Glühbirnen-Verbot war eine Erfindung von Sigmar Gabriel

Das Verbot der Glühbirnen in den Haushalten Europas wird gerne als Beweis der sinnlosen EU-Bürokratie genannt. Was die wenigsten wissen: Das Verbot geht auf den SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel zurück. EU-Kommissar Oettinger hat sogar durchgesetzt, das Verbot überwachen zu lassen.

Für kaum eine Regelung musste die EU so viel Kritik einsetzen wie für das Glühbirnen-Verbot. Alle Bürger und alle Unternehmen sind mittlerweile gezwungen, die neuen „Energiesparlampen“ zu verwenden. Die neuen Lampen sind teurer und wegen des hohen Quecksilber-Gehalts eine erhebliche Umweltbelastung. Die Bürger müssen für die Entsorgung ihrer Lampen geradezu absurde Vorsichtsmaßnahmen treffen. So empfiehlt der Naturschutzbund:

„Sollte die Lampe platzen, während sie angeschaltet ist – was nur sehr selten passiert – hilft die Bindung durch Amalgan nicht weiter. Dann gilt die Zusatzregel: Alle Türen zum Zimmer schließen, Fenster öffnen und den Raum für mindestens 15 Minuten verlassen! Und immer gilt: Die Lampenreste sorgfältig mit einer steifen Pappe auf einem Stück Papier zusammenkehren oder mit Klebeband aufnehmen, dann die Stelle, an der die Lampe zerbrach, mit einem kleinen nassen Lappen reinigen. Die Lampenreste, Pappe, Klebeband und Lappen dann in ein Schraubglas zu stecken, dieses verschließen und mit einem Zettel ,Achtung, kann Quecksilberreste von Energiesparlampen enthalten‘ bei den kommunalen Entsorgungsstellen abliefern.“

Solche Komplikationen im Alltag wegen einer simplen Lampe erregen den Zorn der Bürger. Eine von der Partei der Vernunft initiierte Petition zur Rücknahme des Glühbirnen-Verbots erfreut sich immer noch großen Zuspruchs, Tendenz steigend (siehe Grafik am Ende des Artikels). In vielen Foren werden die EU-Bürokraten verflucht: Wie kann man solch einen Schwachsinn erlassen?

Doch nicht immer tragen die die Brüsseler Bürokraten die Schuld an solchen Absurditäten. Meist kommt der ideologische Druck aus den Mitgliedsländern.

Im Fall der Glühbirnen-Verbots verdanken wir die Unbill einer besonders unheilvollen deutsch-griechischen Koalition: Der damalige Umweltminister Sigmar Gabriel war es nämlich, der den Stein ins Rollen gebracht hat. In einem Brief an den EU-Umweltkommissar Stavros Dimas ergriff Gabriel die Initiative. Der heutige SPD-Vorsitzende wollte in der Zeit der deutschen Ratspräsidentschaft dafür sorgen, dass Europa einen besonders progressiven Kurs im Klimawandel fährt. Europa solle es Australien gleichtun und die Energiesparlampe verordnen. Gabriel bat den Griechen, „rasch“ die entsprechenden „Durchführungsmaßnahmen“ einzuleiten.

Die Zeit beschreibt, wie im Folgenden die Maschine in Brüssel anlief. Ohne weitere parlamentarische Diskussionen wurde der Eingriff ins Privatleben der Europäer umgesetzt. Angela Merkel hatte dafür gesorgt, dass die umstrittene Verordnung als Glanzstück der deutschen Ratspräsidentschaft quasi im Kleingedruckten beschlossen wurde.

Der FDP-Abgeordnete Alexander Graf Lambdorff sieht in dem Fall ein Beispiel, wie die EU zu Unrecht beschuldigt wird. Er sagte dem DLF: „Ich erinnere nur da dran, das Glühbirnenverbot, das ist gekommen, weil Sigmar Gabriel, damals Bundesminister für Umwelt, hier in Brüssel verlangt hat, dass es ein solches Verbot geben möge. Und insofern ist das eine nationale Initiative geworden, die dann europäisiert worden ist. Ich habe mich darüber sehr geärgert, weil mir war klar, dass das Glühbirnenverbot für viele Menschen viel Ärger verursachen würde und das Image der Europäischen Union belasten würde.“

