USA überlisten Brüssel und verschaffen sich Zugriff auf Daten der EU-Bürger

Die EU hat den Kampf um die Vorherrschaft über die Internet-Daten der Europäer verloren. Während die Amerikaner ihren Anspruch auf Herausgabe der Daten von EU-Bürgern knallhart durchsetzen, gründet die EU eine wirkungslose Behörde. Damit hat Europa keine Daten-Souveränität mehr.

Ende dieser Woche wird das Europäische Zentrum gegen Cyber-Kriminalität eröffnet. Die EU will eng mit sozialen Netzwerken wie Twitter und dem Internet-Riesen Google zusammenarbeiten, heißt es einem Bericht des EU Observer zufolge. Die Hauptaufgabe der europäischen Internet-Kontrolleure soll es sein, Pädophile im Internet aufzuspüren. Das ist fast immer der vordergründige Zweck, wenn staatliche Organisationen die Bürgerrechte beschneiden wollen.

Offiziell gibt es noch andere Aufgabengebiete für die neue Behörde – etwa die Bekämpfung von Online-Betrügern. Ein weiteres Feld soll  die Eindämmung der Betrugsfälle mit gestohlenen Identitäten sein, wie zum Beispiel durch gehackte Email-Konten und die Verbreitung von Viren und Trojanern.

Tatsächlich ist die neue EU-Behörde eine Lachnummer. Auf internationaler Ebene bestimmen längst die Amerikaner das Tempo. Und sie denken nicht daran, sich mit den Europäern abzustimmen oder gar romantische europäische Datenschutz-Ideen zu berücksichtigen. Sie haben riesige Apparate zur Überwachung aufgebaut und werden diese skrupellos einsetzen.

Damit steht fest: Während die Amerikaner sich auch den Zugriff auf jeden ahnungslosen EU-Bürger gesichert haben, gründet die EU eine Behörde mit 30 Mann und schaut zu.

Das Gesetz zur Überwachung ausländischer Datensätze (FISAA) zwingt US-amerikanische Unternehmen dazu, vorhandene Daten von europäischen Bürgern an die US-Sicherheitsbehörden auszuliefern, ohne Rücksicht auf europäische Persönlichkeitsrechte.

„Europa ist auf dem Weg zu einem unwiederbringlichen Verlust der Datensouveränität“, wenn keine internationalen Gesetze für den Schutz von europäischen Daten verabschiedet würden, sagte Gus Hosein von der Nicht-Regierungs-Organisation Privacy International.

Wie naiv die EU ist, zeigt die Tatsache, dass man das Problem zwar sehr wohl kennt, jedoch zunächst lieber mal im eigenen Saft schmoren will. Eine Lösung dafür zu finden stehe zunächst nicht auf der Agenda, sagte der dänische Chef der neuen europäischen Behörde, Troels Oerting. Man konzentriere sich zunächst auf die EU-Mitgliedstaaten. Er rät Internet-Usern allerdings dazu, genau darauf zu achten, wo sie ihre Daten speichern.

Kommentare

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  1. wolfbier sagt:

    Kein Problem:

    Diese meine Daten kann das Land der 46 Millionen Beziehern von Essensgutscheinen gerne haben:

    1% Superreiche, 99% arme Schlucker.
    Die größte Falschgelddruckerei FED der Welt.
    Bei jedem Sturm fallen die Strommasten um, aber viele Milliarden $ werden für kuriose Marsrover ausgegeben. 700m gefahren, 1kg Dreck aufgesammelt.
    Größte technologische Leistung: Unbemannte Fluggeräte können weltweit jeden ermorden.

    USA-Reisen kann (und will) ich jetzt nicht mehr machen.
    Meine Daten liegen vor.

