Rechnungshof: EU-Entwicklungshilfe in Afrika bleibt erfolglos

Die EU hat Milliarden für den Aufbau der Infrastruktur in den Entwicklungsländern ausgegeben. Doch das Geld ist offenbar anderweitig verwendet worden, denn die Straßen verfallen trotz des Geldsegens aus Brüssel.

Seit 1995 laufen EU-Investitionen in die afrikanische Infrastruktur. Dabei wurden bislang einem Bericht von Euractiv zufolge rund 7,4 Milliarden Euro für den Straßenbau ausgegeben. Leider ohne die gewünschten positiven Effekte. Anstatt die Gesellschaftsentwicklung zu fördern und die Wirtschaft aufzubauen, werden die Straßen dem Verfall überlassen.

Der Waren- und Dienstleistungsverkehr Afrikas wird zu einem großen Teil über das Straßennetz abgewickelt. Vollkommen überladene Lastwagen verursachen Schlaglöcher und Spurrillen. Der EuGH verurteilt die Regierungen der afrikanischen Staaten. Sie würden nicht genug dazu beitragen, die Straßen instandzuhalten.

„In allen vom Hof besuchten Partnerländern sind die Straßen in unterschiedlichem Ausmaß von vorzeitigem Verschleiß betroffen.”, heißt es in einem Bericht des Europäischen Rechnungshofs. Bereits ein Drittel des von der EU geförderten Straßennetzes ist bereits Verfallen. Die Lebensdauer von Straßen in der Sahara soll bis zu 15 Jahre betragen. Die meisten Straßen befinden sich jedoch bereits nach vier Jahren in einem desolaten Zustand.

Da die afrikanischen Staaten jedoch kein Geld für die Sanierung ihres Straßennetzes haben, können Schlaglöcher nicht ausgebessert werden. Die EU-Entwicklungshilfe verfehlt ihre Wirkung, da die EU-Kommission nachlässig bei der Kontrolle der verwendeten Gelder sei, so der Bericht: „Häufig reagiert die Kommission nicht in angemessener Weise, wenn Partnerländer ihre Verpflichtungen nicht erfüllen.“

Kommentare

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  1. Volker Seitz sagt:

    Derartige Meldungen kenne ich schon seit Jahrzehnten. Aber der EU-Rechnungshof kann(darf?) sich nicht durchsetzen.Erst wenn wir nicht mehr die Illusion verbreiten, dass sich Entwicklung von außen steuern lässt (es gibt keine überzeugenden Argumente für immer mehr Hilfe , wenn die Impulse für Entwicklung nicht aus dem Land selbst kommen) wird sich etwas ändern. Dann können die Führungsriegen in Afrika nicht mehr viel länger an der Realität ihrer Länder vorbeiregieren. Regieren in vielen Ländern Afrikas ist ein ständiges Improvisieren, Basteln und Durchwursteln. Heute schaffen diese Eliten durch Nichtstun etwa in der Landwirtschaftspolitik erst die Probleme, zu deren Lösung sie danach die westlichen Steuerzahler auffordern. Nach Afrika sind Milliarden geflossen- mit so wenig Erfolg. Entwicklungshilfe ob sie nun den Empfängern nutzt oder nicht, ist leider positiv besetzt, so dass die Verantwortlichen ganz offensichtlich nicht bereit sind, etwas zu unternehmen. Das Afrikabild wird immer mehr von den sich selbst erhaltenden Hilfswerken geprägt.Volker Seitz, Autor „Afrika wird armregiert“

  2. Hans von Atzigen sagt:

    Letztlich kann nur Hilfe zur Selbsthilfe nachhaltig wirken.Die Westliche Welt stellt die ueberwiegende Masse der Weltgeisteselite.Doch genau diese Elitte hat auch in bezug auf die Entwicklung der 3.Welt jämmerlich versagt.Mehr noch auch der Westen ist auf dem Weg in den Ruin.Wie soll ein ruinierter Westen der 3.Welt durch Umverteilung auf die Sprünge helfen??? Die Menschheit hat ein Grundproblem,eine vor allem westlich dominierte Geisteselite.Eine Elite die sich mehrheitlich vor allem durch Ideologische Schwadroniererei profiliert.Von solieder wissenschaftlicher Arbeit und Leistung gibt es nur noch jämmerliche Spuren.Fürwar die sog.68 haben den Weg durch die Unstituitionen an die Spitze geschafft.Durchdrungen von einem Irrealen Ideologieweltbild.Weitherum inkompetent rechthaberisch und arrogant bis zum Kotzen.
    Gewiss es gibt löbliche Ausnahmen.Leider eine kleine Minderheit.Das Ergebnis ist für die gesamte Menschheit ein grausammes Desaster.

    • KClemens sagt:

      Es geht doch gar nicht um Hilfe.

      Es geht um die Betreuungsindustrie, die seit Jahrzehnen hervorragend davon lebt, daß die Verhältnisse sich in Afrika nicht, oder nur geringfügig ändern.

      Auch ist es in all den Jahren nicht gelungen, all die Warlords, die dort anscheinend wie Pilze aus dem Boden schießen, rechtzeitig in die Schranken zu weisen.

      Afrika ist ein recht wertvoller Kontinent, aber wenn man sieht, wie die Rohstoff abbauenden Unternehmen dort agieren, kann einem schlicht das Kotzen kommen.

    • Volker Seitz sagt:

      Die Überschüttung der Entwicklungsländer mit Steuergeldern wird weiterhin als „Hilfe zur Selbsthilfe“ oder „Stärkung der Selbsthilfekräfte“ gerechtfertigt. Gerne wird dabei übersehen, dass fast alle mit staatlicher ausländischer oder privater Hilfe errichteten Projekte nicht mehr weitergeführt werden, wenn ausländische Subventionen versiegen. Entwicklungshilfe schafft Abhängigkeiten und lässt die Afrikaner Eigenverantwortung-die angeblich durch Entwicklungshilfe gestärkt werden soll- und eigene Anstrengungen verlernen. Das wird sich nicht ändern solange Hundertausende ausländische Helfer ihre berufliche Existenz auf ihre Hilfstätigkeit gründen können.
      Volker Seitz, Botschafter a.D. und Autor „Afrika wird armregiert“