Beamte in den Ländern fordern mehr 6,5 Prozent mehr Gehalt

Der Deutsche Beamtenbund fordert 6,5 Prozent mehr Gehalt für die Landesbediensteten. Er begründet die Forderungen mit den steigenden Lebenserhaltungskosten und der Inflation.

Der Deutsche Beamtenbund geht mit hohen Gehaltsforderungen in die Tarif-Verhandlungen mit den Ländern. Klaus Dauderstädt, Bundesvorsitzender des Deutschen Beamtenbundes, forderte am Samstag im DLF nicht weniger als 6,5 Prozent mehr Geld für die Landesbeamten. Sein Maßstab dabei sei der Tarifabschluss mit Bund und Kommunen in Höhe von 6,3 Prozent: „Auch da war die Forderung 6,5 Prozent.“

Die Bundesländer stecken allerdings trotz Rekordsteuereinnahmen in einer schwierigen finanziellen Lage. Und die Lage wird sich aufgrund des zu erwartenden wirtschaftlichen Einbruchs auch noch deutlich verschlechtern. Auch liegen die Forderungen des Beamtenbundes deutlich oberhalb der durchschnittlichen Lohnerhöhungen in Deutschland. Diese liegen, sogar wenn man die geringfügig Beschäftigten herausrechnet, bei nur circa 3 Prozent, so das Deutsche Statistische Bundesamt.

Doch Dauderstädt meint, dass die Forderung von 6,5 Prozent „nicht hoch“ ist. Er begründet dies damit, dass den Beamten keine Reallohnverluste zugemutet werden dürften: „Denn wir haben Inflation, wir haben Preissteigerungen, wir haben Energiekostensteigerungen, wir haben Mietkostensteigerungen.“ Und dies alles müsse aufgefangen werden. Die Beamten hätten einen gesetzlichen Anspruch auf „Teilhabe an der Entwicklung in der Gesamtwirtschaft“, ergänzt Dauderstädt.

Zwar stimmt es, dass die Verbraucher deutliche Preissteigerungen zu erwarten haben. Doch dies trifft auf alle Verbraucher zu. Und von einer „Teilhabe an der Entwicklung in der Gesamtwirtschaft“ kann nicht die Rede sein, wenn die Gehälter im öffentlichen Dienst um ein Vielfaches mehr steigen, als die Gehälter der übrigen Beschäftigten. Doch genau das passiert seit Jahren.

Dauderstädt formulierte auch schon die ersten Drohungen an die Verhandlungspartner auf Seiten der Länder. Wenn es nicht zu einem Kompromiss komme, dann „stehen sehr schnell Urabstimmungen und auch Arbeitskampf im Raum“. Zwar sei Streik für Beamte ausgeschlossen, doch könnten sie sich an Demonstrationen beteiligen. Dafür könnten die Beamten „ihre Mittagspause vielleicht nutzen oder sich ausstechen oder gegebenenfalls mal einen Tag Urlaub nehmen“, warnt Dauderstädt.

Das ganze, sehr interessante Interview beim DLF – hier.

Kommentare

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  1. Peter M sagt:

    ahh, endlich hab´ich das Loch gefunden, aus dem die ganzen Beamtenhasser kriechen. Keine Ahnung, aber immer druff. Keine Angst ich als Beamter werde schon nicht reich werden als Knecht des Staates. Ihr dürft aber weiterhin euer dummes Zeug bei mir loswerden, wenn ihr mich auf der Straße trefft.
    Steckt euer Geld weiter lieber in die Banken, in die Pharmazie, in die Mineralölfirmen und Energieversorger. Bei denÄmtern, der Polizei usw gibt es übrigens keine Milliardengewinne.

  2. mittl. Dienst sagt:

    … wer spricht von dicken Pensionen? Wenn Politiker, Abgeordnete etc. sich stillschweigend die dicke Kohle in den Sack stecken heisst das noch lange nicht, dass beispielsweise der größte Teil – der mittlere Dienst- da in irgendeiner Weise von profitiert. Hinter einem Beamten steht genauso ein Mensch, der für seine Arbeit entlohnt werden will. Die Leute in der freien Wirtschaft kassieren Provisionen, Gehaltserhöhungen und Ähnliches.. Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld- was ist das, frage ich mich als Beamtin? Und oh ja: Mietsteigerungen, Nebenkosten, Sprit- DAS KOSTET GELD. MIt Luft kann ich das nicht bezahlen. Die Zeit, in der Abwrackprämien angeboten worden- davon hör ich nix mehr. Das die Leute in der freien Wirtschaft aber ordentlich Kohle verdienen (beispielsweise in der Autobranche), darüber schweigen wir einfach mal?! Auch Beamte haben ein Recht auf mehr Geld- und wir haben es verdient! Wird Arbeit überhaupt noch wertgeschätzt? Polizisten, Justizvollzugsbeamte, Richter, Beamte der Verwaltungen, die Müllabfuhr… Dahinter stecken Arbeitnehmer, die Geld verdienen wollen!!!

