch eine Weile anhält wird es kritisch für die deindustrialisierte US-Wirtschaft. Oder aber die USA setzen auf Export und jagen uns Marktanteile ab, dann wird es (auch) kritisch für die deutsche Wirtschaft. Der Markt für hochpreisige Konsumprodukte wird also enger und härter umkämpft werden. Für den breiten Rest der Menschen, und damit auch Produzenten, bleibt dann nur noch der Billigramsch als Marktsegment.

  4. Grauber sagt:

    “ .. verprellt Junge .. “

    Eine solche Überschrift, die persönliche Rückschlüsse aus fehlerhaften Statistiken spiegelt, erzeugt Unmut in den betreffenden Bevölkerungsgruppen.

    Alte gegen Junge, Starke gegen Schwache — Hoffenheim gegen FC Bayern.

    Man kann diese Statistik auch anders auslegen:
    “ Wirtschaft setzt junge Arbeitnehmer für das Militär frei ! “

    Man kann bei Einzel-Ergebnissen nicht bereits von einem Trend reden.

    • Uwe Borchert sagt:

      Diese Auslegung ”Wirtschaft setzt junge Arbeitnehmer für das Militär frei!” ist definitiv falsch. Freigesetzt werden die mittleren Jahrgänge, welche für die militärische Verwertung als zu alt gelten. Die Jungen und die Alten werden zunehmend in MC-Jobs verwertet. Das starke Anwachsen des Billiglohnsegments seit etwa 2008 (?) kann man aus einigen anderen Untersuchungen erkennen. Was man aber sehr schön aus den Zahlen sehen kann: Die Einkommensmittelschicht wird jetzt drastisch reduziert und das Ausweiten der MC-Jobs hat extreme Ausmasse angenommen.

      Schon seltsam, die Zahlen sind in einigen Bereichen eindeutig, decken sich da auch mit anderen Untersuchungen über den Arbeitsmarkt, aber eine Bevorzugung der Alten gegenüber den Jungen ist definitiv da nicht rauszulesen.