EU-Austritt: Niederländische Professoren starten Referendum

Akademiker in den Niederlanden wollen durch eine Unterschriftenaktion ein Referendum über den Verbleib in der EU erzwingen. Die Niederlande würden unweigerlich in einen zentralisierten europäischen Staat gezwungen, ohne ihn auch nur indirekt beeinflussen zu können, lautet der Vorwurf.

David Cameron hat am vergangenen Mittwoch seine lang erwartete Rede über die Einstellung Großbritanniens zur EU gehalten und damit in ganz Europa für Aufsehen gesorgt. Im Falle einer Wiederwahl, wolle der britische Premier sein Volk selbst über sein Schicksal innerhalb oder außerhalb der EU per Referendum abstimmen lassen.

Diese Rede reflektiert beispielhaft die Meinung eines großen Teils der europäischen Bevölkerung, die sich von den undemokratischen Entscheidungen der EU übergangen fühlen und keine Chance haben, sich gegen diesen zentralistischen Supra-Staat zu wehren. Nach dem Erstarken ernstzunehmender Widerstände in Großbritannien, Italien, Österreich schlagen nun auch Intellektuelle in den Niederlanden Alarm und wollen durch eine Unterschriften-Aktion ein EU-Referendum herbeiführen.

Das Volk in den Niederlanden sehe sich „unweigerlich“ in einen zentralisierten europäischen Staat gezwungen, dessen Politik es nicht beeinflussen könne. „Als Bürger in einer der ältesten, freien und unabhängigen Staaten dieser Welt, verlangen wir ein Referendum“, heißt es in einem Bericht des NRC Handelsblad, der eine Stellungnahme von neun niederländischen Universitätsprofessoren zitiert.

Die Macht in Brüssel sei immer nur größer geworden, ohne dass das niederländische Volk davon profitiert hätte. Weder der EU-Ratspräsident Rompuy, noch der Kommissionspräsident Barroso wurden vom Volk gewählt. Trotzdem gestalten sie die Politik der EU, ohne demokratische Grundlage.

In dem Bericht der Akademiker heißt es weiter: „Wir halten diesen föderalen Pfad nicht für erstrebenswert oder funktionell, sondern für gefährlich.“ Das Volk müsse befragt werden: „will es seine demokratische Kontrolle langsam verlieren und in einem föderalen Europa aufgehen, der uns unsere fundamentalen Entscheidungen über unsere eigene Zukunft abnimmt?“ Dies sei eine existenzielle Wahl, die nur das Volk zu treffen habe, so die Professoren.

Kommentare

Dieser Artikel hat 67 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

  1. Kulleraugen sagt:

    solche stimmen sidn gerne gehört, es muss tacheles geredet werden aber auch wir alle müssen unseren Politikern Klar machen das wir eine Regierung aus Groß Kapital und Firmen Konglomarate nicht als Gegierung Akzeptieren sonnst muss es auf die Harte tur kommen. Alleine eine EU Polizei zu Gründen sagt schon das mann uns von allem Fern halten möchte. Wenn TISA kommt gibts auch keine Beamten Status mehr kann gut oder Schlecht sein. Aber das dann Private Unternehmen entscheiden der bekommt der bekommt nicht s ohen eine Möglichkeit sich zu Wehren geht nicht wir Bürger bezahlen nicht nur Politiker die dann sagen ja bezahlt habt ihr mich aber Arbeiten tue ich nur für die Privaten Interressen der Konzerne. Ich bin mal gespannt was die Menschen sagen wenn Sie ihre Krankenhaus Rechnung selbst bezahlen müssen oder die Medikamente, oder Trinwasser was bis 500 % weren kann. Das haben wir j awieder erlebt nach Protesten wurden nur 33 % draus das sind Aktien Unternehmen die haben keinen Sozial Tarif da wird ausgepresst was geht und wird nur als Anlage gesehen durchTISA soll dei möglichkeit der EIgen Vorsorge der Gemeinden Verindert werden Sklaventum halt

  2. Wolfgang Demolsky sagt:

    Ich danke jedem Nachbarn , der uns aus unserer Lathargie holen kann. Fällt Holland , fällt Deutschland . Obwohl ich gestehen muss es den Franzosen als Ersten zugetraut zu haben. Diese haben bereits einmal bewiesen wie Zecken erfolgreich abgewehrt werden .

