Paris: Spanien muss Bailout beantragen

Die Regierung in Paris fürchtet ein Übergreifen der Spanien-Krise auf Frankreich. Weil eine Spanien-Rettung die Märkte von Frankreichs Problemen ablenken könnte, drängen die Franzosen die Spanier auf einen raschen Bailout. Diese ziehen es vor, einfach ihre Rechnungen nicht mehr zu bezahlen.

Frankreich will unbedingt einen spanischen Bailout durch die Institutionen von ESM und EZB. Seit Oktober werden regelmäßig Stimmen aus Paris laut, dass die Regierung Mariano Rajoys kurz vor einem offiziellen Hilfsantrag der EU steht. Bislang ist es jedoch nicht dazu gekommen, Spanien will sich diese Option offen halten und setzt indes unverändert seinen Sparkurs fort.

Die spanische Zeitung El Pais berichtet unter der Angabe einer nicht genannten Quelle aus dem deutschen Regierungskreis, es sei nicht Deutschlands Position Spanien zu einem Hilfsantrag zu überreden. Es gebe aber „europäische Partner, die Spanien unter Druck setzen, sich für diesen Schritt zu entscheiden“. Dieser Druck komme überwiegend aus Frankreich.

Frankreich ist besorgt, dass die Probleme in Italien auch auf das eigene Land überschwappen könnten. Neue externe Schocks oder Enthüllungen über eine weitere Lücke im Haushalt eines der großen Euro-Länder könnten die Rating-Agenturen dazu bewegen, die Kreditwürdigkeit Frankreichs oder Italiens herabzustufen.

Regierungssprecher Roman Nadal reagierte auf die Unsicherheit über die Haltung Frankreichs mit klaren Worten: „Spanien allein trägt die Verantwortung für die Entscheidung“ für einen Hilfsantrag. Eine offene Frage bleibt, ob es nicht vielleicht zu spät sein wird, wenn es tatsächlich so weit kommt.

Kommentare

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  1. Jürgen Wehder sagt:

    Die Ratingagenturen werden nicht zögern dem ESM das Tripe A abzuerkennen, sollte der Bailout von Spanien durch den ESM getragen werden. Das wird ein Rohrkrepierer.

  2. erik sagt:

    Alle reden über Geld,und nicht über die unterschiedliche Qualitäten der Kulturen in Europa,da liegt der Schlüssel…(Korrektur)

  3. erik sagt:

    Alle reden über geld,und nicht über die unterschiedliche qualitäten der Kulturen in Europa,da liegt der Schlüssel…

  4. Gregor Schock sagt:

    Es geht weder um die Griechenlandrettung noch um die Spanienrettung.

    Die Gelder fließen direkt oder indirekt in die Kassen der Bänkster, die in diesen Ländern investiert haben. Diese Banken wollen ihr Geld zurück haben, damit sie zu neuen Kontitionen (nach der Abstufung des jeweiligen Landes) nit erheblich höheren Zinsen neue Kredit vergeben können.

    Da die Politiker aller Länder das mitmachen, sollte man prüfen ob das nicht den Tatbestand des Hochverrats erfüllt.

    Auf Hochverrat steht in allen Ländern der Erde die Todesstrafe !

    Seit wir ungefragt einen Lissabonvertrag hinnehmen müssen, gilt in der EU erneut die Todesstrafe. Darüber sollten die Politiker einmal nachdenken, bevor sie leichtfertig ihre Nation verschulden, für die nächsten 600 Jahre.

    Immer neuen Forderungen kann man nur sinnvoll begegnen, wenn man nicht mehr zahlt. Dann hört die Zockerei ganz von selbst auf.

    Ich gratuliere den Spaniern, sie sind auf dem richtigen Weg. Nicht zahlen !

    Gregor Schock Hamburg…http://www.polithammer.de

    • Unrechts-Populist Nr.1 sagt:

      Man kann das mit Hochverrat bzw. Landesverrat und der Einführung der Todesstrafe per Lissabon-Vertrag sehen und bewerten wie man will.
      Fakt 1 ist: die derzeitigen €U-Regime incl. das hießige brechen fortlaufend nachweisbar Recht, Gesetz und Verträge und das scheert sie einen Dreck.
      Fakt 2 ist: Genau deswegen werden diese Organisationen an den europäischen Völkern (aber wohl nicht am deutschen Volk) scheitern.
      Fakt 3 ist: zukünftige Regierungen werden sich ebenfalls einen Dreck scheeren, was die jetzigen als Recht und Gesetz dann gerne ansehen würden. Es reicht sogar, wenn sie die jetzigen Gesetze konsequent anwenden.
      Fakt 4 ist: und das scheert mich dann einen Dreck. Denn wem klar ist, wie dieser ehemalige Rechtsstaat zerstört wird, der wird ihm kaum beiseite stehen und in schützen wollen.

  5. Dagmar sagt:

    Die EU – ein Narrenschiff!

    Und unser kunterbunter Hosenanzug aus der Uckermark hält sich wie immer bedeckt.

    Überbezahlte Bürokraten zu Hauf, unfähige Politiker überall, verarmende Bevölkerung EU weit und alle schwabulieren von „Scheitert der Euro, scheitert Europa.“

    AUFWACHEN! Der Dreckseuro hat mit Europa rein gar nichts zu tun. Europa ist, mit oder Euro, ein Kontinent und hat absolut nichts mit der EU oder der Währung zu tun.

  6. p.jansen sagt:

    Müsste doch langsam auch dem letzten Bürger klar sein, dass die EU eine verbr… Vereinigung ist, die es sich zum Ziel gesetzt hat, Deutschland zu ruinieren.

  7. Gerdi sagt:

    Aber klar doch. Jeder drängt den anderen unter den Rettungsschirm und am Schluss sitzen alle darunter. Nur Deutschland nicht, denn das soll ja alles bezahlen. Dieses klar ersichtliche Spiel Brüssels will nur die deutsche Politik nicht verstehen. Nur die träumt noch von der EU, wie sie einmal gegründet wurde. Aber Europa hat sich eben weiterentwickelt. Leider in eine Richtung, wo es nur noch um billiges Geld geht.

    • Christian sagt:

      Während meines letzten DomRep-Urlaubs haben sich eine Italienerin und ein Spanier auf Englisch in der Lobby darüber unterhalten, dass die dummen Deutschen am Ende die Schulden der fehlgeleiteten Wirtschaftspolitik ihrer Länder bezahlen müssen und sie haben sich über uns Deutsche lustig gemacht.
      Ich dachte damals noch, denen werden unsere Politiker schon was erzählen!!!
      Ich hatte unrecht!!!