  3. bate sagt:

    Ok, dan aber bitte auch in die staatliche Rentenversicherung einzahlen und nicht parasitär davon leben, dass das andere für einen tun.

    Jaja, jetzt kommt die alte Leier vom niedrigen Brutto. Von den geringeren Abzügen ggü. einem Arbeitnehmer immer schön das Mundwerk halten…

    Beamte sind Diener des Staates und nicht Profiteure, und der Staat sind immer noch die Menschen in diesem Land (Art. 20.2 GG).

  4. Thomas sagt:

    Viel zu viel Staat und viel zu viel Ausgaben für Beamte.

    Das wird uns ganz kräftig einholen! Ich kenne von vielen Beamten die Einkünfte! Viel zu hoch sind die! Und Sozialversicherung zahlen sie auch nicht! Dafür bekommen sie aber dicke Pensionen. Und beim Arzt sind sie Privatpatient …

    Diese Spezies gehört zum größten Teil abgeschafft. Vielleicht entsteht dann auch wieder etwas Leistungsbereitschaft (z.B. bei den Lehrern …).

  5. fan sagt:

    Liebe DMN,

    warum lassen Sie hier die Kommentare nicht auch 2 oder 3 Tage stehen..?

    Wurde da zu viel Wahrheit geschrieben..? Sind Beamte als Kaste mehr als andere über-rücksichtsvoll zu behandeln..?

    Manchmal sind die DMN für mich ein Rätsel..!

  6. winfried trautsich sagt:

    Ich versteh nicht, wie man einen Tarifabschluss mit Bund und Kommunen in Höhe von 6,3 Prozent verantworten kann und so an der Preisschraube nach oben dreht.

    Nun kommen natürlich die Beamten, die sich den Lohnforderungen angleichen
    wollen. Wenn die Lebenserhaltungskosten und die Inflation steigen, dann doch
    hauptsächlich durch die höheren Gebühren und Steuern von Bund, Länder und
    Gemeinden.

    Bin in der Pflege beschäftigt. Dort wurden seit 1997 keine höheren Löhne mehr
    bezahlt. Wenn andere Berufsgruppen ständig wegstecken, können sich mächtigere
    weiterhin schön bedienen.

    Der Rest soll sich wohl mit Hartz-4 aushelfen. So schafft sich Deutschland natürlich selbst ab.

  7. Kommune sagt:

    Die Gesamtwirtschaft nimmt seit ca. 14 Monaten Verluste hin, eine Gehaltsverzicht wäre daher angebracht.

    Und i.Ü. nimmt nam keinen Urlaub, sondern dieser hat nach Antrag auf Basis der betrieblichen Erfordernisse genehmigt zu werden.
    Hier kann doch keiner Arbeiten wie und wann er gerne mal möchte?!?

    Auch die Beamten sollten mal einsehen, dass sich Europa seit Jahren in einer Krise befindet, wir sind nicht China (Wirtschaftsweltmeister) oder USA (Leitwährender).
    Da wird Europa nun mal nur 3. Sieger (um nicht zu sagen: „neue“ 3. Welt) werden, wir müssen uns dies nur mal bewusst machen.
    Wir sind nicht mehr die 1. Welt!

    • Roland sagt:

      Wenn die ganzen Jammerfüchse anstelle rauchend vor RTL II zu sitzen, ihren Hintern mal hoch kriegen würden, sich gewerkschaftlich organisieren würden, dann klappt es auch mit einer fairen Entlohnung.
      Da die Beamten immer noch knapp 20% hinter der allg. Lohnsteigerung liegen (Verzichte aus der Vergangenheit, Streichungen und Eigenkostenanteile) ist diese Dikussion eine Ohrfeige für alle Beschäftigten im öffendlichen Dienst. Mann muss ja nicht hinnehmen, dass Deutschland zum Lohndumpingland in der EU geworden ist und deswegen sogar aus Brüssel angemahnt worden ist. Übrigens sind im öffendlichen Dienst nicht nur Lehrer Richter und Amtsräte.
      Denkt mal drüber nach.