Telekom Austria sorgt bei dem reichsten Mann der Welt für Milliardenverluste

Der mexikanische Milliardär Carlos Slim hat in den Österreichern seinen Lehrmeister gefunden. Er wollte mit der Telekom Austria einen ordentlichen Profit machen, nun hat diese ihm einen Milliardenverslust beschert. Nicht viel besser erging es Slim mit den Niederländern.

Nach Jahrelangen Spekulationen über eine Investition in Holland und Österreich wurden Anleger und Firmen gewarnt, dass der mexikanische Investor Anteile auf dem europäischen Telekommunikationsmarkt zu Dumping-Preisen aufkaufen wollte. Der Schuss ging nach hinten los. Nur wenige Monate nach dem Einstieg von Slims TK-Unternehmen America Móvil bei der Telekom Austria verlor die Aktie 42 Prozent ihres Wertes. Zu diesem Zeitpunkt war Slims Unternehmen mit 21 Prozent an der Telekom Austria beteiligt.

Auch in den Niederlanden fiel der Aktienkurs der KPN, nachdem America Móvil sich 28 Prozent der Wertpapiere gesichert hatte, um 46 Prozent. Zusammengenommen ergibt sich aus diesen Fehlinvestitionen nach Informationen der FT ein Verlust von rund vier Milliarden Dollar für den reichsten Mann der Welt, dessen Vermögen von dem Bloomberg Billionaires Index auf 75,5 Milliarden Dollar geschätzt wird.

Die Gründe für diesen starken Wertverlust auf dem europäischen Telekommunikationsmarkt sind auf fehlerhaftes Management bei der niederländischen KPN zurückzuführen. Die Firma musste dem Staat 1,4 Milliarden Euro zahlen in einer Regierungsauktion für des 4G-Netzwerkes. Daraufhin kündigte der Konzern an, seinen Aktionären keine Dividende auszahlen zu können.

Die Telekom Austria AG bemüht sich derzeit, den Konkurrenten Yesss aufzukaufen und kürzt seinen Aktionären ebenfalls die Dividenden. Der Konzern verspricht sich durch diesen 390 Millionen Euro Deal einen Anstieg der Marktanteile in Österreich von zwei Prozent, berichtet Reuters. Das Übernahmegeschäft wird jedoch von der österreichischen Kartellbehörde überwacht und kann noch scheitern.

Der Einstieg in den europäischen Markt ist Slim daher deutlich missglückt. Die Anteilskäufe werden von Anlegern als langfristige Investitionen interpretiert. Trotzdem scheint Carlos Slim die finanziellen Schwierigkeiten der europäischen TK-Firmen und die schwache wirtschaftliche Entwicklung unterschätzt zu haben.

„Niemand ist unfehlbar – nicht einmal der reichste Mann der Welt“, sagte Robin Bienenstock, Wirtschaftsanalytiker bei Bernstein. „Er könnte sein Geld zurückgewinnen, aber dies würde viele Jahre dauern.“ Slim ist durch massive Spekulationen in vielen verschiedenen Unternehmensbereichen, von der Tabak-Industrie bis hin zum Mobilfunkgeschäft in Lateinamerika, zu seinem Vermögen gekommen.

Kommentare

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  1. FDominicus sagt:

    „zu seinem Vermögen “

    Man beachte den diffizilen Unterschied. Nicht wie für uns wo der Staat zu „unserem Vermögen“ kommt und es offenbar gründlich „verschlampt“ (ohne Konsequenzen)

    – Berliner Flughafen
    – Hamburger Symphonie
    – Stuttgart 21
    – ESM
    – ESFS
    – Credit Swaps
    – Griechenland“rettungen“
    uvm.

    Er verliert sein eigenes Geld. Aber Staaten verlieren niemals „ihr“ Geld..

  2. Raus aus Europa sagt:

    Wer noch in Euro Länder investiert, ist selber schuld.