EU treibt Privatisierung des Wassers in Europa voran

Zuerst kommt der Bailout, dann der Ausverkauf der Existenzgrundlagen: Die EU treibt in den Schuldenstaaten die Privatisierung der Wasserbetriebe voran. In Portugal ist das Wasser seither 400% teurer. Auch in Deutschland sind erste Bestrebungen in diese Richtung zu erkennen.

Während alle Welt von der Staatsschulden-Krise spricht, treibt die Europäischen Kommission ein zentrales Privatisierungsprojekt  voran, das eine unmittelbare Folge der hemmungslosen Schuldenmacherei ist: Es geht um die europaweite Privatisierung der Wasserversorgung. Die Troika aus EU, IWF und EZB hat die Schuldenkrise zum Anlass genommen, Griechenland und Portugal dazu zu zwingen, ihre Wasserversorger zu verkaufen. Auch in London sind bereits die Chinesen eingestiegen (mehr hier bei DMN).

Die unter Druck geratenen Regierungen willigen gerne ein, die Bevölkerung erfährt von den Vorgängen meist nichts. Der WDR berichtet nun ausführlich über das Vorgehen der EU in Portugal. Demnach hat sich die Lage nach der Privatisierung dramatisch verschlechtert. Das Wasser aus öffentlichen Brunnen in Portugal soll seit der Privatisierung angeblich nicht mehr trinkbar sein. Die Rechnungen der Bürger sind innerhalb von wenigen Jahren um bis zu 400 Prozent angestiegen. Die Bürger in Portugal protestieren gegen die hohen Preise.

In Griechenland sollen die Wasserwerke in Athen und Thessaloniki zum Verkauf stehen. In Portugal werde die Privatisierung der Wasserbetriebe Aguas vorangetrieben. Krisenländer brauchen Geld und machen kurzfristig Gewinn mit dem Verkauf der Wasserlizenzen. Die EU ändert indes die Richtlinien für den Wassermarkt: EU-weit soll eine Marktöffnung vorangetrieben werden. Ganz nebenbei wird somit die Privatisierung der Wasserversorgung in ganz Europa ermöglicht.

EU-Kommissar für den Binnenmarkt Michel Barnier beteuert indes, lediglich den Markt neu ordnen zu wollen: „Jede deutsche Kommune wird weiterhin über ihr Wasser entscheiden können. Jetzt aber geben wir die Möglichkeit, das Wasser auch einem privaten Partner anzuvertrauen.“ Dies geschehe „zum Wohl des Verbrauchers“. Etwa 82 Prozent der Deutschen sind aber weiterhin für eine Kontrolle der Wasserversorgung durch Städte und Kommunen. In Berlin protestieren bereits Bürgerbewegungen gegen dubiose Machenschaften des Senats mit Privaten. Berlin ist besonders pleite, der Senat hat durch das Flughafen-Fiasko eindrucksvoll bewiesen, dass er in wirtschaftlichen Fragen komplett unfähig ist. Dieser Laienspieler-Truppe die Verhandlungen mit abgezockten Unternehmen anzuvertrauen, halten viele Bürger für keine gute Idee.

Die Privatisierung des Wassermarktes wird ausschließlich von Industrielobbyisten vorangetrieben, die sich den Markt unter den Nagel reißen wollen. Dazu werden die Wasserlizenzen europaweit ausgeschrieben. Wasser ist Spekulationsobjekt und wird von großen Konzernen gehandelt. Das Volumen des Wassermarktes in der EU wird auf einen dreistelligen Milliardenbetrag geschätzt. Das reizt private Firmen und Anleger.

Die Menschen in Porutgal haben nun die Befürchtung, dass die Qualität des Wassers leiden könnte, da die Unternehmen vor kostspieligen Investitionen und Instandhaltungsarbeiten zurückschrecken könnten. Die Beigabe von Chlor und anderen Zusatzstoffen wird von privaten Firmen bevorzugt, da sie den Verfall der Rohrsysteme hinauszuzögern und die Kosten gering halten.

Kommentare

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  1. maus sagt:

    Ich hoffe doch das es dagegen noch ein Gesetz giebt worauf man sich berufen kann ! und Sammelklagen wo man mitmachen kann ! Jeder Mensch hat ein Recht auf sauberes und reines Wasser !!! Die Korruption die überall zu begegnen ist lässt da nichts gutes erahnen ! Ich sehe schon Kontaminiertes Wasser von Medikamente,Chemikalien ,von Verunreinigung mit Nitrate bis Aluminium ! Privatisierung von Wasser das Grundelement des Lebens halte ich absolut für Verboten !!! So wie heute Kurrupiert wird und gelogen,vertuscht ,und bestochen wird ,und das Weltweit ! Darf das auf keinen Fall erlaubt werden !
    Die EU wird immer dreister und ist ein Verbrechersyndikat ! Da kann ich nur sagen bloß wehren !!!!

