Der Fernsehsessel wird zum Fitness-Trainer

Training von zu Hause aus ist leichter denn je: Ein neuer Sessel hat die wichtigsten Fitnessgeräte integriert. Über WLAN können die Sitzenden auch ihre Übungen auf dem eigenen Fernseher beobachten oder online mit anderen Sitz-Trainierenden chatten.

Menschen müssen sich immer länger fit halten. Wer im Alter auf sich allein gestellt ist, dem hilft ein neuer Sessel, der alle gängigen Funktionen eines Fitness-Studios besitzt. Trainieren im Wohnzimmer wird dadurch leicht gemacht.

Das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS aus Erlangen hat so einen Sessel entwickelt und will ihn auf der CeBit in Hannover vom fünften bis zum neunten März vorstellen. Auf den ersten Blick soll er aussehen, wie ein gewöhnlicher Fernseh-Sessel. Doch auf den zweiten Blick handelt es sich um ein innovatives Technik-Objekt.

Das Gerät steckt nämlich voller Platinen, Sensoren und Drähte: Eingebaut in die Sitzkissen und Armlehnen misst die eingebaute Mikrosystemtechnik ständig die vitalen Körperfunktionen des Sitzenden. Mit den gesammelten Daten analysiert das Gerät die Sitzposition des Benutzers und gibt allerhand Tipps: Der Sessel „ermittelt die wichtigsten Körperfunktionen und die korrekte Sitzposition. Weichen die Werte von den Vorgaben ab, zeigt das System dem Nutzer, wie er seine Ausdauer trainieren oder gesünder sitzen kann“, erklärt Sven Feilner, Mitarbeiter in der Abteilung Bildverarbeitung und Medizintechnik am IIS.

Erklärt sich der Sitzer mit dem Trainingsprogramm einverstanden, geht es los: Via Blootooth und WLAN können die gesammelten Daten von einem im Sessel integrierten Tablet-Computer an den Fernseher übermittelt werden. Für eine umfassende Visualisierung der Trainingseinheit sorgen dann entsprechende Anzeigen über die Herzfrequenz, die Sauerstoffsättigung des Blutes, den Blutdruck und das Körpergewicht des Trainierenden. Nach dem ersten erfolgreich beendeten Training ermittelt der Computer auf Wunsch einen Trainingsplan, der automatisch den Fortschritten des Wohnzimmer-Sportlers angepasst wird.

Für Menschen mit Bewegungsmangel empfiehlt der Sportsessel eine Ruderübung, bei der die Armlehnen zu Hilfe genommen werden können. Im Fußbereich wird automatisch eine Stütze aufgeklappt.

Das Produkt zielt auf den Spieltrieb des Menschen ab. Zum Beispiel wird daran gearbeitet, Senioren beim Rudern gegen imaginäre Konkurrenten antreten lassen zu können. Aber auch der Wettbewerb gegen echte Konkurrenten, mit denen man über eine Online-Plattform chatten und antreten kann sowie die Veranstaltung ganzer Ruderturniere, sind denkbar.

Kommentare

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  1. Die Honigbiene sagt:

    Früher schälten Senioren Kartoffeln, hüteten die Enkelkinder, hackten Holz oder jäteten Unkraut im Gemüsegarten. Das Maß an Bewegung wurde reibungslos dem Alterungsprozess angepasst. Meist war der Mensch zufrieden mit sich, dankte Gott für ein Dach über dem Kopf, für alles was man noch selber machen konnte incl. einem gefüllten Teller mit einfacher aber gesunder Nahrung. Man lebte im familiären Miteinander und kleine Gebrechen gehörten einfach dazu. Denn ob „die Alten“ früher alle kränker waren als heute, das sei mal dahin gestellt oder dorthin wo die Statistik gemacht wird.

    Und was sagt der oder die Alte heute? – Nutzgarten nein danke, ich möchte in Urlaub fahren. Kuchen backen nein danke, ich gehe lieber Kaffeetrinken. Ich muß zur Fußpflege, ich muß mir noch die Nägel machen lassen, ich löse Kreutzworträtsel oder Sudoku, mache Wii Kegeln oder Tennis, ich bin noch fit, ich treibe Sport …..

    Und dan wird gejault, wenn der materielle Dunstkreis immer enger wird, schränkt freiwillig den normalen Radius an einfacher Bewegung von Alltagsarbeit (ich getraue mich ja kaum das Wort Hausarbeit oder Gartenarbeit zu nennen) mit ein und die geistige Beweglichkeit erstarrt immer öfters gleich hinterher.

    Da kommt doch so ein Fernsehsessel wie gerufen. Aber hallo, wie effektiv. Vor der Glotze relaxen und gleichzeitig durchhängend, mal so tun als ob man sich bewegt.

    Wenn man mich fragen würde: ein sinnloses Teil, das nur Geld kostet, wo Rohstoffe vergeudet werden und die Bilanz des betreffenden Unternehmens genährt wird.

    Aber womöglich hole ich mir mit meiner Meinung mal wieder ein „blaues Auge“, denn der sich als modern bezeichnende alternde Mensch mag meine Äußerungen meistens garnicht leiden.

  2. Werner sagt:

    find‘ ich sehr ungünstig,,, da kann man ja nicht einmal gleichzeitig das I- Phone bedienen, wie ich das neulich bei einer Dame auf dem Crosstrainer beobachten konnte! (Satire aus)

  3. Eleonore sagt:

    Dieser Foltersessel muss unbedingt in mein Wohnzimmer, er harmoniert mit den
    Louis XVI Möbeln auf das Trefflichste.