    “ Das Volk hat kein Brot … dann soll es doch Kuchen essen 😉 …) „

  3. BenG sagt:

    Absolut korrekt, was die Professoren in den Niederlanden da ins Leben gerufen haben.
    Wo ist unsere Elite?
    Ausgewandert?
    In politisch führenden Positionen?
    Oder warten die auf einen Spezialisten aus Österreich?
    Gott ist das traurig, die Deutschen kriegen nix mehr auf die Beine gestellt, oder?

  4. rumpel sagt:

    Also beim ersten Lesen im Fettgedruckten entstand bei mir der Eindruck, als wollten die Professoren ein Referendum zum verbleib IN DER EU erzwingen. Ich finde , daß eben dieser Satz etwas umformuliert werden sollte. Er ist mißverständlich. Ansonsten vielen Dank für Ihre ständige Berichterstattung

  5. FDominicus sagt:

    Hoffentlich sind wenigstens die Holländer schlau genug und seilen sich ab. Aber ich befürchte auch dem niederländischen Establishment wird schon was einfallen auch nach einer Abstimmung gegen die EU, irgendwie „drin“ zu bleiben..

    • rumpel sagt:

      Ich habe den Eindruck, als wollten einige Mitglieder aus der EU austreten, es traut sich nur keiner. Hier muß das Volk seinen Willen zuerst bekunden, bevor die Politiker etwas unternehmen.
      In Deutschland läuft zumindest mal eine Petition an den Bundestag zum Austritt aus der EU. Das finde ich schon mal gut. Es müssen aber unbedingt mehr Unterschriften her, sonst verläuft die Sache im Sande.

      Hier der Link:http://www.mach-die-augen-auf-und-tu-was.de/petition-zur-aufloesung-der-eu/

      Es wäre schön, wenn dieser Link im Freundeskreis weitergegeben würde (und natürlich unterschrieben würde).
      Wir müssen in Deutschland damit anfangen, sonst traut sich keiner. Außerdem haben wir in Deutschland gegen unser Establishment einen harten Kampf vor uns. Dennoch müssen wir es wagen, wenn wir nicht total versklavt werden wollen. Wer will das schon?

  6. Walter Böringer sagt:

    na ja um was in Deutschland zu bewegen, braucht man Bürger die sich für ein anderes Deutschland einsetzen, ich denke da an Plebisziten (Volksentscheide) wie hier bringt euch ein -> http://www.facebook.com/pages/Volksentscheid-in-Deutschland/181284171905713

  7. Klingler Andreas sagt:

    Um unser Land vor alternativlosen Politikern zu schützen,
    müssen WIR die DIREKTE-DEMOKRATIE mit verbindlichen
    VOLKSABSTIMMUNGEN einfordern !

    Österreich ist dabei.

  8. Noteurope sagt:

    Das Europa in dieser Form ist gescheitert. Das war auch nicht der Gedanke seiner Gründerväter.

    • rumpel sagt:

      Richtig, so war das nicht gedacht und so ist es gekommen, weil wir nicht gefragt haben und die Politiker haben machen lassen. Wenn ich noch an das Debakel mit dem ESM denke. Wie wenig die Leute und die Politiker aufgeklärt warn. Gut das endgültige Urteil vom BundesGrundgesetzHof ist noch nicht gesprochen. Aber was soll da rauskommen.

      Man sollte sich vorerst schon mal die Petition an den Bundestag vorantreiben

      http://www.mach-die-augen-auf-und-tu-was.de/petition-zur-aufloesung-der-eu/

      damit wir überhaupt unseren Protest mal der Bundesregierung klarmachen können. (Es werden 50000 Unterschriften gebraucht, es liegt an uns, ob die zusammenkommen)“ Nützt nichts“, gibts nicht. Dann kommt die Diskussion im Bundestag und es wird mal unters Volk getragen.

      Wir brauchen unterschriften. Zeigt Euer Engagement und unterschreibt und gebt bitte diesen Link weiter. Dies wird auch den Ruf nach einer Volksabstimmung verstärken. Man muß allerdings aufpassen , über was bei einer Volksabstimmungh abgestimmt werden soll. Schäuble hat da ganz andere Vorstellungen als wir. Die Zivile Koalition arbeitet unermüdlich an dem Thema.

  9. till sagt:

    ich will holländer sein