  2. Sigi sagt:

    Wie gut, dass in unseren Dorf noch der alte Dorfbrunnen steht und funktioniert. Vielleicht wird die Zeit kommen, wo wir den wieder nutzen werden, nicht nur zum Blumengießen…

  3. Wolfgang sagt:

    Die Frage ist: Ist es eine Initiative der Kommission oder steckt doch die Bundesregierung hinter der Privatisierung des Wassers und schiebt die Kommission nur vor?

  4. FDominicus sagt:

    Und noch ein paar Daten über Wasserpreise:
    http://www.dereinsparshop.de/blog/entwicklung-der-wasserpreise-in-deutschland

    Interessant im Berlin, das am Pleitesten ist, ist auch der Wasserpreis am höchsten.
    Und man kann dort auch lesen, es gibt quasi nur Wassermonopole. Warum sollte ich annehmen dieses Monopol wäre besser als andere?

  5. FDominicus sagt:

    Da es offenbar nicht üblich ist nachzuschlagen. Hier einmal eine Studie über die Wasserpreise in der EU:
    http://www.bdew.de/internet.nsf/id/DE_VEWA-Studie_Kurzfassung_Vergleich_Europaeischer_Wasser-_und_Abwasserpreise/$file/_12_seiter_vewa_studie_bdew_DEUTSCH_V1.pdf

    Wer will kann sich auch einmal die Preisunterschiede in der Wikipedia anschauen.

    • Wolfgang sagt:

      Was die Studie wert ist, zeigt der eigene Versuch: Trinken Sie mal Wasser aus dem Wasserhahn, wenn Sie außerhalb Deutschlands sind. Dann wissen Sie, was die Studie wert ist.

  6. Maren Huwald sagt:

    Die Bolivianer haben seinerzeit die Übernahme von amerikanischen Investoren
    erfolgreich abgewehrt. In Kalifornien und an der US-Küste klappte das leider nicht.
    Die Bevölkerung leidet unter Preisanhebungen und schlechterer
    Wasserqualität. Naturbrunnen wurden aufgekauft und die Menschen müssen
    viel Geld für Wasser in Flaschen bezahlen (Poland springwater).
    Wird langsam aber stetig die Weltherrschaft angestrebt?

  7. Tamarixz sagt:

    Konzerne arbeiten zum Wohl der Bevölkerung. Jeder Konzernchef der tatsächlich so denken würde , wäre Ruckzuck seinen Job los. Er ist nur seinen Aktionären verpflichtet. Laut UN-Menschenrechtscharta ist das Recht auf Wasser ein Menschenrecht, keine Ware. Also Finger davon. Was muss eigentlich noch alles passieren bis die europäische Bevölkerung wirklich aufwacht. Wenn Unrecht zu Recht wird wird Widerstand zur Pflicht. Wenn die Konzerne, Banken und Politik so weiter machen, knallt es bald gewaltig. Nur noch eine Frage der Zeit! Aber es muss wohl noch viel schlimmer werden, bis der Souverän sich sein Recht auf Leben und Demokratie wiederholt! Leider ist gerade der Mittelstand anscheinend so beschäftigt, das er keine Zeit mehr zum Nachdenken hat, er muss ja Geld verdienen, sonst hätten unsere Staaten und Banken schließlich niemanden mehr zum ausplündern. Macht zuviel arbeiten eigentlich dumm und ignorant, oder ist das ansteckend

    • Mario sagt:

      Nö fürchte Arbeit macht nicht krank sondern einfach nur verbittert und dann ist es halt die Gschicht auf die man ständig stößt:“ Wer arbeitet kann sich das Leben auch leisten und wer ned hackelt des soll auch ned essen,“ naja hör ich zumindest in meinem eigenen Umfeld ständig; vor allem von die Leit mit einem richtig fetten ökologishce Fußabdruck.

  8. Claus Landsberger sagt:

    Die Privatisierung der Wasserversorgungsbetriebe soll dem Bürger dienen-
    Wettbewerb die Preiase drücken, usw,usw.- hony soit qui mal y pense!
    Die Frage muss doch lauten- wem nützt es wirklich?
    Die Lobbyisten haben hier gute Arbeit geleistet und sicher auch einige Taschen gefüllt.
    Wohin die Privatisierung von Wasserversorgung führt läßt sich an vielen Beispielen im Ausland ablesen:
    -enorme Verteuerung für die Verbraucher
    -enorme Gewinne für Konzerne
    -Gesundheitsrisiken für den Verbraucher
    Die Trinkwasserversorgung in Deutschland ist hygienisch und technisch auf einem sehr hohen Niveau, das wir doch bitte beibehalten wollen.
    Trinwasser ist außerdem ein lebensnotwendiges Lebensmittel, das nie zur Gewinnmaximierung von Anlegern und Konzernen dienen darf.
    Zum Schutz unserer Trinkwasserversorgung muss die Bevölkerung endlich aufwachen, erkennen wie wir zu unser aller Nachteil an der Nase herumgeführt werden sollen. Notfalls muss eben das öffentliche Leben einmal komplett lahmgelegt werden- hier ist Widerstand auf allen Ebenen zu leisten.

