IWF sieht keine Fortschritte: Griechen droht Pleite oder Euro-Aus

Harte Worte vom IWF: Das von der Troika verordnete Sanierungsprogramm wird offenbar nicht umgesetzt. Die Regierung bürde den kleinen Leuten immer mehr Belastungen auf, die Reichen machen weiter wie bisher. Die deutschen Steuerzahler können sich auf neue Hilfszahlungen einstellen.

Der IWF stellt schon wieder Berechnungen an: Einem Bericht zufolge benötigt der „aufgeblasene und unproduktive“ griechische Staat weitere Milliarden-Hilfen, selbst wenn das aktuelle Sparprogramm auf den Cent genau eingehalten wird. Außerdem erwartet der IWF einem Bericht der FT zufolge einen weiteren Schuldenschnitt für Griechenland in Höhe von 25 Prozent, um die Schuldenlast eindämmen zu können. Sollte es jedoch wieder Schwankungen auf den Finanzmärkten geben, drohe die Situation erneut zu eskalieren.

Obwohl die griechische Bevölkerung bereits an den Rand des Existenzminimums gedrängt wurde – durch unzählige Steuererhöhungen und Kürzungen bei den Sozialleistungen – gelingt es dem Staat nicht, seine Schulden auf ein tragfähiges Maß zu reduzieren. Seit dem Start der griechischen Staatsschuldenkrise belaufen sich die Rettungskosten durch die internationalen Gläubiger auf 255 Milliarden Euro – bislang ein Fass ohne Boden.

Große Kritik an der Umsetzung der Sparmaßnahmen richtete der IWF in seinem Bericht an die griechische Regierung: Die Arbeiter werden überbelastet, „die Reichen und Freiberufler haben es geschafft, Steuerzahlungen weiterhin in großem Stil zu umgehen“. Dem Staat wurden ebenfalls nur „geringfügige Kürzungen“ zugemutet. Der Staatsapparat ist aufgebläht wie eh und je, Privatisierungen finden so gut wie nicht statt.

Eine Staatspleite Griechenlands ist weiterhin nicht auszuschließen. Sie sei nur zu verhindern, wenn mehr Geld nach Athen fließt, analysiert der IWF. Der IWF hat bereits angekündigt, das Land langfristig nicht weiter mit finanziellen Mitteln unterstützen zu wollen. Auch die Zahlungsbereitschaft der EU-Länder für einen Bailout in Zypern ist nicht mehr vorhanden (hier), obwohl die Rettungskosten für Zypern im Vergleich zu Griechenland lächerlich gering sind (etwa 16 Milliarden Euro).

So bleibt für Griechenland nach Einschätzung des IWF das Ausscheiden aus dem Euro als letzte Möglichkeit, um der Geldverschwendung ein Ende zu bereiten. Die Troika verhindert dies, da eine Rettung des Mittelmeerstaates den europäischen Führungsspitzen immer noch alternativlos erscheint.

Kommentare

Dieser Artikel hat 12 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. Witzig sagt:

    So etwas nenne ich zu Tode gerettet..,genau dieses System läuft auch in der EU ähnlich ab! Im Zeitlupentempo ,wird es von Staat zu Staat sukzessive in den Bankrott führen…bis endlich auch Deutschland in das schwarze Loch versinkt !! Für diesen grandiosen Wahnsinn haben die deutschen Lemminge die DM einfach in den Müll geworfen !!
    Natürlich glaubt das niemand und alles ist nur „Schwarzmalerei “ ,doch viele glauben nach wie vor an den Endsieg für Europa/ Deutschland und den Euro und genau so wählen Sie auch diese Hirnis!!

  2. Bonsai sagt:

    Wer nimmt denn diese Institutionen noch ernst? Immer rummeckern, und wenn es drauf ankommt, wird doch wieder Kohle überwiesen.
    Die hier dargebrachten Erkenntnisse sind ja wohl wirklich nichts Neues.
    Und da das Spielchen in GR so erfolgreich ist, wird das jetzt in bella Italia fortgesetzt.
    Man senke die Löhne und erhöhe die Steuern, welche für die unteren 90% maßgeblich sind. Dazu eine gute Prise Staatseigentumsverstaatlichung.
    Schwuppdiwupp ist der Binnenmarkt angekurbelt, und die Leute konsumieren auf Teufel komm raus.
    Übrigens hat die Woche auch dieses Jahr wieder 7 Tage.