Das Image der EU weiter belastet hat schließlich Günter Oettinger: Der mit dem Posten eines Kommissars versorgte ehemalige Ministerpräsident von Baden-Württemberg brachte es fertig, dass die Verordnung nicht bloß eine Empfehlung blieb: Seit der Einführung wird die Einhaltung der Vorschrift mit eigenen Geheim-Polizei überwacht. Die taz schreibt: „Um das totale Verbot der Herstellung und des Vertriebs von Glühbirnen – d.h. ihre Ersetzung durch Energiesparlampen – ab dem 1.September 2012 durchzusetzen, verlangte der deutsche EU-Kommissar Günther Oettinger flächendeckende Kontrollen, um auch seine vollständige Einhaltung zu erreichen. Die Bundesländer schaffen daraufhin 50 neue Stellen für Kontrolleure (7 allein in der einstigen ,Stadt des Lichts‘), die quasi ab sofort – ähnlich wie zuvor beim Rauchverbot – durch die Läden ziehen und jeden Verstoß unbarmherzig ahnden.“

Die Bürger wurden also nicht bloß übergangen, weil Gabriel einer blinden Ideologie folgte. Sie dürfen als Steuerzahler nun auch für ihre Überwachung zahlen. Der Aspekt, dass das Licht aus den neuen Lampen nicht bloß kalt und schlecht, sondern, wie ein Wissenschaftler dem Telegraph sagte, vielleicht sogar ungesund ist, erscheint in diesem Licht fast schon nebensächlich.

Kommentare

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  1. Gehörwäsche sagt:

    Energiesparlampen für den Umweltschutz ^^
    Das Quecksilber in den Energiesparlampen wird nicht irgendwo in die Natur gekippt, weil die Entsorgung zu teuer ist , das nenne ich mal Umweltschutz , aber so wie die dinger von vielen entsorgt werden ist der Umweltschutz wohl nur gewährleistet , solange die Sparlampen eingepackt bleiben !

    Gewinnbringender kann man wohl keinen Giftmüll entsorgen , aber wenn man zb durch den kram Krank wird und stirbt , geht es wieder in richtung Umweltschutz , denn wir Menschen sind ja die größte gefahr für die Natur ^^

    Die birnen geben ja kleinstmengen Quecksilber ab , und dann noch die wunderbaren Amalganfüllungen oder das Quecksilber was man in Impfungen packt , um es den leuten zu injizieren , und wenn jemand dadurch Krebs bekommt , hat es irgendeinen anderen grund gehabt .

    Da fragt man sich , was man eigentlich mit uns vor hat , man hört immer wie gefährlich Quecksilber ist , aber man entsorgt den kram beim Volk oder auch in ihren Körpern .
    Die Politiker haben wohl Glück , daß die Giftmüllentsorgung in Trinkwasser und Zahnpasta , oder in Tablettenform um es schon den ganz kleinen zu geben , ihren zweck erfüllt , sonst hätte man die schon lange gelyncht , denn anscheinend bricht Fluorid nicht nur den willen , sondern macht auch gehorsame schäfchen , die alles so hinnehmen wie es gerade kommt .
    Da wünscht man sich wirklich , nur ein bekloppter Verschwörungstheoretiker zu sein^^

  2. Klaus sagt:

    @ 28.01.13 um 15:30 Richtigsteller sagt

    Die Alternativen wurden/werden auf Kosten des Steuerzahlers subventioniert.

    Der Kapitalismus im überschuldeten Endstadium wird mit allen erdenklichen Konkurs-Verschleppungs-Tricks am Leben erhalten.

  3. Nostradamus sagt:

    … nicht NUR das Glühbirnen – Verbot sondern auch noch das

    Pappdeckel – Gesetz (Karton Gesetz gültig ab 1.1.2009)

    Jeder Online Unternehmer muß seine Kartons und dergleichen in einer Einkaufs – Ausgabenliste jährlich anführen und zu der IHK melden wie eine Einnahmen Überschuß Rechnung vorlegen

    Dann hat sich jeder dieser Unternehmer an einem DUALEN System zu beteiligen, das heißt er muß einer karton Entsorgungsfirma den Obolus abdrücken damit diese dann den Karton im Werststoffhof abholt, und kostet natürlich Gebühren ist gesetzlich Pflicht – nicht pflichtbewusste bezahlen bis 50.000 Euro Strafe.

    Und da gilt auch ……für schon gebrauchte Kartons !!!