  2. Gérard sagt:

    Daß Cloudcomputing und Datenspeicherung in der Cloud einem offenen Buch gleichkommt, war immer schon bekannt. Die persönlichen Datenmengen werden immer gewaltiger und es wird der naiven PC-Usern eingeredet, daß es so schön sein, alle diese Daten mit allen Freunden zu tauschen: share it! Ja, aber auch mit dem Geheimdienst, der mit diesem Wissen fast die gesamte zivilisierte Welt nicht nur überwachen, sondern auch erpressen kann! Die neuen Supercomputer in Nevada speichern das gesamte Wissen der Menschheit, alle Neuigkeiten, alle Fotos, alle Filme, jegliche Verbindungen zwischen Menschen über soziale Netzwerke und die Cloudinfomationen.

    Eine Schweizer Firma geht seit einem Jahrzehnt einen anderen Weg. Sie versteckt Online Daten in einem Schweizer Armeebunker und lagert offline Datenträger aus aller Welt ein. Diese Datensammlungen sind atombombensicher und diebstahlssicher in der Zentralschweiz gelagert:

    http://www.swissbackupbank.com

    Zudem sind die Offline-Tarife die günstigsten Speichermöglichkeiten der Welt! Die Daten werden auf Langzeitarchivierungs-DVD abgespeichert, versiegelt und für ein paar Euros pro Jahrzehnt (!) eingelagert.

  3. Naja sagt:

    Überlisten?
    Ich gehe eher davon aus, daß das geplant war, damit man den Bürgern sagen kann: Hey, die Amis überwachen Euch, laßt uns mal auch an eure Daten ran, damit wir euch schützen können… vor den pösen Amis, vor den pösen Terroristen, vor den pösen Kinderschändern etc….

    In der Politik sitzt zwar die gesammelte Inkompetenz eines Landes, aber wenn es um die Einschränkung der Bürgerrechte geht, passiert NICHTS „aus Versehen“ oder „überraschend“.
    Außerdem: Was interessiert es die Elite, ob die USA EU-Daten bekommt oder nicht? Die wollen doch eh eine Weltregierung. Da kommt denen sowas nur recht. Ich bin mir sicher, daß bald die ersten „Cyberterroristen“ (aka „Raubkopierer) an die USA ausgeliefert werden, wo sie dann unter Waterboarding gestehen und zu lebenslänglichen Haftstrafen oder Todesstrafen verurteilt werden. V.a., wenn sie nichts heruntergeladen haben, sondern geleakte Infos über die Elite raufgeladen haben.

  4. martin sagt:

    Und die ganze Welt legt ihre Daten in die Cloud….
    Merkt denn niemand warum dieses Cloud computing „erfunden“ wurde ?
    Das einem die Schlapphüte online den Computer durchforsten kann
    man verhindern. Aber in der Cloud ist doch kein Bit sicher untergebracht !
    Wie c-nes schon schreibt – offline Partition und Wechseldatenträger benutzen.
    Alles andere spielt den Schnüfflern – egal wo sie herkommen – einfach zuviel in die Karten !

    • akü sagt:

      Gladio – Geheimarmeen in Europa (Arte)

      Für alle, die nicht den Bericht auf 3sat verfolgen konnten, weil sie ihren Fernsehen – so wie ich – entsorgt haben, hier der youtube-link:

      http://www.youtube.com/watch?v=wKY1uIXbkkM

      Es lohnt sich, auch wenn nicht alles gezeigt und offengelegt wurde. Auf das Konto dieser staatlich subventionierten Geheimarmee, die stark an faschistische Zeiten erinnert, gehen vermutlich noch viel mehr […]

  5. cocooning sagt:

    Im Prinzip geht es nur um Wirtschaftsspionage. Und als Reservist in DE gehört man nur einer „Hilfsarmee“ der US-Army an.

