Van Rompuy in Oslo: „Wir arbeiten für die Geschichte“

In Oslo wurde der diesjährige Friedensnobelpreis an die Herren Barroso, Van Rompuy und Schulz verliehen. Die EU-Funktionäre waren sich ihrer historischen Bedeutung bewusst. Bilder von der Preisverleihung.

EU Ratspräsident Herman Van Rompuy sagte in seiner Rede beim Festbankett (von dem es bisher leider noch keine Fotos gibt), dass man ihn vor 40 Jahren in die Psychiatrie gesteckt hätte, wenn er vorhergesagt hätte, dass die EU in so kurzer Zeit in Frieden leben werde. Er kündigte an, dass man in weiteren 40 Jahren den „hundertjährigen Frieden“ feiern werde. Er erinnerte daran, dass er aus der Nähe eines Orts mit dem Namen Waterloo stammt. Über Twitter sagte er, die EU arbeite für die Geschichte (seine Dinner-Rede im Wortlaut – hier).

Kommentare

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  1. R. Stamm sagt:

    Man könnte fast glauben Van Rompuj hätte den Satz „Wir arbeiten für die Geschichte“ Heiner Müller ins Grab nachgerufen. Aber er adelt Heiner Müller damit nachträglich. Heiner Müller der in dieser Hinsicht absolut unverdächtige Dramatiker Deutschlands, mit DDR-Biografie, schrieb einst: „Die Tragödie des Sozialismus ist die Trennung von Wissen und Macht. Der Niedergang eines Gemeinwesens beginnt mit dem Verfall der Sprache. Wo die Benennungen nicht greifen, greift keine Praxis. Das Leben in der Phrase, statt auf dem Boden der Tatsachen hat zur einzigen Überschußproduktion in unserer Mangelwirtschaft, die Produktion von Staatsfeinden gemacht. Wir haben unseren Staat nicht für die Geschichte gebaut, sondern für die Statistik.“

    Offenbar kannte Heiner MÜller sich Bestens aus. Was in der DDR „bauen“ hieß, nennt sich nun „arbeiten“. Und Arbeit macht frei.

    Es wird Zeit Wissen und Macht wieder zusammenzubringen!

  2. klimperkasten sagt:

    „Geschichte wird stets von den Siegern geschrieben.“ (Zitat unbekannt)
    „Geschichte ist eine Lüge, auf die man sich geeinigt hat.“ (Voltaire)