Big Data: Unternehmensdaten effizienter nutzen

Das Fraunhofer-Institut zeigt Möglichkeiten auf, wie man große Informationsmengen besser nutzen kann. Auf einer Experimentierplattform sollen Firmen bald testen können, welche Chancen sich aus der Verwertung weiterer Informationen ergeben.

Rund alle zwei Jahre verdoppelt sich die von Unternehmen produzierten Datenmenge. Man spricht in diesem Zusammenhang von Big Data. Mehr als 1,8 Zettabyte an Daten wurden im letzten Jahr weltweit produziert. Jedoch wird nur ein Teil davon effektiv zur Anwendung. Dabei bieten die  Informationen enormes wirtschaftliches Potenzial. Beispielsweise könnte die ökonomische Entwicklung präziser vorhergesagt und drohende Krisen frühzeitig erkannt werden. Unternehmerische Entscheidungen könnten fundierter begründet und Produkte noch individueller auf Kunden abgestimmt werden. Doch mangelte es bisher an technischem und analytischem Know-How, um die Datenberge auszuwerten.

Um Big Data besser zu nutzen, hat das Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme (IAIS) in den letzten Monaten umfangreiche Untersuchungen durchgeführt. Die Studie erfolgte auf Grundlage von drei Säulen. Die erste Säule umfasste eine Prüfung, wie im Ausland mit dem Thema Big Data umgegangen wird. Die Zweite bestand in einer Onlineumfrage deutscher Unternehmen. In der dritten Säule führte das IAIS Workshops mit Vertretern verschiedener Brachen durch.

Die Ergebnisse wurden jetzt veröffentlicht. Vor allem in drei Bereichen zeigen die Untersuchungen Potenzial für eine effizientere Datennutzung. Die Foscher sehen beispielsweise die Möglichkeiten, ein Unternehmen vorausschauender zu führen. Im Einzelhandel könnten die Erkenntnisse aus Big Data dazu genutzt werden, genaue Prognosen über den Absatz von Produkten zu treffen. Nachschub könnte dann immer rechtzeitig bereitgestellt werden. Gleiches gilt für den Verbrauch von Energie oder Werkstoffen. Auch deren Verbrauch könnte präziser vorausgesagt werden.

Im zweiten Punkt sieht das IAIS Möglichkeiten, Produkte stärker auf den Kunden abzustimmen. Dienstleistungen könnten dann individualisiert angeboten werden. „So wird es bald ganz neue Serviceideen geben, zum Beispiel virtuelle Assistenten, die auf Basis historischer Mobilitätsmuster individuelles Carsharing organisieren”, erklärt Stefan Wrobel vom IAIS.

Im abschließenden Punkt sehen die Forscher die Möglichkeit, das Verhalten von Maschinen im Voraus zu planen. Geräte sollen dann durch die Analyse von Daten in die Lage versetzt werden, eigenständig auf Sensordaten zu reagieren. Anlagen könnte sich dann selbstständig reparieren oder auf Leistungsspitzen vorbereiten.

Die Nutzung von zusätzlichen Daten stellt Unternehmen nicht nur vor technologische Probleme. Sie bedeutet auch eine Herausforderung für die Unternehmensführung. Das IAIS will daher auf der CeBit 2013 die Experimentierplattform Living Lab vorstellen. Auf dieser „können Unternehmen zunächst an einem Beispieldatensatz ausprobieren, was in Sachen Datenauswertung möglich ist”, erklärt Wrobel. Langfristig planen die Fraunhofer-Forscher, dass Unternehmen auch eigene Daten in die Plattform einbringen und dort analysieren können.

 

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  1. kaeuferstreik sagt:

    Man kann Dinge auch zu Tode analysieren.