  6. poisoner sagt:

    Lustig finde ich, daß die Förderer der EU sich dauernd selber ein Bein stellen. Das Swift-Abkommen hat Schlingen ausgelegt, in welche sie mit Garantie reintreten. Denn was ist wohl interessanter für die USA, das Konto des Bauarbeiters oder das Depot des Thyssen-Krupp-Vorstands?
    Der Bauarbeiter wird von seinem kargen Lohn sicher keine Taliban finanzieren wollen. Und wer weiß, woher und wohin die Gelder der Polit-Marionetten transferieren? Aus Transaktionen läßt sich einiges lesen.
    Schön dämlich

  7. Gregor Schock sagt:

    Ich gratuliere der DMN zu diesem Artikel !
    Die Fakten erscheinen mir klar und deutlich und nicht manipulativ. Ein seltenes Gut in der deutschen Presselandschaft.
    Meine Erfahrungen mit USamerikanischen Überwachungstechniken gehen ca. 50 Jahre zurück. Die US-emigrationsbehörden haben mich bereits 1962, bei der Einreise in die USA befragt, ob ich der kommunistischen Partei angehöre, oder ob es in meiner Familie etwar schwere, ungewöhliche Erkrankungen gegeben habe usw.
    Diese dümmliche Fragerei hat mich immer erneut auf die Palme gebracht, bis ich ca. 1970 sehr barsch geantwortet habe, was mir zwei Jahre Staatenverbot einbrachte.
    Bei der Einreise in die UDSSR, wurden überhaupt keine Fragen gestellt, dafür wurde man ständig beschattet, aber sehr professionell.

    Wenn nun die EU mit einer Superbehörde von 30 Mann das Internet überwachen will, dann ist das in einer Form lächerlich, die mit dem Wort „lächerlich“ nicht annähernd zu beschreiben ist.

    Die Amerikaner (USA), haben weltweit (auch im eigenen Land), in jedem relevanten Unternehmen ihre Geheimdienstmitarbeiter sitzen. Das kann bei der Einstellung kein Personalmanager erkennen. Dadurch wird alles in zentrale Sammelstellen berichtet. Deshalb ist es ein Witz, dass es in Europa Stimmen gibt, die sich darüber erregen, dass zB. Google oder Microsoft europäische Daten an US-Geheimdienste weiter gegeben habe. Diese Daten liegen lange vor, denn auch diese Unternehmen sind durchsetzt von US-Geheimdienstmitarbeitern, die unbegrenzten Zugang zu sämtlichen Firmendaten haben.
    Dieser, mein heutiger Kommentar, wird nach seiner Freischaltung in wenigen Sekunden in einer US-Sammelstelle landen. Es genügt, wenn einmal das Wort USA in diesem Schriftsatz erscheint, oder Terror, oder BinLaden, oder Syrien, oder Straße von Hormuz.
    Diese Sammelstellen heißen zB. „automattic,Dallas,Texas,Vereinigte Staaten“ oder „DSL Extreme, Los Angeles,California, Vereinigte Staaten“ usw. usw.

    Besonders wichtig an Ihrem Artikel erscheint mir, dass Sie von einem vordergründigen Zweck gesprochen haben, bei den EU-Bemühungen das Internet zu kontrollieren. Wenn man auf diese Weise den Terrorismus oder die Pädophilie bekämpfen will, ist das aus div. Gründen unglaubwürdig. Denn der Schutz der Bevölkerung liegt dieser „Behörde“ wohl kaum am Herzen, als viel mehr die Kontrolle der Bevölkerung.

    Durch Terrorismus sind in den letzten (ca. sieben Jahren) in Deutschland, ca. sechs Menschen ums Leben gekommen, aber im Straßenverkehr ca. 5 000/jährlich. Dieses Zahlenspiel unterstreicht die wirkliche Interessenlage solcher Behörden.
    Es wäre also wesentlich sinnvoller, eine Denkfabrik zu etablieren, die sich mit der Verhinderung von tödlichen Verkehrsunfällen befasst.

    MfG. Gregor Schock Hamburg….http://www.polithammer.de

  8. c-nes sagt:

    Ich seh das einigermaßen entspannt. Das amerikanische Budget wird gegenwärtig so stark aufgebläht, daß die amerikanischen Behörden auch ihren Steuerzahlern bald keine Luft mehr zum Atmen geben. Wenn keiner mehr das Datensammeln bezahlen kann ist bald Ende. Ich hab ne offline Partition und Wechseldatenträger, was kümmert es mich???

  9. Engel sagt:

    NWO = (NEUE WELT ORDNUNG)