Elektrische Fahrzeuge müssen lauter werden

Mit der voranschreitenden Verbreitung von elektrisch betriebenen Fahrzeugen steigt auch das Unfallrisiko. Die Fahrzeuge sind nahezu lautlos und müssen extra nachvertont werden.

Um Elektrofahrzeuge flächendeckend auf die Straße zu bekommen, müssen sie sicherer und effektiver werden. Dies bringt allerdings einige Schwierigkeiten mit sich. E-Mobile verfügen über eine begrenzte Reichweite und müssen ständig neu aufgeladen werden. Zudem erhöht sich die Unfallwahrscheinlichkeit aufgrund der Tatsache, dass E-Mobile bei geringer Geschwindigkeit nahezu lautlos sind.

Fußgänger und Fahrradfahrer sind besonderer Gefahr ausgesetzt, wenn Elektrofahrzeuge ein- und ausparken oder abbiegen. Bei herkömmlichen Fahrzeugantrieben können sich andere Verkehrsteilnehmer an der Geräuschkulisse orientieren und Gefahren frühzeitig erkennen. Die USA haben daher ein Gesetz entwickelt, welches E-Mobilen ein bestimmtes Soundschema bis zu einer Geschwindigkeit von 29 Kilometer pro Stunde vorschreibt.

So kann sichergestellt werden, dass Fußgänger und Radfahrer die neuen Antriebe auch wahrnehmen können. Bei höheren Geschwindigkeiten machen auch Elektrofahrzeuge genügend Lärm, um gehört zu werden. Trotzdem fallen für die Vertonung der geringen Geschwindigkeiten pro Fahrzeug etwa 35 Dollar an, was der Industrie Mehrkosten in Höhe von 25 Millionen Dollar jährlich einbringen würde.

Der Nutzen der Sound-Nachrüstung steht hier allerdings im Vordergrund, denn gemäß einer Statistik werden somit 35 Menschenleben pro Jahr gerettet und 2.800 Verletzungen können vermieden werden. Angesichts dieser Zahlen sei einer Nachrüstung für 35 Dollar pro Fahrzeug „nichts entgegen zu setzen“, sagt Jesse Toprak, Analyst für TrueCar.com in Kalifornien einem Bericht von Bloomberg zufolge.

Für die Vertonung der Fahrzeuge müssen Lautsprecher an die Karosserie angebracht werden. Die Schwierigkeit liegt in der Verwendung des richtigen Geräuschs für das richtige Fahrzeug: die Entwickler müssen „für verschiedene Modelle und Fabrikate verschiedene Sounds anbieten“, so dass Verkehrsteilnehmer anhand des Geräusches sicher entscheiden können, ob es sicher ist, die Straße zu überqueren“, sagt David Strickland von der US-Highway Verkehrssicherheits-Assoziation (NHTSA).

Dabei muss nicht nur das Geräusch der Größe des Fahrzeugs angepasst werden, es muss auch sichergestellt werden, dass zum Beispiel blinde Verkehrsteilnehmer die Gefahren richtig einschätzen können. Die Wahrscheinlichkeit von Unfällen mit Fußgängern durch lautlose Fahrzeuge ist doppelt so hoch wie die mit normalen Fahrzeugen.

Kommentare

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  1. Voltaire sagt:

    Das Radio eines jeden E-Fahrzeugs MUSS mit Außenlautsprechern verbunden sein welche beim Starten des Motors zwangsweise zuzuschalten sind. Der Mindestschalldruckpegel wird mit 80 Dezibel (dBA) nach DIN „xyz“ festgelegt und darf 120 dBA nicht überschreiten.

    Das Radioprogramm wird exklusiv vom Deutschlandfunk eingespeist um eine einheitliche Beschallung des öffentlichen Raumes duch den ÖRR sicherzustellen. Das nähere bestimmt ein Bundesgesetz.

  2. papperlapap sagt:

    Ich würde sagen, das kann es noch nicht sein: Wenn ich mich mit geschlossenen Augen einer Straße nähere, welche nur von EVs bevölkert ist, so kann ich mangels Diesel- und Benzindüften nicht wahrnehmen, dass ich in einer Gefahrenzone bin und die Augen aufschlagen muss.

    Die Konsequenz alà EU-Komission wird nach der Feststellung dieses Mangels der EVs hoffentlich in bewährter Weise die entsprechenden Emissionen vorschreiben, zum Schutz der Bevölkerung.

  3. bowralph sagt:

    Hat mal jemand drüber nachgedacht daß man in unseren Städten wieder leben könnte ,wenn all der Radau und die Abgase nicht da sind .
    Ich hab selbst ein E-Auto und muss gestehen daß ich die Ruhe beim fahren sehr schätze.
    Das bei allem Regulierungswahn sowas rauskommen mußte war doch eigentlich klar ,irgendwie muß man seinen Job als EU-Büttel ja auch rechtfertigen .
    Fassungslos über die immer sehr zweifelhafte Berichterstattung über E-Autos, lese ich einmal das die Dinger zu laut sind (im Innenraum ) und dann wieder zu leise nach aussen .
    fahrt mal einen zu Probe …gibt es bei einem französischen Hersteller mehrere Modelle .

    • HN sagt:

      Dito,

      Gregor Schock hat völlig recht.

      Probiert die Fahrzeuge aus damit ihr mitreden könnt.
      Lasst euch nicht von der Deutschen Industrie und Presse verarschen.

