Steinbrück: „Es ist Zeit für einen Wechsel“

Die SPD steht geschlossen hinter Peer Steinbrück - und befindet sich mit ihm auf einem guten Weg in die nächste große Koalition. Weil nämlich Steinbrück nicht Vizekanzler unter Merkel sein will, können sich andere bereits lukrative Regierungsposten ausrechnen. Daher gab es demonstrativ standing ovations für den alternativlosen Kanzlerkandidaten.

Die SPD hat Peer Steinbrück mit 93,5 Prozent zum Koanzlerkandidaten für die Bundestagswahl 2013 gewählt. Steinbrücks Rede war launig und enthielt nur wenige Angriffe auf die Bundesregierung. Er warf der CDU vor, keinen anderen Markenkern mehr zu haben als die Kanzlerschaft von Angela Merkel. Da mag er recht haben, und ohne es zu sagen, signalisierte Steinbrück, dass der SPD damit nichts anderes bleibe als der Markenkern der Vizekanzlerschaft. Steinbrücks politische Positionen sind bekannt, er hatte in Hannover nichts Neues hinzuzufügen. Er will höhere Steuern für Bildung, mehr Frauen, und nebenher der Mittelstand nicht zu sehr belasten.

Erstaunlicherweise hielt sich Merkel in der Euro-Frage ziemlich bedeckt: Anders als die französischen Sozialisten können die deutschen Sozialdemokraten nämlich nicht ganz so offen eine Vergemeinschaftung der europäischen Staatsschulden fordern – weil nämlich auch die sozialdemokratischen Sparer und Rentner nicht allzu gerne enteignet werden wollen.

Zugleich wollte Steinbrück offenbar vermeiden, dass sein eigenes Verhältnis zu den Banken erneut zum Thema wird: Er hatte als Finanzminister in der Krise 2008ff stets ein gutes Verhältnis zu den Banken, weil Steinbrück – anders als manch argloser Genosse – genau weiß: Die SPD braucht die Banken mindestens so sehr wie die Banken die Regierung. Denn auch Steinbrücks Programm verspricht vielen Vieles und wird daher manchen gar nichts bringen. Jene jedenfalls, die glauben, dass Steinbrück aufgrund seines zweifellos vorhandenden finanzpolitischen Sachverstands die exorbitante Schuldenmacherei der europäischen Regierungen anprangern oder gar bekämpfen würde, sah sich enttäuscht: Der SPD-Parteitag war unsichtbar getrieben von einer heraufdämmernden großen Koaltion nach der Bundestagswahl. Alle Umfragen zeigen, dass diese Variante weit vor allen Alternativen rangiert.

Und daher stellt man sich in der SPD schon mal darauf ein, dass es im Herbst 2013 wieder neue Posten zu verteilen geben wird. Steinbrück betonte erneut, dass er für eine große Koalition nicht zu Verfügung stehen wird. Deshalb wird er auch von Sigmar Gabriel und Frank-Walter Steinmeier so vorbehaltslos unterstützt. Es ist zu erwarten, dass Steinbrück nach der Wahl im Herbst 2013 zu jenen Tätigkeiten zurückkehren wird, in denen er unzweifelhaft am erfolgreichsten ist – als Buchautor und Vortragsreisender in aller Welt.

Zur Rede Steinbrücks im Original – hier.

Kommentare

Dieser Artikel hat 31 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

  1. WiKa sagt:

    Der große Schwafel-Peer in Aktion? Da tun einem ja schon die Ohren weh. Eigentlich fehlt nur noch seine Berufung zum CDU-Wahlkampfleiter, dann wäre die Nummer ganz perfekt. In Sachen Sozialabbau muss er sich ja samt der SPD keineswegs hinter irgendwem verstecken.

    SPD erhebt Führungsanspruch bei der Demontage des Sozialstaates … Link

    Im Link der viel objektivere Bericht von der Krönungsveranstaltung des „Deutsche Bank Ur-Enkels“. Und die Genossen fallen da auch immer noch drauf rein. Gut, wenn es zu Rot-Grün nicht reicht, dann wird er uns sicherlich als Vizekanzler beglücken … als zweiter Sieger sozusagen. In jedem Fall kann er durch diesen PR-Coup seinen Marktwert für die Vorträge nochmals in in die Höhe trieben … (°!°)

  2. fan sagt:

    Lesen Sie die enorm WICHTIGE Mitteilung vom Bund der Steuerzahler e.V. in Bayern, da auch Steinbrück, neben Schäuble, seinen schlimmen Part bei der „Rettung“ spielt..!

    Ein neuer Artikel vom BdST unter http://www.stop-esm.org:

    „Deutschland-Tollhaus der Finanzen (12.12.’12)“ – Machen Sie mit im Sinne IHRER und UNSERER noch möglichen Rettung vor dem Finanz-Wahnsinn der Verirrten Schäuble und Steinbrück..!

  3. Siggy sagt:

    merkt der Mann überhaupt noch was! Schaut Euch das Video an :

    http://www.youtube.com/watch?v=m6gNF-JuQiw

    Da wäre zu seiner Zeit wäre selbst ein Herr Münchhausen sprachlos gewesen. Von Steinbrück hätte der noch lernen können.

    Aber, nun hat 8 Jahre CDU / CSU / FDP unser Volksporzelan zerdroschen und da ist es doch verständlich, dass Steinbrück mit seinen Genossen und günen Helfern nun auch mal wieder Schaden anrichten will. Er will doch auch was verpulvern und war nicht umsonst Bilderbergergast. Seine Aufgabe wird klar sein, den er doch auf genügend Ideoten herumreiten!
    „Die Großen hören auf zu herrschen, wenn die Kleinen aufhören zu kriechen“
    (Friedrich von Schiller (1759 – 1805) Anm. Die Zeit ist Reif.

  4. stromerhannes sagt:

    http://www.heise.de/tp/blogs/8/153313

    Oder war es gar Vorsatz, wie seine Bilderbergfreundschaften und Atlantik- Bruecke e.V. Mitgliedschaft vermuten lassen.

  5. bendix sagt:

    “ ES IST ZEIT FÜR EINEN WECHSEL „,
    warscheinlich vom Durchfall zum Erbrochenen. Einfach nur ekelig!

  6. Gautier Irgendwo sagt:

    Es ist Zeit für ein Wechsel sagt Steinbrück und meint dabei aber zu meinen Gunsten?