Berliner Flughafen: Keine Lösung in Sicht

Der Rücktritt von Klaus Wowereit als Vorsitzender des Aufsichtsrats für den neuen Berliner Flughafen löst kein Problem. Das Desaster wird Milliarden kosten, zunächst wird einmal politisch geschachert.

Nach der erneuten Verzögerung hinsichtlich der Eröffnung des Berliner Großflughafens wird die Kritik an Berlins regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit immer stärker. Die Grünen kündigten bereits einen Misstrauensantrag gegen Wowereit an hier. Am Montag wurden indes die Rücktrittsforderungen parteiübergreifend immer lauter. Wowereit sei „nicht mehr tragbar“, sagte Fraktionschefin der Grünen im Abgeordnetenhaus, Ramona Pop, Deutschlandradio Kultur. Renate Künast und Jürgen Trittin forderten ebenfalls den Rückzug Wowereits.  „Wowereits Rücktritt ist überfällig“, bekräftigte zudem der Chef des Bundestags-Verkehrsausschusses, Anton Hofreiter (Grüne) in der Rheinischen Post. „Wowereits gelangweilte, desinteressierte und schnoddrige Art, Berlin zu regieren, ist schon länger ein Skandal”, ergänzte er.

Doch an seinem Amt als Bürgermeister will Wowereit nach wie vor festhalten. Wie die Nachrichtenagentur Reuters mitteilt, gibt Wowereit lediglich seinen Posten im Aufsichtsrat der Airport-Gesellschaft auf. Wowereit will aber in dem Gremium bleiben. Was sich durch diesen Schritt ändern soll, ist nicht zu erkennen. Insbesondere kann durch so einen Schritt nicht von der Übernahme von Verantwortung gesprochen werden – es ist eher die Abgabe von Veranwortung in dem Moment, wo es unangenehm wird.

Nur kurz nach dem Rücktritt Klaus Wowereits als Vorstandsmitglied beim BER reagiert auch der brandenburgische Ministerpräsident auf den wachsenden Druck der Kritiker. Wegen der erneuten Verschiebung des Eröffnungstermins für den Berliner Großflughafen stellt Platzeck einem Bericht von N-TV zufolge die Vertrauensfrage im Parlament.

Die Länder Berlin und Brandenburg sind mit  37 Prozent zu gleichen Teilen an der Flughafengesellschaft beteiligt. Der Rest wird vom Bund getragen. Der neue Eröffnungstermin für den Großflughafen ist nun für Anfang 2014 geplant.

Kommentare

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  1. Kassandra sagt:

    Kassandra sagt:

    BER-Desaster

    Die berühmte Berliner Schnauze bringt es mal wieder auf den Punkt.
    Dort reden die Bürger nur noch vom „Fluchhafen“.
    Klasse!
    Einfach nicht mehr zu toppen!

    Politiker höret die Signale !!
    Ehrliche Wahlen könnt ihr nicht mehr gewinnen!

  2. fan sagt:

    Diese Bau-Ruine sollte man der Bundeswehr zu Übungs- und Schieß-Zwecken zur Verfügung stellen, da die Bundeswehr ohnehin zu wenig Praxis hat..!

    Dieses Pharaonen-gleiche Wahnsinns-Projekt kostet nicht nur jetzt mehre Milliarden, auch in Zukunft werden so viele Reparatur- und Instandhaltungs-Kosten notwendig, dass es wohl sinnvoller wäre, dieses ganze Schrott-Bauwerk aufzugeben..!

    • Unrechts-Populist Nr.1 sagt:

      Gute Idee!
      Ideales Übungsgelände für Häuserkampf unter erschwerten Bedingungen (Baufälligkeit, Baumängel, Sprachbarrieren, etc.) und dann noch in der Nähe des zukünftigen Einsatzgebietes. Das gibt´s nicht überall. Die Ausbildung der ersten Einheiten sollte aber schon abgeschlossen sein bevor die Sozialämter keine €uronen mehr haben.

      • fan sagt:

        @ Unrechts-PopulistNr.1,

        und wenn ich jetzt mal übel sarkastisch-zynisch sein sollte:

        Und wie viele Politiker haben sich mit diesem BER-Dauer-Bau wiederkehrend schöne Geldquellen erschlossen – und haften und reale Verantwortung tragen müssen die ja ohnehin nicht und erhalten dann noch schöne Belohnungs-Abfindungen und Pensionen..!

        Und jetzt kommt’s – der Vergleich ist nur gedacht:
        Man stelle sich vor, die vor den Nürnberger Prozess bzw. vor das Tribunal geladenen Täter wären damals nicht schuldig gesprochen worden sondern hätten für ihre Schuld auch noch ansehnliche Abfindungen erhalten – auch so was hätte mich in Deutschland nicht gewundert. So wurde ja auch keiner der „Blut“-Richter je zur Verantwortung gezogen – im Gegenteil, etliche hatten dann auch noch weiter in der BRD Karriere gemacht, der Name Filbinger dürfte wohl noch bekannt sein, oder..?