Griechenland soll Steuern direkt von Bankkonten der Bürger abbuchen

Die Troika schlägt Athen die Einführung einer staatlichen Einzusermächtigung vor. Die griechische Regierung war nämlich nicht in der Lage, ausstehende Steuern in der Höhe von 55 Milliarden Euro einzutreiben. Nun soll Athen die Steuern direkt von den Konten der Bürger abbuchen.

Die griechischen Steuerbehörden sind unverändert unfähig, die fälligen Steuern bei den Bürgern einzutreiben. Hinzu kommt, dass infolge der Renten- und Gehaltskürzungen viele Bürger einfach nicht mehr in der Lage dazu sind, ihre Steuern zu zahlen. Athen muss aus diesen Gründen auf Steuereinnahmen in Höhe von 55 Milliarden Euro verzichten.

Monatlich kommt rund eine Milliarde zu dieser Summe hinzu, wie Kathimerini berichtet. Für 2012 entspricht das einer Neuverschuldung in Höhe von rund 12 Milliarden. Innerhalb des letzten Jahres konnte das griechische Finanzamt gerade mal eine Milliarde der Altlasten sowie eine Milliarde der Neuverschuldung einfordern.

Diese Steuereinnahmen entsprachen nur knapp den Forderungen der internationalen Gläubiger. Die Troika fordert nun in einem Bericht die griechische Regierung zusätzlich zu Reformen auf. Die Behörden sollen dazu ermächtigt werden, notfalls automatisch auf die Konten der säumigen Steuerzahler zugreifen und die Fehlbeträge abbuchen zu dürfen. Außerdem soll in Erwägung gezogen werden, in Zukunft keine Schulden mehr abzuschreiben.

Die fehlenden Steuereinnahmen sind nur ein Teilproblem der griechischen Schuldenkrise. Immer wieder kommen neue Korruptionsvorwürfe gegen führende Politiker ans Licht (mehr hier). Auch die Exekutive hat mit Skandalen zu kämpfen: der oberste Drogenfahnder soll in Drogengeschäfte verwickelt sein (hier).

Kommentare

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  1. fan sagt:

    Die sogenannte EU-„Führer-Elite“ und die Troika-Bubies verirren sich immer mehr ins ökonomische Nirwana, laufen einer Fata-Morgana nach und werden in der Klapse landen..!

  2. Sozialkritiker sagt:

    Die Welt steht Kopf.

    Wenn Bank X kein Geld mehr hat, sagt der Staat bzw. die EU: hier bitte, Uberweisung folgt.

    Wenn Buerger X kein Geld mehr hat, sagt die EU bzw. der Staat: Einzugsermaechtigung ausfuellen.

    Der Hund beisst sich in den Schwanz.

    Vielleicht sollte die EU mal in der Realitaet ankommen: das griechische Volk ist Pleite.

  3. consuela rodrigez sagt:

    Schon wieder eine Verschwörung bestätigt – so was aber auch
    Jetzt habt ihr’s schriftlich – EU: »Die Beleidigung von Christen ist Kunst« Udo Ulfkotte
    Wer den Islam zu laut kritisiert, der muss in der EU schnell mit Strafverfahren rechnen. Wer vorsätzlich Christen beleidigt, der wird jetzt von der EU ausdrücklich in Schutz genommen. http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/udo-ulfkotte/eu-die-beleidigung-von-christen-ist-kunst-.html

    • fan sagt:

      @ consuela rodrigez,

      ich fühle mich durch den Menschen-verachtenden Islam beleidigt, weil ich mir meine persönliche christlich-humanistische Erziehung und Kultur nicht zerstören lassen will..!

      Und die Mitteilungen von Dr. Udo Ulfkotte vom KOPP-Verlag sollte jeder lesen, am besten x-Mal, damit man endlich kapiert, von welcher Politik wir uns bevormunden und demütigen lassen müssen..!

      • Unrechts-Populist Nr.1 sagt:

        Ich frage mich schon lange, warum die multi-kulti-Jünger eben gerade nicht wirklich konsequent multi-kulti , sondern so gaaanz ganz spezifisch multi-kulti sind.
        Nach den verheerenden Erdbeben in Haiti hätte man doch zumindest einige hunderttausend Menschen in die BRDDR einwandern lassen können. Außerdem gibt es viele arme Fillipinos, die dankbar wären wenn sie in Deutschland zu multi-kuli beitragen dürften, ganz abgesehen von anderen Kulturen, u.s.w., u.s.w..
        Aber nichts dergleichen, keine Forderung von grün-rot, mit diesen Menschen die Vielfalt zu steigern und ihnen zu helfen. Woran mag´s bloß liegen? Ich bin enttäuscht. Sind die genannten uns irgendwie zu ähnlich, schaffen sie zuwenig inneres Konfliktpotential um die EU-Machthaber zu stabilisieren oder sind die Machthaber einfach nur selektions-rassistisch?
        Die einfachste Antwort ist die auf die Frage „qui bono / wem nützt es“
        und sie lautet: „Teile und herrsche“.

  4. poisoner sagt:

    Wir sind einen Schritt weiter. ARD-Zwangsgebühr ist nichts anderes als eine Stunde Zwangsarbeit im Monat.

