Problem für europäische Autohersteller: Deutsche kaufen erstmals weniger Autos

Die Deutschen folgen dem europäischen Trend und kaufen weniger Autos - vor allem die krisen- und fehleranfälligen Euro-Marken sind weniger gefragt denn je. Selbst massive Leasing-Verführungen haben an der Unlust der Deutschen nichts geändert.

Der europäische Automarkt ist stark angeschlagen und schafft keinen Weg aus der Krise. Wie der Europäische Automobilhersteller Verband (ACEA) am Freitag mitteilte, sanken die Neuzulassungen im November gegenüber dem Vorjahresmonat in der EU um 10,3 Prozent. In der Zeit von Januar bis November rutschten die neuen Registrierungen um 7,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ab. ACEA geht davon aus dass die diesjährigen Neuzulassungen insgesamt auf etwa 12 Millionen sinken werden den niedrigsten Wert seit 1995.

Während die Neuzulassungen in Großbritannien noch stiegen (+11,3%), fielen sie in allen anderen wichtigen Märkten, so ACEA: Deutschland (-3,5%), Frankreich (-19,2%), Italien (-20.1%) und Spanien (-20,3%). Die Volkswagen AG verbuchte im November beispielsweise einen Rückgang der Verkäufe um 2,5 Prozent. Daimler war mit einem Rückgang der europäischen Verkäufe um 0,7 Prozent konfrontiert, während BMW einen hauchdünnen Zuwachs von 0,4 Prozent melden konnte (unterdessen wird das Opel-Werk in Bochum geschlossen – hier).

Die wirtschaftliche Abschwächung in Deutschland war eine der Hauptursachen für den deutlichen Rückgang (mehr hier). Vier der fünf größten europäischen Automärkte schrumpften im vergangenen Monat – und die Lieferungen dieser Automärkte an Deutschland sanken um 3,5 Prozent. Deutschland macht 25 Prozent des gesamten Autoabsatzes in der EU aus. Ein Rückgang der Nachfrage hier ist in ganz Europa massiv zu spüren. So sank beispielsweise die Lieferungen der Peugeot-Modelle nach Deutschland im vergangenen Monat um 18 und die von Citroen sogar um 28 Prozent.

Kommentare

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  1. Pedro sagt:

    Könnte es nicht sein, dass dies jetzt die von vielen Ökonomen prophezeite Reaktion auf die Abwrakprämien ist?

  2. spacebug sagt:

    Also ich weiß ja nicht wie es bei Ihnen ist, aber wenn ich mit dem Auto in die Stadt fahre ist die Parkplatzsuche immer das Lästigste, was daran liegen könnte das überall schon diese Blechbüchsen abgestellt sind. Und wie kommt das? Nun ein Grund könnte sein das bereits 2011 in Deutschland 43 Mio PKW angemeldet waren und das bei knapp 82 Mio Einwohnern. Hmm also jeder zweite hat ein Auto. Rechnet man jetzt mal alle unter 16 Jähringen und die Rentner die nicht mehr fahren können oder sollten raus, nun dann ist es halt wohl einfach so das der Markt vielleicht gesättigt ist, weil jeder der ein Auto braucht auch ein Auto hat?

    Dank hoher Steuern und Benzinpreise, wird das Auto eh bald Luxus sein und es sich rächen das sich Deutschland wirtschaftlich so stark ans Auto klammert. Das Auto wird erst wieder interessant wenn das Thema Verbrennungsmotor endlich mal abgelöst wird oder das Konzept Auto an sich mal überdacht wird. Warum jeder ein Auto was 90 Prozent der Zeit nur rum steht und an Wert verliert, haben muss erschließt sich mir sowieso nicht. Sinnvoller wäre es wenn sich ein Konzept aus Car-Sharing und öffentlicher Nahverkehr durchsetzen würde.

    Aber gut genug schwadroniert. So ein umdenken wird eh nicht kommen. Zumindest nicht in absehbarer Zeit…

  3. syssifus sagt:

    Angesichts der Tatsache,dass die meisten Pannen von der überbordenden Elektronik verursacht werden,ist weniger mehr. Meinen 9 Jahre alten PKW mit 120 TKm Fahrleistung,werde ich fahren,bis der TÜV uns scheidet.Seit meiner miesen Erwerbsminderungsrente ( Herzklappenersatz mit Bogenersatz,DDD-Schrittmacher etc.),bin ich finanziell nur noch einem „Gebrauchten“ zugetan.Ohne meine Ehefrau,wär auch ein Gebrauchter nicht mehr möglich.Leider kann ich, dank einer Herzleistungsswäche auch kein Fahrrad mehr fahren und einen ÖPNV,gibt es auf meiner Klitsche nicht.

  4. Nexus90 sagt:

    Wenn man kein Geld hat, kann man auch nichts kaufen. Diesen Satz sollten sich jetzt wirklich alle Autohersteller gut einprägen, eventuell, mit ein bisschen Glück, werden deren „Führungspersonen“ das irgendwann auch verstehen und wissen, warum das so ist.

  5. Matthes sagt:

    Die Deutschen müssen doch erst einmal über ihre Steuern den Autoabsatz im europäischen Ausland finanzieren. Wie sollen sie da noch Geld haben, sich selbst Autos zu kaufen?

  6. cocooning sagt:

    So, so… Die Deutschen kaufen also keine Autos mehr.

    Mein Kübel (Ford Escort CLX, 90 PS) ist jetzt 20 Jahre alt (TÜV ohne Mängel). Ich habe da jedoch einen Escort im Auge mit 130.000 km weniger auf dem Tacho als meiner (Rentnerfahrzeug / Jahrgang `30, Nichtraucherfahrzeug, EURO 4, 1,8 Liter / 105 PS, Ghia-Version, ABS, ELFH, SSD, Klima, Airbag, 1. Hand usw., für 1.490,00 €, 1 Jahr Garantie, Zahnriemen und TÜV neu. Das reicht mir, um in die Arbeit zu kommen.

    Was will man mehr?

    Wie sagte Henry Ford damals in etwa? . „Autos kaufen keine Autos“.

  7. fan sagt:

    Auch die Deutschen – jedenfalls ich – wollen vernünftige, zuverlässige und praktische Autos. All dieser Schnickschnack, der einem untergejubelt wird, all diese geradezu kindisch-lächerlichen „Assistenz-Systeme“, all die Autos, in denen man nicht mehr richtig sitzen kann, Fenster wie Schießscharten haben ohne ordentliche Sicht, auf den Rücksitzen kauert man wie in einer Höhle – selbst in den „großen“ Wagen der sogenannten „Premium-Klasse“, und so was wird dann auch noch groß als „sportlich“ für „Immage“ und „Prestige“ angeboten, damit sich „Klein-Fritzchen“ und „Lieschen Müller“ einbilden können, ein Auto mit „Wohlfühl-Charakter“ und „Qualitäts-Anmutung“ und „Sport-Back“ dem Nachbarn vorführen zu können.

    Die deutsche Auto-Krankheit scheint sich ein wenig zu legen – und das ist einfach nur gut..!