Großbritannien: Hochschulabsolventen droht eher die Arbeitslosigkeit

Ein Studium ist in Großbritannien keine Garantie für einen Job, im Gegenteil: Universitätsabgänger werden schneller arbeitslos als Menschen mit einer praktischen Berufsausbildung.

Ein Universitäts-Abschluss ist schon seit einigen Jahren kein Garant mehr für ein hohes Einkommen. In Großbritannien hat sich die Lage sogar umgekehrt. Schulabgänger ohne Hochschulabschluss sind weniger häufig von Arbeitslosigkeit betroffen, erklärte Sir Michael Barber, Bildungsberater bei Pearson.

Während 20 Prozent der 21-jährigen Schulabgänger ohne Hochschulabschluss arbeitslos sind, liegt diese Rate bei den gleichaltrigen Hochschulabsolventen bei 25 Prozent. Dies verdeutliche, dass der Wert eines Uni-Abschlusses in der Geschäftswelt abnehme, so Barber in einer Rede auf der Online Educa in Berlin. Der Wertverlust der universitären Ausbildung werde früher oder später zu einer Revolution des traditionellen Universitätsmodelles führen, meint er.

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Kommentare

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  1. Hans sagt:

    Hi folks,
    tja, also ein Hochschulabschluss mit 21 ist eigentlich gar nicht möglich. Hochschulabschluss in der „Ortskunde der universitären Gebäude“. Ein vernünftiges Studium kann das nicht sein.

    Wäre der oben beschriebene Trend eine wirkliche Entwicklungslinie, wäre das in der Tat bedenklich. Gut ausgebildete Jugendliche und Facharbeiter sind ein Standortvorteil, könnten ein Standortvorteil für Deutschland sein. Na klar. Das produzierende Kapital wird ja nicht dahin gehen, wo man den Unterschied von einem Nagel und einer Schraube nicht kennt. Bildung, Wissen, berufliche Kenntnisse und Fähigkeiten? It´s important, really.

    Was da völlig hinten herunterfällt, ist Latein über 6 oder 7 Jahre, wie am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium. Eigentlich mag ich die Schule. Aber dieses Langstrecken-Latein ist der totale Humbug. 3 oder 4 Jahre tun es auch.

    Wenn Lernen sich nicht mehr lohnt, also sich nicht in besseren Jobs, generell in Jobs oder besserer Bezahlung widerspiegelt, wird es gefährlich für jedes Bildungssystem. Das ist extrem kritisch.
    Gruß an alle 🙂

  2. Dankmar sagt:

    Meine Empfehlung an junge Leute:
    Nach dem Abitur bzw. Fachabitur einen Lehrberuf ergreifen. Abends Englisch und Mathematik studieren. Dann nach bestandener Prüfung in seinem Lehrberuf an einer Hochschule studieren und in den Semesterferien in seinem erlernten Beruf arbeiten. Nur keine Philosophie und Psychologie, weil diese Disziplinen brotlose Kunst ist. Und zum Überleben Rischka- oder Kurierfahrer wird. Die Industrie sucht doch händeringend nach Fachleuten und keine Rischkafahrer.

  3. exkoelner sagt:

    Hochschulabsolvent mit 21???? Was war das denn für ein Studium, Grundlagen des Schönschreiben oder sowas?

    • DK_Jule sagt:

      Schule (A-Level) mit 17 bis 18 – dann 3 Jahre Bachelor. Viele Länder schulen mit 5 in die Vorschule ein, zählt mit als Schule

  4. Ralf sagt:

    Angebot und Nachfrage. Gymnasiastenschwemme. Fachkräftemangel? Wenn zuviele das Falsche lernen…

    • Ariovist sagt:

      Na ja, wenn alle jungen Frauen nur noch studieren oder sonst frühere Männerberufe erklimmen wollen, statt sich auf ihre natürliche Bestimmung zu konzentrieren und entsprechend vorzubereiten, darf man sich nicht wundern. 1954 waren z.B. im Hörsaal der juridischen Fakultät in Innsbruck bei etwa 50 Hörern nur 2 (zwei) junge Frauen; das war´s! In der Technik war überhaupt keine Frau zu finden. Dafür gab es auch noch später überall Familien, welche diesen Namen noch verdienten, und auch noch Kinder, vor allem immer eine leibliche Mutter! Jetzt sind die Frauen auf den Hochschulen in der Überzahl. Es ist wirklich Alles aus den Fugen geraten!

    • DK_Jule sagt:

      es kann keine Gymnasiastenschwemme geben.

      die Schule ist in den meisten Ländern so aufgebaut:

      Elementarschule
      Sekundarstufe I
      Sekundarstufe II
      College oder University — unter College fallen anderswo auch berufliche Ausbilungsprogramme – das zählt alles als Higher Education.

      in DE ist das Problem, dass die Berufe vorgezogen werden. Die duale Ausbildung zählt als Sekundarstufe II, obwohl sie faktisch mittlerweile POSTSEKUNDÄR ist!

