WDR-Chefredakteur Schönenborn: GEZ ist „Demokratie-Abgabe“

Dder Chefredakteur Fernsehen des WDR, Jörg Schönenborn bezeichnet die GEZ als eine "Demokratie-Abgabe", die alle Bürger aus "Solidarität" bezahlen müssten. Die Aussagen lösten eine Welle des Unverständnisses aus.

In der vergangenen Woche kam es auf der Facebook-Webseite der ARD zu einer Protestwelle gegen die GEZ. Unter einem grotesken Beitrag über „Die Plüschtier-Connection“, in der mit Gebührengeldern über die Leidenschaft des Plüschtier-Sammelns räsoniert wurde, entlud sich der offenbar massive Zorn der Bürger gegen die ab 1. Januar geltende Zwangsgebühr GEZ. Konkret: Zahlreiche Facebook-Nutzer schrieben kritische Kommentare auf der ARD-Seite. Die Kommentare wurden immer heftiger, weil seitens der ARD niemand reagierte. Die erste sichtbare Reaktion der ARD bestand dann darin, Benutzer zu sperren und Beiträge zu löschen. Dadurch wurde die Kritik, wenig verwunderlich, noch schärfer.

Auf die Kritik reagierte schließlich der Chefredakteur Fernsehen des WDR, Jörg Schönenborn. Er bezeichnete die GEZ als eine „Demokratie-Abgabe“, die alle Bürger aus „Solidarität“ bezahlen müssten. Ohne die öffentlich-rechtlichen Sender wäre die Demokratie in Deutschland nicht möglich. Diese Einschätzung löste erst recht eine Welle der Empörung aus.

Kommentare

Dieser Artikel hat 46 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

  1. Hotte sagt:

    Es ist schon etwas verwegen zu behaupten der Gebührenbeitrag sei eine „Demokratieabgabe“. Was sind denn die Fakten? 1) Die Art und Weise wie die Abgabe erhoben wird ähnelt sehr stark einer Steuer; eigentlich ist sie noch etwas intensiver, denn sie muss ja grundsätzlich von jedem bezahlt werden, unabhängig vom Einkommen. 2) Die Rundfunkgebühr wird ganz direkt einer bestimmten Leistung zugerechnet, und unterscheidet sich damit von anderen Steuern deren Leistungsverrechnung unbekannt ist. Dadurch steigt auch die Kritik. 3) Eine Abgabe deren Zustandekommen still und leise, ohne öffentlich Debate nur durch die Länderparlamente durchgewunken wird sollte nicht den Begriff „Demokratieabgabe erhalten. 4) Das Durchschnittsalter der Zuschauer des öffenltich rechtlichen Fernsehen ist über 60. Zur Finanzierung des Programms werden jedoch alle Altersklassen herangezogen. Ist das demokratisch? 5) In Deutschland gibt es im frei empfangabaren Fernsehen den größten Wettbewerb in Europa. Wäre die Demokratie in Deutschland wirklich in Gefahr wenn es das öffentlich rechtliche Programm nicht mehr gäbe?

    Mir scheint als zielen die ganzen Argumente der Befürworter der neuen Gebühr auf zwei Dinge – Erhalt des Status Quo kombiniert mit geringmöglichster Transparenz. Wirklich überzeugend sind deren Argumente nicht.