Krise im Gastgewerbe: Griechenland plant Steuersenkung

Im griechischen Gastgewerbe könnte es schon bald zu einer Steuersenkung kommen. Die hohe Mehrwertsteuer hat zu Umsatzeinbrüchen um 40 Prozent geführt. Die Troika wird diese Pläne nicht gerne hören.

Während sich die Euro-Retter zuversichtlich sind, dass Griechenland seine Schulden wird bezahlen können, sieht die Realität anders aus: Um einzelne Branchen vor dem Zusammenbruch zu bewahren, will Tourismus-Ministerin Olga Kefaloyianni die Mehrwertsteuer für das Gastgewerbe von 23 Prozent auf 13 Prozent senken. Im Gastgewerbe sind die Umsätze im Jahr 2012 um 40 Prozent eingebrochen. 4.000 Unternehmen mussten schließen, 30.000 Griechen verloren ihren Job.

Die höhere Mehrwertsteuer war von der sozialistischen PASOK eingeführt worden, um die Löcher im Staatshaushalt zu stopfen. Dass diese Maßnahme nun rückgängig gemacht werden soll, belegt, dass zu hohe Steuern Gift für die private Wirtschaft sind. Eine ähnliche Erfahrungen machen gerade die französischen Champagner-Hersteller.

Für die Troika ist dies keine gute Nachricht: Denn hohe Steuern sind wesentlicher Bestandteil des Plans, um Griechenland im Euro zu halten.

Kommentare

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  1. KKönigKalleWirsch sagt:

    Super, da ist doch mal ne Zahl aus Griechenland. Im Gastgewerbe sind die Umsätze im Jahr 2012 um 40 Prozent eingebrochen. 4.000 Unternehmen mussten schließen, 30.000 Griechen verloren ihren Job. Und das alles für den EURO? Ist das nicht völlig krank?
    Wenn Griechenland den EURO verlässt und die Drachme einführt, ist es zumindest diese Sorgen los.

  2. www.makrointelligenz.blogspot.de sagt:

    Eine nachvollziehbare Maßnahme. Ich habe bereits vor längerer Zeit die Möglichkeit durch Steuerpolitik Ungleichgewichte in der Eurozone zu beseitigen beleuchtet. Wenn Löhne und Preise starr sind, kann durch Steuerpolitik das gleichgewichtige Preisniveau beeinflusst werden. Werden Export (auch Export von Dienstleistungen) und heimische Produkte steuerlich gegenüber Importgütern bevorzugt steigen die Löhne, die heimische Unternehmen bezahlen können und trotz starrer Preise können Ungleichgewicht bereinigt werden. http://makrointelligenz.blogspot.de/2012/10/wie-die-ungleichgewichte-in-der.html

    • KKönigKalleWirsch sagt:

      Das mag so sein, nur welcher Bürokratismus dann dadurch generiert wird, das wag ich mir gar nicht vorzustellen. Drachme einführen und starten.

    • Nebenerwerbskanzler sagt:

      Ist das dann die europäische Harmonisierung von Finanzen & Steuern unter dem Diktat einer EU-Finanzoligarchie? Ich meine unterschiedliche Steuersätze hätten zu den Finanz- und Investitions-Fehlallokationen, den unsinnigen Firmenverlagerungen (z.B. Nokia oder ca. 2000 Gr-Firmen nach Bulgarien etc.) und und den ganzen Blasenbildungen in Europa geführt. Wer gleicht denn dieses Steuerdumping wieder aus? Der deutsche Steuerzahler und Sparer nach der Rückkehr aus seinem vermeintlich billigen Urlaub?

  3. dfaslösadf sagt:

    Wer will schon nach Griechenland, wenn vielleicht jemand heimlich in deinen Kaffee spuckt, und ihn dir schön freundlich tuend serviert ?

  4. syssifus sagt:

    Dadurch werden auch die Touristen nicht mehr werden.Das Chaos und die Ausländerfeindlichkeiten,schrecken einfach ab.Mal bricht der Verkehr zusammen,ein andermal die Versorgung,Streiks sind zwar nachvollziehbar,aber für die Urlauber kein angenehmes Fealing.Der Abstoßungseffekt dadurch,wird immer größer.Da helfen auch keine getürkten Erlebnisberichte imaginärer Griechenlandtouristen.Was mir besonders missfällt,ist die geschürte Hetze gegen Deutschland.

    • Unrechts-Populist Nr.1 sagt:

      „Der €uro schafft ein inniges Band zwischen den Völkern Europas.
      Ohne €uro keinen Frieden!
      Seit dem €uro also endlich nunmehr 12 Jahre Frieden.“
      Wenn man in etwa sowas sagt wird man nicht zwangspsychiatrisiert sondern man bekommt den altenativlosen Friedensnobelpreis.
      Sagt man wo der €uro hinfließt wird´s schon bedenklich.

    • kreator sagt:

      Ich stimme Syssifus zu. Früher bin ich gern nach Griechenland gefahren, aber schon vor der Krise nicht mehr. Abgeschreckt haben mich die hohen Preise (z.T. deutlich höher als in Deutschland – Gier frisst Hirn!), aber jetzt auch die aktuellen Nachrichten. Ich mag nicht in ein Krisengebiet reisen und schon gar nicht in ein Land, das offensichtlich deutschfeindlich geworden ist! Schade!