Berlusconi: Zinsen von Staatsanleihen interessieren niemanden

Deutschlands Zinskosten seien nur so niedrig, weil es anderen Staaten so schlecht gehe. Unabhängig von den Zinsen habe sich Monti aber auch selbst in Schwierigkeiten gebracht, in dem er der deutschen Politik gefolgt sei, attackiert Berlusconi den derzeitigen Premier. Hinter der Krise stecke eine deutsche Strategie.

Spätestens jetzt hat der Wahlkampf in Italien begonnen. Nachdem letztlich Silvio Berlusconi mit seiner Partei den Technokraten Monti, der ihn damals als Premier abgelöst hat, zum Rücktritt gebracht hat, kann Silvio Berlusconi gar nicht anders, als Monti zu nutzen, um sich von der Sparpolitik abzugrenzen und sich stetig ins Gespräch zu bringen. „Montis Regierung ist einer auf Deutschland zentrierten Politik gefolgt, die Europa anderen Staaten auferlegen wollte“, sagte Berlusconi am Dienstag in einem Interview auf Canale 5. Diese Politik „hat alles noch schlechter gemacht, als es zu der Zeit war, als wir noch an der Macht waren“, fügte Berlusconi hinzu.

Außerdem sollten „wir aufhören, über Zinskosten zu reden“, so Berlusconi. „Wir haben das nie getan, und warum interessiert es überhaupt.“ Diese Zinskosten „wurden genutzt, um eine Regierung, die von der Mehrheit der Italiener gewählt wurde, zu Fall zu bringen“. Hinter „der Krise gab es eine deutsche Strategie“, kritisierte der ehemalige Premier (als Montis Rücktritt bekannt wurde, zogen die Zinsen wieder an). Und Deutschland müsse sich auch nicht rausnehmen, schließlich seien Deutschlands Zinsen sowieso nur auf Kosten anderer Staaten so niedrig.

Kommentare

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  1. capraio sagt:

    Was soll an Silvios Erscheinen falsch sein? Seine Ehrlichkeit liegt darin nicht zu leugnen das er ein Leugner ist und zudem rauschende Feste mit ein paar Nuten liebt. Ja, und das er nie für die Hurerei bezahlt hat, stimmt 100%!!!. Die Rechnung wurde vom Steuerzahler beglichen. Also mitgegangen, mifgefangen. Was zeigt ihr auf Silvios…:-):-):-):-)

  2. klimperkasten sagt:

    Berlusconi = P2 Loge /Medienmogul. Einfach mal nachdenken.

  3. otto936 sagt:

    Das NEUE Europa der unbegrenzten Solidarität und tiefen Freundschaft nimmt Gestalt an 🙂
    Der Euro machts möglich – jubilate !

  4. FDominicus sagt:

    Interressant weil die Zinsen nichts „ausmachen“ werden Sie wohl so von der EZB gedrückt. Italien würde sich gewaltig umschauen wenn es auch nur einigermassen angemessene Zinsen zahlen müsste. Aber gut, es scheint mal wieder Berlusconi Zeit zu sein. Das dieser Herr immer wieder auftaucht ist wirklich eine Schande.

  5. Stefan Wehmeier sagt:

    Verschuldungszwang

    „Häufig wird die Volkswirtschaft mit einem verschuldeten Einzelhaushalt verglichen, der durch Sparmaßnahmen seine Kredite verringert. Dies ist zwar für Einzelelemente einer Volkswirtschaft möglich, jedoch nicht in der Gesamtbilanz aller Teilnehmer. In der gesamten Volkswirtschaft muss die Summe der Geldvermögen immer gleich groß sein wie die Gesamtverschuldung, da Vermögen auf der einen Seite Schulden auf der anderen Seite bedeuten. In unserem Geldsystem steigen die Geldvermögen durch die Verzinsung an, weshalb die Verschuldung um den gleichen Betrag wachsen muss. Es ist unmöglich, die Verschuldung abzubauen und die Geldvermögen anwachsen zu lassen. Ein Rückgang der Kreditaufnahme würde zu einem fallenden Zinssatz führen, weil sich der Zins aus Angebot und Nachfrage nach Krediten bildet. Fällt nun der Zinssatz unter eine Mindesthöhe (Liquiditätsgrenze), kommt es zu einer Deflation, also einem Rückzug des Geldes, weil niemand bereit wäre, überhaupt noch Kapital ohne Mindestverzinsung zu verleihen. Die Folgen wären Massenarbeitslosigkeit, Verarmung der Bevölkerung, Hunger und Bürgerkrieg. Die Neuverschuldung dient letztlich dazu, den Zinssatz auf genügender Höhe zu halten, um ein Abgleiten der Volkswirtschaft in die Deflation zu verhindern.“

    Günter Hannich (aus „Der Weg in den Dritten Weltkrieg“, 2006)

    Der Anstieg des Zinsfußes in Griechenland, Portugal, Irland, Spanien und Italien (Zinsverlierer-Staaten der EU) ist allein auf einen überproportionalen Anstieg der Risikoprämie zurückzuführen, während die Liquiditätsverzichtsprämie (Umlaufrendite) weiterhin sinkt.

    Gewählte „Spitzenpolitiker“ und studierte „Wirtschaftsexperten“ wissen weniger als nichts; denn alles, was sie gelernt haben, sind vorgefasste Meinungen und Denkfehler, basierend auf einer a priori fehlerhaften Geld- und Bodenordnung.

    Der „Jahrhundertökonom“ John Maynard Keynes wusste, dass eine „antizyklische staatliche Investitionspolitik“ die Katastrophe (globale Liquiditätsfalle) nur hinausschieben aber nicht verhindern kann, denn solange keine staatliche Liquiditätsgebühr auf alles Zentralbankgeld („carrying costs“) erhoben wird und es ein privates Bodeneigentumsrecht gibt, ist der Staat niemals in der Lage, die Verschuldung wieder abzubauen. Keynes wusste aber auch, dass die „hohe Politik“ dumm genug sein würde, alle denkbaren und undenkbaren Möglichkeiten einer staatlichen Investitionspolitik auszuprobieren, bevor sie ihr Versagen eingestehen würde, denn etwas anderes kann die politische Seifenoper in einer Zinsgeld-Ökonomie (zivilisatorisches Mittelalter) sowieso nicht machen.

    Das einzig Sinnvolle, was Politiker tun können, ist, sich selbst überflüssig zu machen!

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2012/07/der-zins-mythos-und-wahrheit.html

  6. Heisenberg sagt:

    Da fehlt noch der Schlusssatz

  7. klimperkasten sagt:

    @redaktion
    Der Artikel ist unvollständig.

  8. winawer sagt:

    Endlich wieder Wahlkampf!
    Es tritt auf Silvio B. der Frauen“held“ – er hat die Schuldigen für die italienische Misere gefunden.
    Die in Fußballspielen, Formel I – Rennen und, nicht zu vergessen, Talkshows bestens fortgebildeten italienischen Wähler werden begeistert applaudieren. Nicht sie sind schuld, nicht sie haben in der Vergangenheit Silvio B. gewählt – die Deutschen waren es. Mit finsteren strategischen Hintergedanken.
    Nun, diese vermeintliche Strategie interessiert außer den Wahlkämpfern niemanden – leere Worthülsen, Politik für Dumme.
    Aber eins zählt: pleite ist pleite.

    • otto936 sagt:

      Man projiziert „das Böse“ einfach auf andere – das entlastet das eigene Gewissen und stärkt das Ego. Und zwingt nicht zum nachdenken. Im Mittelmeer eine altbewährte Lösung.