    Und er muß auf Verlangen jedem Käufer sagen können, wo dieser Käufer den Karton hinzubringen hat wenn der Käufer danach fragt. Außerdem muß es auch noch ersichtlich sein, daß der Online Verkäufer auch an so einem System angeschlossen ist, sonst setzt eine Abmahnung…kommt mir irgendwie bekannt vor.

    Also ich bringe meine Kartons zum Wertstoffhof, das kostet nichts.

    Nichts desto TROTZ … ich muß zahlen ob ich will oder nicht!

    Gibt es Ausnahme Regelungen für KLEIN – GEWERBETREIBENDE ??????????????

    NEIN !!!!!!

    Deutschland schafft Arbeitsplätze sorgt für einen tollen Standort wo ma sich als Unternehmer wohl fühlt und excellente Bedingungen dafür geschaffen wurden.

  4. hugin sagt:

    SPARLAMPEN WAHN
    Die angebliche Energieersparnis berücksichtigt nicht: Die höheren Herstellungskosten mit höherem Energieaufwand, die Entsorgung (Energie) und die höhere Merwertsteuer !
    Gewinner ist nur das Finanzamt !

  5. Clasine sagt:

    Hat schon jemand daran gedacht, eine „Sigi-Gabriel-Glühbirnen-Sammel-Rücktransport-Aktion“ zu starten ? Heisst: Alle defekten Glühbirnen sammeln und zurück an Sigi Gabriel. Soll er doch selbst diesen Mist verbrauchen und die normalen Birnen sofort einführen. Wieso lassen WIR uns diesen ganzen UNSINN gefallen ?

  6. Richtigsteller sagt:

    Eine Glühbirne 60W verbraucht pro Jahr/1000h Strom für ca. 16,20 Euro.
    Eine gleich helle Energiesparlampe 13W für nur 3,51 Euro.
    Eine gleich helle LED-Lampe 10W für nur 2,70 Euro.

    Wie ignorant muss man sein, die sparsamen Lampen nicht zu verwenden?

    kW/h 0,27 Cent

    • Alterbedingte Makula Degeneration sagt:

      Produkte können auch andere Eigenschaften besitzen als die eines Energiesparpotential. In diesem eine Augenschädigende. (AMD).

    • Infoling sagt:

      fairerweise müssen die anschaffungspreise einbezogen werden!!!
      ja ja die ausstrahlung einer glühbirne ist halt doch was feines. ODER???

    • Cohen66 sagt:

      ** Wie ignorant muss man sein, die sparsamen Lampen nicht zu verwenden? **

      das ist ne einfache Sache, weil es Leute gibt, die gerne tun und lassen wollen was sie möchten, dazu gehört auch ne Glühbirne, am liebsten 100W und mehr, macht viel hell.

      Und mal zum Preisvergleich, ne 10er Packung Glühlampen hat mich ca. 5 Euro gekostet. Was kostet denn nen 10er Pack LED oder Energiesparlampe? Und wie ändert sich Ihre Berechnung, wenn man da die Material- und Produktionskosten sowie die Kosten für die Entsorgnung einrechnet. Und wenn man will, kann man die abgegebene Wärmeenergie der Glühlampen auch noch gut und gerne mit seinen Heizkosten verrechnen. Denn die Energie ist ja nicht weg, ist halt nur Wärme.

    • fischbach sagt:

      Wie Ignorant ist man denn, wenn man außer Acht lässt, dass dieses Blaulicht die Augen schädigt ?

  7. Bert Preikschat / BERTOLOMEOS sagt:

    Siehe = kunstlampe.wordpress.com / künstlerische earbeitung des Themas durcierteh den Künstler BERTOLOMEOS – Keine Kunst ohne Licht…! = Suche ständig exponierte Ausstellungsmöglichkeiten für meine Lichtobjekte – im Gedenken an die gute, alte Glühlampe – siehe auch: http://www.land-art-kunst.de

  8. JensDe sagt:

    Wenigstens einen Vorteil hat es ja, man hat wieder Arbeitsplätze geschaffen. Wo kann man sich überhaupt als Glühlampenkontrolleur bewerben? Das sind bestimmt Beamtenarbeitsplätze, wo man sehr hohes Fachwissen benötigt.
    Was geschieht eigentlich mit den Sündern, die sich nicht an das Glühlampenverbot halten?