Automatisches Bremssystem soll Unfälle verhindern

Neue Fahrerassistenzsysteme sollen Unaufmerksamkeiten im Straßenverkehr ausgleichen. Gefahren sollen durch aufwendige Bildanalyse rechtzeitig erkannt werden können. Durch ein automatisches Bremssystem sollen Auffahrunfälle vermieden werden können.

Bei langen Fahrten auf der Autobahn kann es aufgrund von verschiedenen Faktoren zu Unaufmerksamkeiten des Fahrers kommen. Müdigkeit, Ablenkung und Monotonie können die Reaktionszeit verlängern. Dadurch kann es zu schwerwiegenden Folgen kommen. Automatisierte Systeme, die selbständig bremsen oder die Spur halten können, sollen den Fahrer entlasten und die Anzahl der Unfälle, bei denen Menschen zu Schaden kommen, drastisch senken können.

Solche Assistenten können zum Beispiel auch vor Fahrzeugen im toten Winkel warnen oder, wenn nötig, gar eine Vollbremsung einleiten. Auch Ausweichmöglichkeiten sind denkbar, beispielsweise in Situationen, in denen die Bremse nicht unbedingt eingesetzt werden muss oder kann. An solchen Ausweichmanövern arbeiten Ingenieure und Informatiker der Friedrich-Schiller Universität in Jena in Zusammenarbeit mit Continental. Das Projekt läuft dreieinhalb Jahre und wird mit 280.000 Euro gefördert.

Das Ziel: „Zukünftige PKW müssen in schwierigen – das heißt innerstädtischen Situationen – entscheiden können, ob und in welche Richtung ein Ausweichmanöver eingeleitet werden kann oder ob die Bremsen betätigt werden müssen“, erklärt Projektleiter Denzler. Gefahren müssen erkannt und Risiken abgeschätzt werden. Dabei stellt das Bild im Stadtverkehr mit Fußgängern und Radfahrern als zusätzliche Verkehrsteilnehmer eine besondere Herausforderung dar.

Am Lehrstuhl für Digitale Bildverarbeitung der Universität Jena arbeiten die Wissenschaftler daher an Möglichkeiten, die es dem Fahrsystem erlauben, „schützenswerte Objekte sicher von denen zu unterscheiden, die weder für das Fahrzeug noch für andere Verkehrsteilnehmer eine Gefährdung darstellen“, so Johannes Rühle über sein Promotionsprojekt.

Anhand einer Bildanalyse muss das System feststellen können, ob im Ausweichbereich Menschen zu Schaden kommen könnten oder nicht. Die Programmierung von Risikofaktoren stellt die größte Herausforderung dabei dar. „Steht ein Bollerwagen in Ausweichrichtung, macht es einen Unterschied, ob darin ein Kind sitzt oder nicht“, erläutert Denzler.

Kommentare

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  1. wolfbier sagt:

    Solange die Stern-, Nieren- und Ringe-Fahrer nicht den gebotenen Sicherheitsabstand einhalten, ist jedes Bremssystem für die Katz.
    Ein Drängler-Auto mit einer Automatik, die den Fahrer zwingt, Abstand zu halten, ist unverkäuflich.

  2. René sagt:

    Kann ich dann mit dem Assistenten mein Hirn zuhause lassen? Supi.

  3. FDominicus sagt:

    Auf die Ausreden bei den Unfällen bin ich nicht gespannt: „Mein Bremsassistent hat die schwere der Situation nicht richtig erkannt, was kann ich dafür?“ Und dann machen wir auf große Sammelklage gegen die Autohersteller…..