Griechischer Finanzminister: Gefahr des Euro-Austritts besteht weiter

Ein möglicher Austritt Griechenlands aus der Eurozone ist nach Meinung des griechischen Finanzministers noch nicht abgewendet. Viel hänge auch davon ab, ob die Regierung den harten Kurs angesichts möglicher sozialer Unruhen fortsetzen könne.

2013 wird das entscheidende Jahr hinsichtlich Griechenlands Verbleib in der Eurozone sein. Denn noch immer bestehe das „mögliche Risiko“ eines Absturzes, warnt der griechische Finanzminister. „Wir können es im nächsten Jahr schaffen, wenn es uns gelingt, an dem Reformprogramm der EU und des IWF festzuhalten“, sagte Yannis Stournaras in einem Interview mit der FT. Doch gefährlich werde es, wenn soziale Unruhen die Koalition dazu bringen würden, vom Sparkurs abzuweichen. Die Gefahr einer drohenden Insolvenz sei noch immer gegenwärtig. Sobald Griechenland seine Schulden nicht mehr bezahlen könnte, wäre ein „Austritt aus dem Euro unvermeidlich“, so Stournaras.

Damit dämpft der griechische Finanzminister den in den vergangenen Tagen gezeigten Optimismus der EU-Regierungschefs und EU-Präsidenten. Immerhin hatten der teurer als erwartet ausfallende Schuldenrückkauf (hier) und die Überweisung der nächsten Tranche zu einer Heraufsetzung der Kreditwürdigkeit geführt sowie die EZB dazu bewogen, wieder griechische Anleihen als Sicherheiten zu akzeptieren (hier). Stournaras betonte, die Genehmigung der 34,2 Milliarden Euro durch die internationalen Gläubiger sei nach den fünf Monate währenden Verhandlungen ein echter „Vertrauensbeweis in die Fähigkeit der Regierung, Reformen umsetzen zu können“, gewesen.

Im kommenden Jahr wolle sich Athen auf den Abbau der Bürokratie im Bereich der ausländischen Investitionen, eine stärkere Privatisierung und ein beispielloses Vorgehen gegen Steuerhinterziehung konzentrieren. Das wird jedoch kein leichtes Unterfangen. Die Privatisierung lief bisher äußerst schleppend, angesichts des hohen Risikos, das Investoren noch immer in Griechenland eingehen würden, und auch bei dem Eintreiben von hinterzogenen Steuern versagte die Regierung nahezu vollständig.

Das Land steht mittlerweile vor dem sechsten Jahr der Rezession und im kommenden Jahr soll die Wirtschaft des Landes noch einmal um vier Prozent schrumpfen. Dennoch erwartet Stournaras im vierten Quartal des kommenden Jahres ein leichtes Wachstum. „Bis Ende nächsten Jahres wird ein Licht zu sehen sein“, so Stournaras. Es werde zwar ein schwieriges Jahr werden, aber wenn das Land weiter das Haushaltsdefizit verringere und die Wettbewerbsfähigkeit verbessere, „wird es 2014 und 2015 viel einfacher“, fuhr er fort.

Kommentare

Dieser Artikel hat 9 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. hugin sagt:

    GRIECHEN UND DIE ANDEREN PLEITESTAATEN – NICHTS MEHR ZAHLEN DANN LÖST SICH DAS PROBLEM VON SELBST !
    Lieber ein Schrecken mit Ende, als ein Schrecken ohne Ende. Ein schlechter Zahn wird gezogen, auch wenns weh tut.

  2. Waldi sagt:

    Gefahr des griechischen Austritts?
    Für wen ist denn das eine Gefahr? Das ist doch eine Chance und zwar sowohl für die Griechen, als auch für die EU.

  3. Frank Furter sagt:

    Der Austritt der Griechen aus der Euro-Zone ist sehr teuer. Aber ihr Verbleib darin wird unbezahlbar.

  4. Nebenerwerbskanzler sagt:

    nur mal so in´s €uropa-Blaue gefragt:
    gab´s eigentlich mal einen Film, in dem Nosferatu und Frankenstein gemeinsam auftraten ?

    • forstimmobilien G. Eser sagt:

      Sie haben Gozilla, Frankenstein und diverse Alienes vergessen. Ansonsten dürfte die EU Regierungsmannschaft komplett swein.

      • Nebenerwerbskanzler sagt:

        Sie haben aber auch sowas von recht!
        Ich habe völlig unreflektiert nur auf die beiden Gestalten auf dem Aufklärungsfoto reagiert und merke nun daß ich die ganzen anderen Bläher nicht berücksichtigt hatte.

  5. Gerdi sagt:

    Nicht drohen – gehen!
    Niemand will die Griechen in der EU als Steuergroschengrab. Nur Frau Merkel!

  6. Erasmus alias Omnius sagt:

    @redaktion

    Seit Tagen/Wochen verursacht ein ad.doubleclick.net/clk;264539520;90195620;h und ein googleads.g.doubleclick.net/aclk?… massive Internet Explorer Browser Scrolling und Bildschirmfreeze Probleme. Gelegentlich kann die Seite über die dafür vorgesehene Schaltfläche des Browser nicht mehr zurückgeblättert werden . Bei DWN besteht das Problem nicht.

    MFG Erasmus