  9. Agincourt sagt:

    Die Verhökerung der mit Steuergeldern der Bürger über Jahrzehnte, wenn nicht über den Zeitraum eines Jahrhunderts aufgebauten Versorgungsinfrastruktur (Strom, Wasser, Gas, Teleokommuikation, Straßen- und Eisenbahnwesen) an räuberische „Privatinvestoren“ stand, gefördert durch korrupte Regime in den Einzelstaaten, von Anfang an ganz oben auf der Liste der durch kein demokratisches Votum der europäischen Bürger je legitimierten „€U“-Despotie, ihrerseits nur der verbrechrische Handlanger terrakrimineller Bankster, hinter dene sich wiederum eine Handvoll fast unsichtbarer sog. Privat-„Investoren“ verbirgt – tatsächlich handelt es sich im parasitäre Raptoren, die unter dem Banner der „Demokratie“ in all ihren entarteten Spielarten über den Planeten herfallen.

    Groteskerweise wird zur Umsetzung der privatnützigen Profitabilisierung €uropas und seiner „Bürger“ der Weg einer pseudo-etatistischen, post-sowjetischen, internationalistischen Zentralverwaltungsjunta gewählt, die nicht etwa die schurkenhaften Pofiteure dieser Entwicklung finanzieren, sondern durch immer neue Abpressungen der von diesen ausgeplündernde „Bürger“ – „Demokratie“ nach angelsächischer Facon.

    Daß die „Schuldenkrise“ von Anfang an diesem Ziel diente – weshalb nur wird das jetzt erst expressis verbis hier erwähnt.

    „Mit einem Betrugsmodell verzinslichen Privat-Falschgeldes die Welt an sich reißen“ lautet der Masterplan.

    Es genügt doch, sich nur dieses „Wassermodell“ anzusehen, um der „€U“ die heuchlerische und verlogene Maske der „Völkerverständigung“ und des „Friedens“ vom Gesicht zu reißen.

    Auch die Überflutung des Kontinentes mit prekarisierten und häufig analphabetisierten Nicht-Europäern vorzugsweise aus dem islamischen Kulturkreis bzw. die dieser „Umwandlung“ der bisherigen, europäischen Staatsvölker nützlichen Verwerfungen in Nord-Afrika und dem Nahen Osten („Arabischer Frühling“ oder vielmehr die Totenglocke Europas), nun ausgedehnt auf den Norden Zentralafriaks (Mali), dient ebenso allein diesem Ziel wie Feminismus, Genderisierung, das „Klimawandel“-Mantra, der Gleichheitswahn oder die Toleranzideologie.

    Mithin der ganze „Baukasten“ der 68er-Sektierer und ihrer Ableger – die „75er“ („Entspannungs“- und KSZE-Bewegte), die 83er („Friedensbewegte I“), die 89er („Haus Europa-Wiedervereiniger“), die 92er (anti-„rassischtische“ Lichterkettenschwinger) oder die 99er (Kosovo-Gutmenschenkrieger oder „Friedensbewegte II“) etc.

    Alles Dinge, die bis zum Ende des 2.Weltkrieges und auch noch in der Nachkriegszeit keinen Europäer je beschäftigt hätten.

    Wissen die Vordenker dieser globalen Finanzdiktatur doch sehr genau, daß der von einem selbstbewußten, autochthonen Staatsvolk getragene, souveräne Nationalstaat das gefährlichste Hindernis auf dem Weg zur Umsetzung des zu erreichenden Zieles ist.

    Am Ende dieser wahnwitzigen Ideologie einer „Friedens-€U“ wird ein interkultureller und interethnischer Bürgerkieg in Europa stehen, dessen Konsequenzen weit verheerender als die der beiden Weltkriege sein werden -sowohl was die Zahl der Opfer als das Ausmaß der Zerstörungen betrifft.

    Einen – aber nur kleinen – Vorgeschmack auf diese Entwicklung, die nur mit der Christianisierung der Welt zu Zeiten des späten, römischen Imperiums verglichen werden kann (und die auch dieselben Wurzeln hat), geben die Ereignisse in Rest-Jugoslawien nach 1989, der zerfallenden SU (sozusagen die „€U“-Blaupause) oder heute in Pakistan.