      Der Grund ist der, dass die Betriebe nur noch Azubis mit längerer Vorbildung bevorzugen. Die meisten Azubis sind bei Beginn bereits über 20 – wie die die Lücke füllen zwischen 15,16 und 20 weiß ich auch nicht genau — viele parken so lange im Übergangssystem.

      die duale Ausbildung nimmt nur noch 28% Azubis unter 18 auf – die meisten sind schon bei Ausbilungsbeginn 20 Jahre alt.

      was würde da näher liegen, als die vorher wie im Ausland länger schulisch auszubilden?

      das erklärt übrigens auch die „Reifediskussion“. Im Endeffekt muss die Ausbildung offiziell tertiär werden, also als Bachelor tituliert und dual studiert.

      in DE machen viele mehrfach Sekundarstufe II. Und die Berufe sind teilweise wesentlich anspruchsvoller geworden und das wird im deutschen System nicht abgebildet angemessen.

      der Geselle wird im EQR nur in die Stufe 4 eingeordnet, obwohl demjenigen nur die lächerliche schulische Oberstufe fehlt. Im Ausland wär das ein Bachelor, weil man da die Sekundarstufe II schulisch absolviert.

      in Australien ist Schulpflicht offiziell 12 Jahre — mit jeder Ausbildung /Sekundarstufe II bekommt man im Ausland eine Studienberechtigung.

      Das müsste man in DE den Gesellen auch mitgeben.

      Das ergibt sich allein schon hieraus:
      http://en.wikipedia.org/wiki/Higher_education

      The right of access to higher education is mentioned in a number of international human rights instruments

      und die duale Ausbildung lässt sich deshalb nicht ins Ausland exportieren:

      in GB und USA landen vor allem Erwachsene dort drin, vor allem ab Mitte 20 aufwärts.

      im Ausland bekommen Jugendliche immer ihre Studienberechtigung, in DE nicht oder zumindest keinen direkten Zugang durch die Ausbildung.

      in vielen Ländern macht man die Sekundarstufe II immer schulisch mit Highschoolabschluss – und das ist auch richtig so. In DE werden die faktisch abgekoppelt von weiteren Bildungsmaßnahmen und können schlechter beruflich die Richtung wechseln.

      daher werden mehrfach die Sekundarstufe II besucht – eine unhaltbare Zeitvergeudung. Wie im Ausland hätte man immer eine Fachhochsculreife mitgeben müssen – macht Österreich und die Schweiz ja auch für die meisten.

      http://forum-kritische-paedagogik.de/start/?p=130

      stattdessen muss man sich in DE Millionenfach wieder in eine Schule setzen und noch mal Schulabschlüsse nachholen. Das verschwendet Lebenszeit

      und ich BITTE darum: mein Onkel hat als Meister im EQR/DQR gleichgestellt zu werden mit einem MASTER, nicht dem Bachelor. Das sagt doch schon das Wort. Dem fehlte nur die schulische Oberstufe/Highschool und die sollten in DE viele nicht haben. Das Schulsystem ist aus dem 19. Jahrhundert inklusive Hauptschule als Spezialschule der Ständegesellschaft für Handwerker.

    • DK_Jule sagt:

      eine Gymnasiastenschwemme gibt es nicht. Jemand, der später Handwerker lernt hat gefälligst genau die gleich gute Vorbildung zu genießen wie jemand anderes auch. Dieses SChulsystem nach Berufsständen ist ja ein Relikt der Vormoderne — das ist Original die Ständische Gesellschaft des 19. Jahrhunderts und das man sowas mit ins 21. Jahrhundert hinüberschleppt ist ja echt das Letzte.

      mittlerweile haben viele Handwerkazubis sogar Abitur. Der wird genauso gut ausgebildet wie andere auch. Das ist kein Widerspruch.

      das gehört sich so. Man richtet keine Schulen für spezielle Berufsstände ein und entscheidet bei 10jährigen, welchen Beruf derjenige mal ergreifen soll —- das passt vielleicht in die Vormoderne als Pferde noch die Straßen zugesch…. haben, aber nicht mehr in heutige Zeiten.

      das wertet auch das Handwerk nur ab, wenn man für die Schulen für theoretisch Unbegabte und Migrantenkinder unterhält.

      Da DE unfähig war diesen wichtigen Schritt in die Moderne zu kultivieren ist dieses Land aus meiner Sicht geistig rückständig.

      alle anderen halten sich dadran.

    • DK_Jule sagt:

      der eventuell spätere Handwerker hat im 21. Jahrhundert gefälligst genauso gut bürgerlich ausgebildet zu werden wie andere Bürger auch — nicht in Schulen für theoretisch Unbegabte und einfache Volksbildung fürs „einfache Volk“

      Ich möchte nicht ewig im Weltbild des 19. Jahrhunderts leben.

      das gilt insbesondere für Bayern.