Barroso: Die Euro-Krise ist offiziell beendet

Der Chef der EU-Kommission Barroso sagt, die Risiken für die Eurozone seien verschwunden - die Krise wird nun in Brüssel offiziell für beendet erklärt. Die Märkte hätten verstanden, dass die europäischen Führer den Euro um jeden Preis bewahren werden.

Der Präsident der Europäischen Kommission José Manuel Barroso teilt mit, dass die Euro-Krise mit Beginn des neuen Jahres unwiderruflich und endgültig beendet ist. Er schließt sich damit der Beurteilung seines Kollegen Herman Van Rompuy, Präsident des Europäischen Rats, an, der vor Weihnachten den Beginn eines hundertjährigen Friedens angekündigt hatte.

Investoren seien zuversichtlich, dass die Eurozone den schlimmsten Teil der Schuldenkrise überstanden habe, zitiert EU Observer den Chef der Europäischen Kommission José Manuel Barroso. „Die Risikowahrnehmung in der Eurozone ist verschwunden“, sagte er in einer Rede vor portugiesischen Diplomaten. „Investoren haben verstanden, dass die europäischen Führer es ernst damit meinen, dass sie alles zum Schutz des Euro tun wollen“, so Barroso.

Barrosos Äußerungen sind auch als Reaktion auf die jüngsten abweichlerischen Tendenzen in Portugals Führung zu verstehen. Denn Anibal Cavaco Silva, der Präsident von Barrosos Heimatland, hatte die Troika in seiner Neujahrsansprache in aller Deutlichkeit kritisiert: Ihre Politik führe in einen „Teufelskreis“ aus wirtschaftlichem Rückgang und niedrigeren Steuereinnahmen (mehr hier).

Barroso räumte ein, dass sich sein Geburtsland Portugal in einer „sozialer Notlage“ befinde. Im Hinblick auf Kritik, dass die von der EU geforderte Kürzungspolitik für die gestiegene Arbeitslosigkeit verantwortlich sei, zeigte er Verständnis: Die EU-Kommission sei bereit, einige Veränderungen an ihren Programmen vorzunehmen „um die sozialen Kosten zu minimieren“.

Schon Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hatte im Dezember mitgeteilt, der schlimmste Teil der Euro-Krise sei vorbei.

Es besteht kein Anlaß, an den Mitteilungen aus Brüssel aus Brüssel zu zweifeln. Die Kommission hat wirkungsvolle Konzepte entwickelt, um die restlichen noch verbleibenen marginalen Probleme in der Euro-Zone zu lösen.

Dazu zählt, dass zum Beispiel die griechischen Banken kurz vor der Pleite stehen. Außerdem ist aufgrund einer massiven Ausweitung der Euro-Geldmenge die Gefahr von Preissteigerungen so hoch wie nie zuvor.

Zwar befindet sich die europäische Realwirtschaft im Sinkflug, etwa bei den Automobilherstellern, weil die Zahl der Neuzulassungen weiter sinkt (mehr hier). Auch der deutsche Einkaufsmanager-Index ist weiter gefallen und prognostiziert einen wirtschaftlichen Rückgang. Als Folge der schwächelnden Wirtschaft rechnen Beobachter für die Eurozone im Jahr 2013 mit einer deutlich höheren Arbeitslosigkeit (mehr hier).

Aber dafür gibt es ja die EU: Mit der Kraft des positiven Denkens, von Van Rompuy zu Weihnachten verordnet, wird Brüssel den Kontinent sicher zum Erfolg führen, um das Friedensprojekt Euro auch für die nachfolgenden Generationen zu einem spürbaren Erlebnis werden zu lassen.

Kommentare

Dieser Artikel hat 68 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

  1. dr_sokrates sagt:

    Jetzt, gut ein halbes Jahr später, kann man Barroso nur zustimmen. Er hat sich als weitsichtiger und gut informierter Staatsmann erwiesen. Ihm allein schenke ich mein volles Vertrauen.