    Der Corporatismus ist auf dem Siegeszug und Ursache der Verwerfungen. Früher nannte man Aktien und Staatsanleihen Risikopapiere, weil das Risiko bestand, das Unternehmen oder der Staat könnte bankrott gehen. Da machten Ratingagenturen noch einen gewissen Sinn.
    Gelddruck- und Bailoutzeiten sind Umschichtungszeiten, bis wenigen alles und vielen gar nichts gehört.
    Jeder, der bis Drei zählen kann, konnte wissen, daß die Börse gegen die marode Weltwirtschaft steigen wird. Früher 1 Prozentpunkt im IFO und alle liefen warfen ihr Depot auf den Markt.

    Spekulation, Wette, Risiko, Volkswirtschaft, BWL, Momentum – das ist Schnee von gestern. Selbst wenn Frankreich und Spanien gemeinsam ausfallen, jubeln die Börsianer. Wette?

  5. Franzi G. sagt:

    Aber wir sollen mit unseren Steuergeldern geradestehen für diesen Sumpf! NEIN,NEIN, NEIN!

  6. Nebenerwerbskanzler sagt:

    Die Überschrift trifft exakt in´s Schwarze!
    Nur die Ausführung scheint mir etwas aberteuerlich und nicht realisierbar.
    Denn die fehlenden Steuern für Griechenland müssen natürlich bei deutschen Steuerzahlern direkt abgebucht werden. Die lassen das mit sich machen und zwar seit langem indirekt! Waraum aber nicht auch direkt? Ignorant wie man hier ist!
    Dann hätten viele kein Geld mehr für den monatlichen Riester- Renten- und LV-Beschiß, bei dem am Ende doch eine (Teil-) Enteignung stehen wird und die Enttäuschung beim späteren Abrutschen ins Prekariat wäre nicht so heftig.
    Verkaufen könnte man das hier doch jedem Rot-Grün-Schwarz-Wähler als Inter-Nationalsozialistische Gerechtigkeit.

  7. Unrechts-Populist Nr.1 sagt:

    Das Kernproblem ist doch auch, daß viele Steuern, die bei uns üblich sind im wohl-habenden Griechenland (ich meine nicht das Volk) gar nicht erhoben werden, mangels fehlender Gesetze. So sind die griechischen Reeder aufgrund einer EU-Sondervereinbarung m.W. erheblich steuerlich begünstigt ( ich meine: es gibt für diese keine Gewerbesteuer) auch z.B. gegenüber deutschen Firmen.
    Außerdem haben die natürlich ihre Konten geleert oder in Singapur oder in einem europäischen Piratennest, welches von der EU-Bagage geschütz wird.
    Und wenn dann doch Steuern abgebucht werden mag doch bloß keiner glauben, daß das im griechischen Steuersäckel ankommt.
    Was soll sich also schon ändern, wenn das Plünderungssystem so hervorragend funktioniert: Dort die Gauner und Abzocker und hier ihre politischen Helfershelfer und die geleimten BRD-Tölpel und über allem thronend die Banken sowie die Hedge-und Rentenfonds und natürlich die Fakelaki-Waffenlieferanten

  8. Peter G. sagt:

    Ja, wie nun? Wenn die griechischen Bürger nicht in der Lage sind ihre Steuern zu zahlen, soll der Staat diese von ihren leeren Konten abbuchen? Oder ist die propagierte Absicht nur wiederum eine Alibiveranstaltung, und man hat gar nicht die Absicht etwas zu ändern, solange das Geld alternativlos fließt?

  9. Agincourt sagt:

    In der BRD wurde diese „Besteuerung“ über Einzugsermächtigung mindestens für die Beitreibung KFZ-Steuer in der Mehrzahl der Länder demokratisch transparent bereits vor Jahren handstreichartig auf dem Verordnungswege durchgesetzt.

    In Niedersachsen neben bunten Taxis, der Streichung des Blindengeldes und der vom Wachstumswahn befeuerten Aufweichung der Ladenschlußzeiten zu Lasten zumal alleinerziehender Mütter (besonders sinnvoll, wenn das Geld beim Durchschnittsbürger Staat sei Dank immer weniger wird) das einzig bleibende Vernächtnis der Freibierfresse Wulff und der „christlichen und familienverwurzelten“ Schwattenpartei.

    Auch bei dieser Art der Abzocke übernahm die Berliner Demokratenriege also wieder einmal die Vorreiterrolle – von Angies Blockparteien lernen heißt siegen lernen.

    Auch in GR.

    I.ü. ist das ganze Verfahren sinnlos, wenn das Konto des Steuerbüttels keine Deckung aufweist – womöglich aber wird die „Troika“ alle Griechen und die griechischen Banken in einem nächsten Schritt dazu zwingen, von Gesetzes wegen einen „Steuer-Dispo“ auf Ihrem Konto einzurichten.

    Dort können dann weitere „Rettungsmilliarden“ auis Draghis Entertaste zwischengeparkt werden, wohlgemerkt zu mindestens 10% üppig renditiert.

    Der Grieche hat für die „Tilgung“ dieses Entertasten-Steuerdispos nebst Zins und Zinseszins anders als Goldmann am Main („EZB“) natürlich hart zu arbeiten, mindestens bis ins siebente Glied…

    Eine weitere Aufstockung des Kredit- und Zinskartenhauses – die Kugel läuft weiter im globalisierten Falschgeldcasino.

    Und falls es mit dem Arbeiten bei den Griechen nix wird: Garantieren tut alles der „ESM“ und damit der Zifpelmützenmichel.

    Mit dem kann man mittlerweile alles machen.

    Im Bedarfsfall mit der demokratischen Schuldkeule.

    Ne, man sehnt die Karthasis geradezu herbei.

    • FDominicus sagt:

      Sie können diese Einzugsermächtigung unproblematisch wiederrufen. Ist zwar lästig aber machbar….