Oliver Stone sieht die USA auf dem Weg zum Orwell-Staat

Filmemacher Oliver Stone kritisiert die Politik der USA scharf, vor allem die Überwachung der Bürger und das Führen von Angriffskriegen. Erst am Freitag hat der US-Senat den amerikanischen Geheimdiensten weitere Befugnisse übertragen.

Der Oskar-Gewinner Oliver Stone und der Historiker Peter Kuznick haben in einem Interview bei RT die aktuelle Lage in den USA scharf kritisiert. Sie verglichen das Ausmaß der Überwachung sogar mit den Zuständen in George Orwells Roman „1984“. Zwar seien die USA noch keine offene Diktatur, doch man könne sich heute vor dem System nicht mehr verstecken. Für besonders schlimm hält Oliver Stone, dass die Kinder heute diese Zustände akzeptierten. Sie würden sich dem Orwell-Staat nicht widersetzen.

Obama sei ein „Wolf im Schafspelz“, sagte Oliver Stone. Zwar hätten die Menschen ihm nach dem Albtraum der Bush-Präsidentschaft vieles vergeben, doch die Fakten sprächen gegen ihn. Er habe nämlich im Wesentlichen die Politik seines Vorgängers fortgeführt. Die Regierung beachte einfach die Gesetze nicht. Etwa die Überwachung der Bevölkerung oder die Inhaftierungen ohne Gerichtsverfahren habe Obama fortgesetzt. Die US-Regierung werte täglich mehr als 1,4 Milliarden elektronische Nachrichten amerikanischer Bürger aus, ergänzt Kuznick.

Auch der aktuelle Präsident führe Kriege überall in der Welt. Und Obama setze Drohnen viel häufiger ein, als Bush dies getan habe. Bei Bush habe man noch die Überwachung ohne Gerichtsbeschluss kritisiert, bei Obama hingegen habe man es nun mit „Tötungen ohne Gerichtsbeschluss“ zu tun, sagte Kuznick. In den USA gebe es heute eine „blinde Verehrung des Militärs“, man habe den Unterschied zwischen Selbstverteidigung und Angriffskriegen vergessen, kritisiert Oliver Stone.

Am Freitag verlängerte der US-Senat ein Gesetz, das den US-Geheimdiensten weit reichende Befugnisse erteilt. Gespräche mit Beteiligung ausländischer Bürger dürfen nun auch weiterhin ohne Gerichtsbeschluss abgehört werden, berichtet RT. Senator Rand Paul, der Sohn des Präsidentschaftskandidaten Ron Paul, kritisierte die weitere Aufgabe der US-Verfassung. Nach geltendem Recht ist heute in den USA „kein Gerichtsbeschluss notwendig, um deine E-Mails anzuschauen“, erklärte Rand Paul. Harry Reid, der Führer der Demokraten im Senat, kritisierte Paul für dessen Ablehnung des Gesetzes: Paul wolle „Terroristen die Gelegenheit geben, Pläne gegen unser Land zu schmieden“, so Reid.

Kommentare

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  1. poisoner sagt:

    Hier stimme ich natürlich nicht zu. Diese begründungslose Behauptung, Europa habe irgendwas mit der Sowjetunion gemein, ist lancierte Desinformation. Und die, das sollte dem Denkenden mal zu denken geben, findet man auf grundsätzlch jeder zensurträchtigen Site.

  2. Gregor Schock sagt:

    Eine dermaßen präzise Selbsterkenntnis, in Bezug auf den politischen Zustand der USA, hätte ich keinem Amerikaner zugetraut. Das was Oliver Stone und Peter Kuznick gesagt haben sollen, ist aller Ehren wert. Für solche Äußerungen sind bereits Ende der 40er, Anfang der 50er Jahre auch „Prominente“ eingesperrt worden, als man die Jagt auf „scheinbare“ Kommunisten eröffnet hatte. (McCarthy- era)

    Auch zu dieser Zeit wurden diese Verirrungen der Innenpolitik haargenau in Deutschland kopiert. Vermeintliche Kommunisten wurden von der Polizei durch die Straßen getrieben, verprügelt und eingesperrt. Ich war Augenzeuge, am Borsigplatz in Dortmund.

    In der Gegenwart, können wir davon ausgehen, dass im vorrauseilenden Gehorsam, auch in Deutschland die Gesetze umgangen werden, um den Amerikanern zu demonstrieren wie linientreu Deutschland ist.

    Die USA waren nie eine Demokratie. Eine Demokratie beginnt mit der Niederschrift einer Verfassung durch eine verfassungsgebende Versammlung, die unbedingt vom Volk gewählt sein muss. Das war weder in den USA noch in der BRD von 1948-49 so. In den USA haben sich einige Superreiche unter der „Gedankenführung“ eines Alexander Hamilton selbst dazu berufen eine Verfassung zu schreiben.
    Erst Jahrzehnte später hat die Bevölkerung nach und nach davon erfahren, dass es eine Verfassung gab. Der größte Teil der Bevölkerung hat zu der Zeit nicht einmal gewusst, was eine Verfassung ist. Von einem allgemeinen Wahlrecht war man zu der Zeit noch meilenweit entfernt. Wählen durften nur reiche und superreiche, später auch honorige Personen, Frauen und Neger auf keinen Fall.