  3. Stefan Wehmeier sagt:

    „…da eine Rettung des Mittelmeerstaates den europäischen Führungsspitzen immer noch alternativlos erscheint.“

    Wirklich alternativlos ist nur eines:

    Ohne die schnellstmögliche und zugleich durchdachte Durchführung einer konstruktiven Geldumlaufsicherung in Verbindung mit einem allgemeinen Bodennutzungsrecht (freiwirtschaftliche Geld- und Bodenreform) kann die „Finanz- und Schuldenkrise“ (beginnende globale Liquiditätsfalle) nicht überwunden werden – und schließlich wäre der atomare 3. Weltkrieg (die Frage „Wer gegen wen?“ ist dabei irrelevant) nicht zu verhindern!

    http://www.swupload.com//data/Geldtheorie.pdf

  4. reiner tiroch sagt:

    da sind die 3x gerettet worden damit sie nun endgültig pleite sind? wir haben die beste dauerretterei der Welt, was?

  5. Ulli Schaller sagt:

    Etwas zur griechischen Geschichte, so, wie es ein Grieche erzählte :

    1. Die Griechen verdanken ihre Freiheit nicht den Großmächten.
    Sie waren das erste Volk im dahinsiechenden osmanischen Reich, das den Mut zum Aufstand besaß. Kurz nach dem griechischen Freiheitskampf brachen auf dem gesamten Balkan entsprechende Kämpfe aus.
    2. Es hat eines langen Hin und Hers bedurft, bevor sich England und Frankreich vor der Gefahr des russischen Einflusses dazu entschlossen, Griechenland im Jahre 1830 zur Unabhängigkeit (zuvor hatten sie eine Zeit lang seine Autonomie bewirkt) zu verhelfen.
    3. König Otto wurde regelrecht von den drei Großmächten (England, Frankreich, Russland) als erst 17-jähriger Knirps mit der Regentschaft Griechenlands beordert, weil sie sich untereinander mißtrauten und daher die „neutrale“ Lösung befürworteten.
    4. 3000 bayerische Soldaten übernahmen die militärische Führung des frischen Landes, ohne ein Wort Griechisch sprechen zu können, ohne jemals mit der griechischen Mentalität in Kontakt gekommen zu sein. Die griechischen Freiheitskämpfer, die sich in den jahrzehntelangen Kämpfen mit den Osmanen bewährt hatten, wurden buchstäblich auf die Straße gesetzt (es gibt zahlreiche Dokumente von griechischen Generälen, die vor Hunger starben)
    5. Die „englischen Kredite“ wie sie in Griechenland im Volksmunde heißen, gingen einher mit einem „Schutzvertrag“, mit dem England zum offiziellen Schutzpatron Griechenlands beordert wurde. Abgelöst wurde England erst nach dem blutigen Bürgerkrieg 1950 von den USA. Diese Kredite hat Griechenland im übrigen erst vor wenigen Jahren endgültig getilgt, so enorm waren die Summen, die die Großmächte vergaben, um die Gewährung ihrer nteressen in dieser so wichtigen geostrategischen Region „erkaufen“ zu können. Von diesen Geldern hat die Gefolgschaft König Ottos jahrzehntelang in Braus und Schmaus gelebt, den Griechen blieben Krümmel übrig
    6.Noch während der Unabhängigkeitskämpfe im Jahre 1822 verfassten die gebildeten Auslandsgriechen gemeinsam mit den Freiheitskämpfern ein griechisches Grundgesetz („Grundgesetz von Epidavros“), dessen Liberalität und demokratische Bezüge seinerzeit keinesgleichen in Europa hatte und sich stark an das Gedankengut der Aufklärung und der fränzösischen Revolution anlehnte.
    Die absolutistische Monarchie der Bayern machte nicht nur alle Grundrechte zunichte, sondern schloß gezielt jegliche Beteiligung der Griechen an der Staatsführung aus. Wie sollte es da nicht zum Aufstand kommen?
    7. Wir Griechen haben uns seit Homers Schriften vor allem in einem Aspekt behauptet: in der sgnt. PHILOXENIA, das ist die Zuneigung für den Fremden/das Fremde, einfacher gesagt die „Gastfreundlichkeit“.
    Gäste aber haben sich an gewisse Regeln zu halten wie Respekt, Anerkennung, Einfühlsamkeit, Diskretion usw.
    Diese Charakteristika jedoch zeichnen weder König Otto noch Bundeskanzlerin Angela Merkel aus! Im Gegenteil, es sind „Gäste“, die von Egoismus, von Verachtung und Snobismus gezeichnet sind, und das haben die Griechen auf Dauer nie in ihrer Geschichte ertragen können…

