China: Große Unternehmen werden weniger Gewinn machen

Mehr als die Hälfte der börsennotierten Unternehmen rechnen mit deutlich gesunkenen Gewinnen für 2012. Die hohe Staatsverschuldung und die weltweite Wirtschaftsflaute haben vor allem das produzierende Gewerbe hart getroffen. Fitch sieht bereits große Gefahren für das Wachstumsmodell Chinas.

Der wirtschaftliche Abschwung in den USA und der Eurozone hat sich in den Gewinnen der chinesischen Unternehmen vom vergangenen Jahr deutlich niedergeschlagen. Mehr als die Hälfte der 965 börsennotierten chinesischen Unternehmen auf dem Festland erwartet einen deutlichen Rückgang der jährlichen Gewinne. 187 dieser rechnen sogar damit, dass sich ihr Jahresüberschuss aus 2012 um 50 Prozent verringert hat, wie der Finanzdienstleistungs-Provider Wind Info in einer aktuellen Umfrage zeigt. Besonders das produzierende Gewerbe ist betroffen.

So wird der chinesische Stahlhersteller Guangdong Shao-steel Songshan Co beispielsweise 2012 einen geschätzten Verlust in Höhe von 285,7 Millionen Dollar verbuchen müssen – das entspricht einem Einbruch um 58 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Der heimische Stahlmarkt blieb auch 2012 düster“, sagte das Unternehmen der chinesischen Zeitung People’s Daily. Es gebe einfach ein Überangebot an Stahl, was einen Rückgang der weltweiten Stahlpreise zur Folge hatte. Und wenngleich die Preise immerhin im vierten Quartal zu steigen begannen, erhöhten sich die Preise für Brennmaterial, „was den Verlust noch verschlimmerte“, fügte der Stahlhersteller hinzu.
Das Unternehmen Taiyuan Heavy Industry Co, das Maschinen und Anlagen produziert, geht von einem jährlichen Verlust in Höhe von fast 56 Millionen Dollar.

Zwar kann die chinesische Wirtschaft auch in diesem Jahr insgesamt noch mit einem Wachstum von etwa 8 Prozent rechnen, aber die Geldpolitik der Regierung kann die Unternehmen schneller als erwartet mit neuen Schwierigkeiten konfrontieren. Die Ratingagentur Fitch warnt derzeit davor, dass die von Investitionen getragene Wirtschaftsentwicklung des Landes vor gravierenden Einschränkungen steht. Die massiv ansteigenden Kredite, insbesondere die Fremdfinanzierung der lokalen Regierung, seien besorgniserregend, zitiert die People’s Daily die Ratingagentur.

Der Gesamtumfang der Kredite in Chinas Wirtschaft liegt derzeit bei 190 Prozent des BIP, so Fitch. Ende 2008 waren es noch 124 Prozent. Die Verschuldung „erhöht sich immens“, warnt Andrew Colquhoun von Fitch. Hinzu kämen auch die Schattenbanken, die ein potentielles Risiko für die Stabilität des nationalen Finanzsektors darstellen.

Kommentare

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  1. Hans von Atzigen sagt:

    Keine Überraschung, das war klar vorhersehbar.Mit dem sich abzecihnenden Weltwirtschaftseinbruch insbesondere dem US und EU Absatzmarkt,der vorrangig aus der Notenpresse gespeist wurde,geht es auch den Chinesen ans Eingemachte.Tja der Westen hat die Chinesische Produktion verkonsumiert und aus der Notenpresse bezahlt.Das Spiel geht nicht mehr auf, der Westen wird zunehmend insolvent.Jetzt sitzen die Chinesen auf einer Produktionsmaschiene dies ohne entsprechende Absatzmärkte.Pech auch für die Chinesen,die Sitzen nun mit im sinkenden Boot.

  2. W Schneider sagt:

    Das alles spielt keine Rolle: Das wird eine vorübergehende Flaute in China sein. Der Bedarf ist sowieso da und Cash haben die genug, sollte es mal etwas enger werden.

    So gerne ich die Nachrichten hier lese, so sehr ist hier sehr viel Panikmache drin, denn, soweit ich weiss ist weder der Euro noch die EU untergegangen noch sind alle anderen fürchterlichen Ereignisse, welche hier vorhergesagt wurden, eingetroffen.