    Die Demokratie war in den USA und der BRD bereits in ihrer Kausalität eine Missgeburt. Heute wächst es sich zu einem Horrorstaat aus.

    Mir erscheint es so, als wolle man die Horrorsituation der UDSSR unter Stalin noch übertrumpfen.

    Gregor Schock Hamburg….http://www.polithammer.de

    • Gregor Schock sagt:

      Übrigens ist die Schnüffelei des Staates, begangen an seinen Bürgern, nicht neu. Das geschah nicht nur im Ostblock, wie man uns immer wieder glauben machen wollte. Es geschah und geschieht noch immer in der BRD, mit flächendeckender Telefonüberwachung, Postüberwachung und Internetüberwachung, hauptsächlich durch alliierte Dienststellen mit Duldung und mittels Geheimverträgen, mit der jeweiligen BRD-Regierung.

      Nun werden Sie sagen : Wieder so eine Verschwörungstheorie !
      Ich weiß, dass es so war. Aber solange es nur Einzelne wissen, kann es sich nicht verbreiten, denn man glaubt ihnen nicht. Das weiß auch die herrschende Klasse, aber es ändert sich langsam etwas.
      Je schneller wir auf den Untergang zusteuern, desto mutiger werden die Medien. Hierzu ein Internetauftritt von 3sat.

      http://www.3sat.de/page/?source=/kulturzeit/lesezeit/166156/index.html

      In diesem Zusammenhang möchte ich an den Untergang des Schröder-Regimes erinnern. Für wenige Tage entstand ein Machtvakuum und schon haben fast alle Medien die realen Arbeitslosenzahlen veröffentlicht und zwar statt 2.9Mio. plötzlich 9.5-10.5 Mio. Welch ein Zufall !

      Mit Bezug auf den Untergang des Abendlandes und den USA, opfern Sie drei Minuten für ein Video von Christoph Hörstel (Journalist).

      http://www.youtube.com/watch?v=dbkgi56fs-c

      MfG. Gregor Schock Hamburg….http://www.polithammer.de

  3. fan sagt:

    In den USA werden bereits Umwelt-Protestler wie Terroristen behandelt und inhaftiert..!

    Das wird auch in Europa so kommen, wenn erst mal die Brüsseler van Rompuy- und Barroso-Diktatur fest installiert ist – mit Unterstützung von der ehemaligen DDR- und Volkskammer-Anhängerin Merkel und dem ESM-Gouverneur und ESM-Diktator Schäuble..!

    Nochmals: Wacht auf und wappnet Euch..!

  4. fan sagt:

    Und Die Brüsseler EU-„Führer“ sind dabei, mit der Euro-Sozialistischen-Machtergreifung die EU in eine Diktatur überzuleiten und werden noch den US-Orwell-Staat eines Tages überholen wollen.

    Schon Thomas Jefferson hat gesagt: »Der gewichtigste Grund, weshalb die Menschen das Recht behalten müssen, Waffen zu tragen, ist, … sich vor Tyrannei in der Regierung zu schützen« – und genau das ist der Grund, warum die Waffen-Hysterie in den USA und hier in Europa aufgebauscht wird. Ich bin für die Beibehaltung der Waffen-Zusatzartikel in der amerikanischen Verfassung – die Menschen müssen sich gegen Staatsterror, Repression und Diktatur verteidigen können.

    Bei dieser Gelegenheit: Die Amerikaner können sich noch gut an die verbrecherische Politik eines McCarthy erinnern – und wir in Deutschland sollten das mehr als eindringlich ebenso bei den Brüsseler Diktatur-Bestrebungen, die von Merkel, Schäuble, van Rompuy usw. mehr als unterstützt werden.

    Leute, wacht ganz einfach auf und träumt nicht arglos weiter..!

    • lesefuchs sagt:

      klar und der kleine Mann hat ja auch die Chance mit seiner Flinte dicht genug an die staatslimousinen ranzukommen und sich zu wehren. und dann wird seine gegenwehr gegen die regierenden unheimlich wirksam, wenn er mit seiner taubenflinte auf 6cm panzerung schiesst!!! selten solch einen Unsinn als begründung der amerikanischen waffengesetze gelesen!

  5. bate sagt:

    Na Herr Stone, das sind Sie mit Ihrer „Einsicht“ aber „früh“ dran.
    Die US-Aktiengesellschaft (D.C. Act of 1871) ist seit mindestens 2001 ein Polizei“staat“.

    Man schaue sich mal Flaggen an, um warum manche Flaggen einen Goldrand haben.

  6. M. Rabe sagt:

    „Auf dem Weg“ kann er getrost entfallen lassen, wir sind mitten drin …..

  7. Andreas sagt:

    tja die müssten mal entamerikanisiert werden wie so manch andere die kriegslüstern waren . Zur not ist ja noch der Russe da