Barroso: EU hat Eurokrise nicht verschuldet

Für den EU-Kommissionpräsidenten gibt es keinen Zusammenhang zwischen den harten Auflagen der EU-Kommission und der hohen Arbeitslosigkeit sowie der schrumpfenden Wirtschaft. Vielmehr seien die Länder selbst schuld.

2013 ist von der EU das Europäische Jahr der Bürger ausgerufen worden. Angesichts großer Skepsis gegenüber dem undurchsichtigen EU-Apparat, der sich in immer mehr Belange einbringt, der steigenden Arbeitslosigkeit (hier) und der harten Sparmaßnahmen ein schwieriger Versuch, die EU-Bürger mehr für die Europäische Union zu interessieren. Dennoch will auch EU-Kommissionspräsident Barroso  dem negativen Bild entgegenwirken.

„Ich weiß, viele Teile unserer Gesellschaften führen die derzeitigen Schwierigkeiten auf die Europäische Union zurück, aber das ist nicht fair“, sagte Barroso am Donnerstag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem irischen Premier Kenny angesichts der beginnenden EU-Ratspräsidentschaft Irlands. Die Vorwürfe gegenüber der EU seien nicht gerechtfertigt, „weil nicht die Europäische Union die Probleme geschaffen hat“, fuhr Barroso fort. Der „Mythos“, die Union würde die strenge Politik vorschreiben, „ist nicht wahr“.

Die Hauptverantwortlichen sind für Kommissionspräsident Barroso vielmehr woanders zu suchen. Die Ursachen für die Schwierigkeiten, mit denen einige Länder konfrontiert sind, „sind die öffentliche Verschuldung und das verantwortungslose Verhalten der nationalen Regierungen, die übermäßige, private Verschuldung und die Finanzblasen, die die nationalen Aufsichtsbehörden nicht bemerkt haben“, so Barroso. Ähnlich sah es auch EU-Ratspräsident Van Rompuy Anfang Dezember, als er forderte die nationalen Parlamente weiter zu entmachten, da sie der EU schaden würden.

Kommentare

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  1. Heiko sagt:

    Recht hat er, der Herr Barroso. Das verantwortungslose Verhalten der nationalen Regierungen ist Schuld. Nur ist die Lösung nicht das Abschaffen der Nationalstaaten und die Aufgabe von Souveränität (darauf zielt seine Aussage offensichtlich ab) sondern einzig das Abwählen der Regierungen, die sich als Steigbügelhalter der Finanzindustrie erweisen und willfährig sowie aus Eigennutz alle Brüsseler Vorgaben absegnen. Damit sind mindestens 4 der im BT vertretenen Fraktionen unwählbar. Dieses Jahr könnte tatsächlich das Jahr der Bürger werden. Lasst uns dieses Menschen verachtende EURO-Abenteuer endlich beenden.
    Und Herr Barroso, suchen Sie sich schon mal einen neuen Arbeitsplatz. Sie werden dann nicht mehr gebraucht…

  2. Mr. Mxyzptlk sagt:

    Nein. Die EU ist nicht daran schuld. Es war wie immer der Gärtner

  3. EUDUMMIES sagt:

    Für was bekommen denn diese überbezahlten ********* ihr Gehalt ?

    Schuld sind natürlich immer die Andern und wenn man lange sucht ,war es bestimmt der Pförtner, Chauffeur etc. !

    ES GIBT IMMER BETRÜGER UND SOLCHE DIE SICH BETRÜGEN LASSEN.

  4. Magellan sagt:

    Die Regierungen der verschuldeten Laender sind auf jeden Fall schuldig.
    Aber wofuer ist der Riesenapparat der EU da, wenn nicht um diese Verschuldung zu bemerken und zu reagieren.

    Die EU gibt es seit Jahrzehnten und hat die ihr gesetzte Aufgabe unbefriedigend erledigt. ..und jetzt wollen sie die totale Kontrolle.

    Das kann ja nur schiefgehen!

  5. Delta120 sagt:

    Wenn ich merke, dass jemand auf der Straße gleich von einem Auto erfasst werden könnte, dann Ruf ich ihm eine scharfe Warnung zu, wenn ich sehe, dass er die Gefahr nicht erkannt hat. Für die einen ist das christliche Nächstenliebe für die anderen einfach Schadensminimierung. Denn die Unfallkosten bezahlen ja im Endeffekt alle.

    Bis zu einem verantwortlichen Miteinander ist es noch ein langer Weg bei den Führungsfiguren unserer EU.