    • neuer sagt:

      Die Griechen als Opfer, ein schönes Märchen. Wie auch immer, ich ziehe es vor, besser nicht Gast in diesem Griechenland zu sein.

  6. J.J.Rousseau sagt:

    Was aufmerksame wache Menschen schon wussten. Nur die Politdarsteller lügen weiter, drucken Geld und glauben daran, dass daraus neues Schuldgeld entsteht. Nur, geht die Rechnung längst nicht mehr auf. Leider müssen die Menschen darunter leiden und sterben. Nicht die Bankster, Konzerne und ihre gekauften Politiker – die dafür verantwortlich sind.

  7. Beethoven sagt:

    vielleicht wäre es einmal an der Zeit um sich auf die MAGNA KARTA zu besinnen ????!!!

    Die Geschichte wiederholt sich laufend…. was war einst schlechter und heute besser ?

    Nichts hat sich verändert und es bleibt auch so …nur wenn es mal wieder zu einem Bauernaufstand kommt, dann wird es eventuell hier anders ?

    Oder man könnte auch mal die Parteien für Volksabstimmung wählen…jedoch sagt das jetzige Wahlergebnis etwas anderes aus !

    Es bleibt so wie es ist und wie es schon immer war !

  8. Gregor Schock sagt:

    Das Gewurschtel um die Griechenland-Hilfe wird grundsätzlich falsch dargestellt.
    Die Gelder die aus Deutschland und anderen EU Staaten via Brüssel an Griechenland gehen, gehen direkt an Banken die immer noch in Griechenland investieren, spekulieren oder besser “ auf deren Untergang wetten „.
    DAS IST EINDEUTIG HOCHVERRAT, begangen von Politikern, die ihren Bevölkerungen verpflichtet seien sollten. Keinen Cent dürften die Bänkster erhalten.
    Keine Verfassung in Europa lässt eine solche Handlungsweise zu.

    Dazu ein Video von Prof. Schachtschneider (Staatsrechtler) :
    http://www.youtube.com/watch?v=pCXB5aiqrCw

    Gregor Schock Hamburg….http://www.polithammer.de

    • Gregor Schock sagt:

      Erweiterung !
      Ich richte das Wort an die Sparer und Immobilienbesitzer.
      Wenn Sie sich die Bankenrettung, Griechenland-Irland.-Portugal-Spanien usw. Rettung plastisch vorstellen, dann ist seit 2008 ihr Gartenzaun an diese Länder gegangen. Er steht da zwar noch, aber er gehört Ihnen nicht mehr. Das Grundstück und Ihr Haus gehört bereits den Banken. Der „rechtsverbindliche“ Vorgang wird in Kürze abgehandelt. Das Gleiche gilt für die Sparer und Edelmetallbesitzer.
      Sollten morgen ca. 800 000 Sparer ihr Einlagen von der Bank abheben wollen, werden spätestens mittags die Banken geschlossen.
      Das müssen Sie mir nicht glauben, dennoch sollten Sie sich die Ausführungen Prof. Hörmanns anhören.

      http://www.youtube.com/watch?v=vDyYe4iss4A

      Gregor Schock Hamburg

  9. widder sagt:

    Die Deutschen zahlen auch dann, wenn die Griechen sämtliche Vereinbarungen nicht einhalten.

  10. Dankmar sagt:

    Die Feudalherrin ist ja für viele Planwirtschaftler in der EU ein alternativloses Beispiel. Immer weiter so bis zum Untergang, denn sie wurde ja auch die màchtigste Frau der Welt von einer amerikanischen Zeitschrift gekürt.