    Im Ernst, wie war es nur möglich, daß all diese Barrosos, Schulzes, Schäubles, van Rompeuys und Draghis einen so fulminanten Aufstieg in den Institutionen vollziehen konnten.
    Der normale Menschenverstand sagt mir zumindest eindeutig, daß wir es hier mit Dampfplauderern und Dünnbrettbohrern zu tun haben, keinesfalls können sie aber mit Kompetenz glänzen.

  2. Edgar sagt:

    Die Eurokriese ist offiziell beendet…
    Alle Kühe sind lila und die Erde ist eine Scheibe!

    Herr Barroso…ich weiß nicht was Sie täglich einnehmen….aber:
    Bitte nehmen Sie weniger!!!!

  3. Kinta Kunte sagt:

    Na, das ist ja ein ganz Schlauer. Aus welchem Zirkus ist denn der entlaufen? Vielleicht aus dem chinesischen Staatszirkus, wo er als ehemaliger Maoist als Pausen Clown nicht mehr gebraucht wurde?

  4. hinterwald sagt:

    es gibt gerade ein schönes zitat von moshe zuckermann in sachen „antisemitismusstreit“, das hier auch sehr schön passt

    „“Schauen Sie, man könnte jetzt eine Endlosschleife konstruieren, bei der sich, wie bei jedem paranoiden Syndrom, ein ganzes Universum auf der Basis einer irrigen Grundannahme errichten lässt. Wenn jemand beschlossen hat, dass Augstein ein Antisemit ist, wird er sich keine Sophisterei entgehen lassen, um dies auch zu belegen. Was hierbei als Beweis angeführt wird, mag objektiv noch so falsch sein, es ist es aber nicht für den, der diesen Beweis braucht, um die paranoide Endlosschleife am Leben zu erhalten. Denn was für ein Leben hat der Paranoide ohne seine Paranoia?““

  5. HoppSchwiiz sagt:

    LOL, wenn Hr. Barroso neuerdings zaubern kann, dann soll er doch bitte alle Europäer mit ewigem Sommer und ebensolcher Siesta, unterbrochen von Beachparties bescheren.

  6. otto936 sagt:

    Erinnert an „sozialistische“ Lösungen im ehemaligen Ostblock – Problem wird einfach für erledigt erklärt. Per Parteibeschluss.

    Und schon ist die Welt wieder in Ordnung. Brüssel ist das neue Moskau – und die Funktionäre dort sind genauso von der Realität entkoppelt wie einst die Führung der KPdSU.

  7. Nebenerwerbskanzler sagt:

    Ich bin ja ein überzeugter Anhänger von Wiederverwertung.
    Nun finde ich hier ein geradezu köstliches Zitat, welches – so denke ich – für meinen Vorschlag (noch viel besser passend als hier) recycelt werden sollte.
    Liebe Journalisten und Nachrufs-Schreiber, wenn denn nun dereinst Herr Barruso oder Herr van Rompuy oder gar der Spezialdämokrat Herr Schulz oder wie die gekürten FNPTs alle heißen mögen mehr oder weniger rasch ihrer irdischen Hüllen entledigt sein werden, was für ein knackig schöner und adäquater Nachruf – gewissermaßen eo ipso – wäre doch folgender:
    „der Friedens-Nobel-Preis-Träger XUYZ hat mit Ablauf des heutigen Tages seine einnehmende Tätigkeit unwiderruflich und endgültig beendet“.

  8. DerDorftrottel sagt:

    Hiermit erkläre Ich den Winter für abgeschafft.
    Der Klimawandel ist deffinitiv erledigt und
    H.Barroso ist intelligent.

  9. Beobachter sagt:

    Und im Oktober 2013 kommt ein herber Rückschlag. Bis dahin mus Ruhe herschen, im September ist Bundestagswahl in Deutschland :-) Ich hoffe nur, dass jede Lüge unserer „Herren“ irgendwann entsprechend „gewürdigt“ wird. Das hilft zwar nachher niemandem mehr, bringt aber etwas Genugtuung als Entschädigung für den monatelangen hohen Blutdruck.

  10. FDominicus sagt:

    Ich schreibe einfach mal der Euro ist beendet, auch wenn es noch nicht offiziell ist… Warten wir mal die nächsten Monate ab. Ich denke wir werden noch so einige Zahltage auch in 2013 erfahren „dürfen“