Investoren: Deutschland wird Eurozone nicht verlassen

In einer aktuellen Umfrage rechnen nur noch 2,1 Prozent der privaten und institutionellen Investoren für das Jahr 2013 mit einem Ausscheiden Deutschlands aus der Eurozone. Selbst für Griechenland erwartet die große Mehrheit der Großanleger, dass es den Euro beibehalten wird.

Nur noch 25 Prozent der Anleger erwarten, dass innerhalb eines Jahres ein Land die Eurozone verlassen wird, so das Ergebnis der Dezember-Umfrage von Sentix unter 778 privaten und institutionellen Investoren. Das ist der niedrigste Wert seit Einführung des Indikators im Juni 2012. Noch im Juli des vergangenen Jahres hatten 73,3 Prozent der Investoren mit dem baldigen Ausscheiden mindestens eines Euro-Landes gerechnet.

Für Deutschland erwarten sogar nur noch 2,1 Prozent der Befragten ein Ausscheiden aus der Eurozone in den kommenden 12 Monaten. Im August des vergangenen Jahres hatte dieser Wert mit 9,3 Prozent seinen vorläufigen Höchststand erreicht und ist seitdem stetig gefallen. Grund für den niedrigen Wert im Dezember dürfte unter anderem die anhaltende, konsequente Euro-Treue aller verantwortlichen deutschen Politiker sein.

Austrittskandidat Nummer eins bleibt Griechenland. Doch immerhin noch 22,5 Prozent aller Investoren erwarten, dass die Griechen die Gemeinschaftswährung im Jahr 2013 verlassen werden. Im November waren es noch etwas über 30 Prozent, im Juni sogar fast 90 Prozent der Befragten. Grund für den Rückgang könnten der Schuldenrückkauf Anfang Dezember und die scheinbare Entspannung an den Finanzmärkten in den letzten Wochen sein, vermutet Sentix.

Auch für die Peripherieländer Portugal, Spanien und Italien erwarten derzeit nur jeweils 2 bis 2,5 Prozent der Investoren ein Ausscheiden aus dem Euro in den kommenden 12 Monaten. Für Zypern hingegen liegt der Wert bei rund 10 Prozent. S & P senkte die Kreditwürdigkeit des Landes im Dezember gleich um zwei Stufen (mehr hier).

All diese Zahlen spiegeln allerdings lediglich die in einer Umfrage gemachten Angaben von 778 Großanlegern wider, nicht die Realität. Selbst wenn man hier wohl davon ausgehen kann, dass die Investoren ihre Ansichten wahrheitsgemäß geäußert haben, ist die Vorhersagekraft ihrer Meinungen begrenzt. Denn in der Finanzwelt auf die Schwarmintelligenz zu setzen, ist genauso sinnvoll, wie darauf zu vertrauen, dass bei Wahlen der beste Kandidat gewinnt.

Kommentare

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  1. Sozialkritiker sagt:

    Yep, ausserdem tragen die Investoren das Risiko od. machen vermutlich sogar gute Geschaefte durch die amtlichen Manipulationen innerhalb der Waehrungszone.

    Ein Auseinanderbrechen der Eurozone oder ein Ausscheiden eines einzelnen Staates ist nicht wirklich in deren Interesse. Im Gegenteil. Solange die Musik spielt koennen sie weiter zocken…

    Der wahre Umbruch kann nur von der Masse kommen, die in Kuerze nichts mehr in der Tasche hat. Dank eines Herr Barroso. Aber keine Angst, es gibt eine Reihe von Bildern fuer Steckbriefe, sobald sich der Zirkus samt Direktion verabschiedet…

    • Ariovist sagt:

      Da seien Sie einmal nicht so sicher! Die Euroliten haben schon vorgesorgt: Das ist die GENDFORCE mit Befehlsstand in Vicenza mit dem Natogeheimdienst GLADIO. In Griechenland kam die Gendforce schon zum Einsatz, nur wurde es medial verschwiegen; die eingereisten „Zivilpersonen“ wurden an ihrem Gepäck erkannt.

      • hinterwald sagt:

        kennen sie eigentlich william s burroughs. er hat einen sehr schönen satz geprägt:

        „paranoia zu haben heisst noch lange nicht, daß SIE dich am ende nicht doch kriegen!“

        in diesem sinn, grüße in den atomschutzbunker 😉