      HN
      powered by Nissan Leaf

  4. Gregor Schock sagt:

    Dass gewisse Elektrofahrzeuge zu leise sind, ist durchaus denkbar.
    Der Normalbürger orientiert sich mehr an der Akustik, wenn er die Straße überqueren will, als am genauen Hinschauen. Bei den meisten Fahrzeugen sind die Rollgeräusche der Reifen größer als die Motorengeräusche. Da entsteht bei den wesentlich leichteren Elektrofahrzeugen sicher weniger akustische Wirkung, auch weil die Reifen schmaler und anders profiliert sind.
    Ich sehe da durchaus eine Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer.
    In den fünfziger Jahren gab es bereits gewisse Probleme mit viel zu flach gebauten Kleinwagen (Messerschidt-Kabinenroller und Dingsbums-Spatz usw.).
    Ein Bekannter von mir behauptete, dass diese Dinger hinter der Bordsteinkante verschwinden und deshalb nicht zu sehen sein.

    Aus eigener Erfahrung kann ich sagen : Wenn ich mit meinem fast geräuschlosen Fahrrad auf dem Radweg fahre, werde ich von Fußgängern kaum wahrgenommen.
    Fußgänger laufen gerne wie selbstverständlich kreuz und quer über und auf den Radwegen.
    Autofahrer die eben eingeparkt haben, gehen häufig rückwärts auf den Radweg, sei es, dass sie ihren Einparkerfolg noch etwas genießen wollen, oder das Erscheinungsbild ihres Fahrzeugs (oder das Fahrzeug ihrer Bank) noch etwas auf sich wirken lassen wollen. Wie auch immer, diese Leute sind sogar „angefressen“ wenn sich ein Radfahrer in zügiger Fahrt, klingelnd nähert.
    Da kommt dann häufig eine völlige Verständnislosigkeit zum tragen, mit Argumenten wie: Können sie nicht ausweichen ?
    Ich frage hier mal : Wohin, zwischen die Fußgänger ? Die sich an die Regeln halten .
    Solche Fahrzeugführer haben ihre Fahrerlaubnis „abgelegt“ , sobald sie das Fahrzeug verlassen haben.
    Ich trage mich ernsthaft mit dem Gedanken, mir eine Kamera ans Fahrrad zu bauen, um diesen unglaublichen Schwachsinn zu dokumentieren.

    Bei den Elektrofahrzeugen kommen sicher noch ganz andere Probleme auf uns zu, an die wir noch garnicht gedacht haben.

    Gregor Schock Hamburg

  5. Loewe sagt:

    Und weil die Elektroautos so leise sind, werden sie lauter gemacht. Dafür müssen die „normalen“ Autos jetzt leiser gemacht werden. Man, hat die EU nicht wirkliche Probleme, die gelöst werden müssen? Glühbirnen, Duschköpfe, Bananen, Traktorsitze… alles wirklich große Probleme…
    Dagegen sind die Millionen Arbeitslose, die Energieprobleme durch EE, die Probleme durch Asyl und Ausländerkriminalität echt Peanuts…

    Loewe

  6. Caprica sechs sagt:

    Geräuschgeneratoren in fast lautlose Vehikel zu installieren um Fußgänger-Verkehr vor der herannahenden Gefahrenquelle zu warnen ist so, wie die ersten Maßnahmen, als das Automobil aufkam. Seinerzeit gingen Leute mit einer roten Flagge vor dem Automobil voran und passten auf, dass keiner blindlinks vor die Benzinkutsche rannte.
    Damals hielt man das Auto für eine Modeerscheinung der Reichen und glaubte nicht daran, dass diese neue Technik eines Tages Pferd und Wagen ersetzen könnte.

    E-Autos mit Sound sind auch nur eine Übergangslösung. Letztlich lebt es sich länger, wenn man im Straßenverkehr die Augen auf hält, nicht träumt und im besonderen beim fahren mit dem Gesicht nach vorne sitzt. Damit tut man schon oft mehr als viele andere.
    (Humor aus)

  7. Unrechts-Populist Nr.1 sagt:

    Das mit dem Geräusch-Pegel ist eines der geringeren Probleme bei E-Autos.
    Es gibt ein viel heftigeres Problem, über welches sich bisher wohl keiner Gedanken gemacht hat (oder politischerseits auch nicht machen wollte) und das ab einem bestimmten Anteil an E-Autos schlagartig eintreten wird: Wir werden dann in der €uropäischen Friedensunion von einer weiteren neuen, renditeträchtigen Kriminalitätswelle heimgesucht werden.
    Ausländische Diebes- und Schieberbanden werden die hochpreisigen und – bezogen auf den Wert – recht kompakten Akkus klauen und diese dann auf den bekannten Metalldiebstahlsrouten (z.B. freie Fahrt bis EU-Bulgarien / dannTürkei) zur Verwertung verschieben. Es wird doch wohl keiner (außer dem tricky-€U-Erweiterungskomissar Verheugen: mal googeln!) glauben, daß die dortigen Behörden ein Interesse haben dieses einkömmliche Geschäft zu stören.
    Dann wird´s aber ganz ruhig um die E-Mobilität und die Euromanen können sich dann raussuchen was ihnen mehr wert ist und mehr Stimmen bringt:
    ein für Kriminalität offenes Europa incl. BRDDR oder sinnvolle! Ökologie, die jetzt schon ständig auf dem Altar der Machterhaltung und Pfründe geopfert oder bis zur Unkenntlichkeit pervertiert (E10) ist. Bis dahin wird auch die Kaufkraft der Bevölkerung soweit gesunken sein, daß die Neuanschaffung von Akkus gut überlegt sein will und die von der EU-Machthabern erwünschen kriminalitätsbedingten „Wachstumsimpulse“
    dahin sein werden.